Ach und P.S.:

27 08 2010

…der naechste, der “Scar Symmetry” einen schwachen Abklatsch von “Soilwork” schimpft, bekommt von mir auf die (notfalls virtuelle) Nuss!





[Review] Wuthering Heights – Far from the madding crowd / The shadow cabinet

15 07 2009

Nils Patrik Johansson. Die Stimme. Zugegeben: Ich kannte Astral Doors bevor ich Wuthering Heights gefunden habe. Insofern war ich “vorgewarnt”. Allerdings habe ich nicht gut recherchiert, ich wusste nicht, dass Johansson bei WH mitmischt. Die Alben, in die ich zuvor reingehoert hatte, waren auch nicht mit ihm aufgenommen.
Umso ueberraschter war ich, als ich die beiden Longplayer “Far from the madding crowd” und “the shadow cabinet” auf dem Teller rotieren liess und es mir in den Kopf schoss, dass es so eine Stimme niemals zweimal geben kann…

Meiner bescheidenen und musik-wissenschaftlich gewiss fragwuerdigen Meinung nach hat dieser Junge die interessanteste Stimme im gesamten Musikbusiness. Selbst wenn man – wie ich – die Astral Doors eher langweilig findet und einem – anders als mir – WH auch nicht zusagen, kann ich nur empfehlen, dieser Stimme zumindest mal einen Song lang zu lauschen.
Ja, es gibt parallelen zu einem gewissen rjDio… Aber dem und dessen musikalischer Begleitung fehlt fuer meinen persoenlichen Geschmack immer das gewisse Etwas.

Anyway. Warum also stelle ich diese beiden Alben vor?
Beginnen wir mit ‘Far from the madding crowd’.
Folkelemente die Richie Blackmore nicht gekonnter vortragen kann driften uebergaengslos in ungewitterartige Gitarrenelemente ab, die selbst die Fetischisten von Dragonforce neidvoll erblassen lassen. Episch anmutente ‘chorus’ wechseln sich mit Theme-artigen Erzaehlungen ab.
Man denkt, man hat alles gehoert – dann schlaegt einem mit “bad hobbits die hard” (ja, nu wird klar, dass es ein Mottoalbum ist) der progressive Teil dieses Albums mitten in die Eingeweide. Ich kenne wenige Songs, die so sehr das Gefuehl einer Achterbahnfahrt verursachen wie dieser. Ist btw rein instrumental…
Das Album verabschiedet sich ungewoehnlich ruhig mir “Lament for Lorien” – und man ist gewillt, den Ring sofort herzugeben, wenn man nochmal von vorne beginnen duerfte…

Klarer Anspieltip in diesem Album ist das vom Evil Masquerade-Gitarrenfrickler Flyman intonierte “bad hobbits die hard” – und ich verspreche, mit einem angemessenen Tonspur klingt das noch um Welten besser:

Zwei Jahre spaeter, offenbar bewusst ein ganzes Album an Erfahrungen und Vorstellungen hinter sich lassend, bringen WH dann “the shadow cabinet” auf den Markt.
Die Band – sichtlich “verstaerkt” mit Vollzeit-Bassisten Teddy Moeller, der die Funktionskrake Ravn an diesem Instrument aushebelt und Manticora-Gitarristen Martin Arendal lassen sie sowohl Tolkien als auch Folk hinter sich (eine Violine findet sich hier und da noch als Ueberbleibsel und immerhin “faith” laesst gegen Ende aufblitzen, dass man nicht gewillt ist, diese belebenden Elemente gaenzlich wegzulassen.) und konzentrieren sich auf das, was man von einer Daenisch-Schwedischen Prog-Power-Band prinzipiell erwartet: ordentlich Wumms auf die Boxen, abgeschmeckt mit prog-Elementen, eingaengigen Songs mit viel Herz und Seele. Ohne das musikalisch gleichsetzen zu wollen erinnert mich diese Entwicklung an Blind Guardians “night at the opera”. Womoeglich muss das so sein, und womoeglich war “Far from the madding crowd” auch genau so geplant – als Konzeptalbum fuer zwischendurch. Da ich die Alben von WH, in denen Johansson nicht mitgewirkt hat, nicht kenne, entzieht es sich meiner Kenntnis, wo WH herkamen.
‘The shadow cabinet’ ist wesentlich druckvoller und imposanter als es ‘fftmc’ gewesen ist – natuerlich. Es hat mit “if you can not win the day – seize the night” ausserdem auf jeden Fall die nachhaltigere Message – zumal die Tolkien-Mitfahrgelegenheit schon zu Zeiten von ‘fftmc’ schon eher auf der Regionalstrecke fuhr…
Das Album ist demnach weniger Folk, dafuer umso mehr Power.

Anspieltip ist natuerlich “carpe noctem” – zeigt es doch, dass sich epischer Chorus nicht nur in MTV-Pop wiederfinden darf…

Beide Alben sind sehr unterschiedlich, wenngleich sie aus gleicher Feder kommen und mit nahezu gleichem Equipment vorgetragen werden. Ich koennte unter Androhung von Gewalt nicht sagen, welche mich mehr mitreisst. Beide tragen ein Stueck zum Mosaik meines “Soundtrack des Lebens” bei.





[Review] Stormwarrior – Heading Northe

1 04 2009

Stormwarrior war sicherlich diejenige Band auf meiner Liste der ‘must-haves’, in die ich die hoechsten Erwartungen gesetzt habe – nicht zuletzt, weil’s von Kai Hansen produziert wurde.

Tja, was soll ich sagen – es ist so lala geworden. Die Erwartungshaltung war gross, sie konnten ja nur enttaeuschen. Stormwarrior spielen schnell (fruehe Helloween, Manowar, fruehe Blind Guardian), die Riffs sind simpel und nachvollziehbar. Es ist alles eingaengig, Lars Ramckes Gesang ist langweilig aber solide. Die Epic-Elemente – oder sollte ich sie “Viking-Elemente” nennen? – sind uebertrieben und phantasielos, die Texte belanglos.
Die Soli klingen alle exzellent, alles extrem alte Schule, wenig Mut zum Risiko – aber hiermit dann auch wenig Chancen, ordentlich daneben zu liegen. Das duerfte live aeusserst interessant sein.

Ansonsten besticht die Band vor allem durch solide Arbeit. Trotz aller Kritik klingt Heading Northe gut, macht Spass zu hoeren. Erinnert halt stark an “die alten Zeiten” – sowas wird heute nicht mehr produziert. Kai Hansen sehnt sich zurueck? ;oD

Anspieltip hamwa nich – das Album ist wie eingegossen. In jedem Fall gut investiertes Geld.





[Review] Galloglass – Heavenseeker

24 03 2009

Interessantes Projekt.

Die in Deutschland entstandene einstige Band “Gallowglass” heisst nun Galloglass und hat u.a. Heavenseeker released. Sie spielen ziemlich klaren, sehr melodioesen Power Metal, der einem den Feierabend-Drink gradezu in die Haende treibt – man moechte sie zuruecklehnen und bei eisiger Winterkaelte das Treiben von Schneeflocken vor dem Fenster betrachten.
Zwischendurch ueberraschen sie mit Harsh-Vocal-Bereichen die sparsam aber gezielt eingesetzt werden – ein wesentliches Element und hier sogar Alleinstellungsmerkmal soweit meine Erfahrung das zu sagen vermag.

Die Songs liegen klanglich irgendwo zwischen Blind Guardian und Heavenly, bringen durch progressive Geschwindigkeitsveraenderungen etwas Labyrinth und durch die angesprochenen Harsh- sowie Epic-Vocals ein wenig Mercenary mit ins Spiel.

Die Stimme von Andrew McDermott laedt ein zum Mitsummen, laesst aber leider etwas Vielfalt vermissen. Dennoch verzichtet er auf uebliche Power-Metal-Einlagen in Hochtonigem Bereich undkonzentriert sich auf klare Stimme, deutliche Vocals. Dadurch fehlt es natuerlich auch an Emotion. Das wird hingegen durch Gitarren und Violinen (?!) ganz gut aufgefangen, die die Band in die Epic-Bereich ziehen, wo die Gefuehlstiefe des Vokalisten ohnehin nachrangig ist.

Ein Klasse Album und gegenueber dem Klasse Vorlaeufer “Legends from now and nevermore” sogar noch eine Verbesserung. Wir koennen gespannt bleiben, ob da noch mehr folgt, die Band ist derzeit offenbar in einem eingefrorenem Zustand. Ich wuerde mich jedenfalls freuen, denn Galloglass ist inmitten der Suppe “Einheitsbrei Power-Met” eine ausgesprochen angenehme Abwechslung.

Anspieltip ist ganz eindeutig “Banished from eternity”:





[Review] Mercenary – Architect of lies

22 03 2009

Oh. mein. Gott.

Das ist in der Tat das beste Album dass ich seit langem auf den Laser bekommen habe.
Ich habe die Scheibe schon einige Zeit, aber wie beim Vorgaenger “The hours that remain” hat’s auch bei “architect of lies” einige Zeit gebraucht, bis die Qualitaet und der Tiefgang des Albums mich erreicht hat.
Die Geschwindigkeit haben sie rausgenommen, es gibt auffallend viele Solo-Phasen und es ist ein erheblicher Einschlag weiterer Keyboard-Elemente zu verzeichnen.
Darueberhinaus sind die Harsh-Elemente von René Pedersen vieeeeel besser geworden – fuer jemanden wie mich, der harsh vocals ohnehin nur streng dosiert vertraegt ist das natuerlich sehr wichtig.
Die Clear-Voice-Passagen sind leidenschaftlich und intensiv wie immer – bei Mercenary hat man immer das Gefuehl, die Band spielt in den Klamotten, in denen sich sie am liebsten aufhaelt, zuhause auf dem Sofa, mit der Familie und waehrend die Kinder vor dem Fernseher Toons gucken. Bei aller gegebenen Haerte ist immer so ein “fit in”-Feeling dominant. Einfach wunderschoen.

Wenngleich es den anderen Songs gegenueber unfair ist, denn das Album ist als Ganzes betrachtet einfach perfekt, moechte ich dennoch einen Song hervorheben, der so etwas wie die Fortsetzung von “loneliness” von der ’11 Dreams’ zu sein scheint – Isolation (Loneliness in December):





[Review] Dragonforce – Ultra Beatdown

15 02 2009

2008 war offenbar das Jahr der Weichspueler. Dragonforce glaenzen ja ohnehin vielfach durch “perfekte Scheiben” – und das ist nicht aus jeder Kritikerfeder ein Kompliment – aber mit Ultra Beatdown sind sie in eine Liga ehemaliger Glam-Rock-Bands der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts angekommen. Nicht etwa musikalisch – die Platte ist gewohnt zuverlaessig, schnell, klar, solide. Schoene Gitarrensoli sind wieder mit an Board, die Songs haben durchweg eine epische Laenge von sieben bis acht Minuten – eben das, was man von Dragonforce erwartet.

Sonderbar wird’s, wenn man ein zweites mal hinhoert und feststellt, dass hier gradezu softe Elemente einfliessen. Eingebettet in die klassischen Bretterknaller wie “The fire still burns” und dem Opener “Heroes of our time” und am Ende der Scheibe fantastisches Liedgut wie “Inside the winter storm” und dem ‘Big Bang’-Abgang “The warrior inside” finden wir…Schnulzen?!
Nun wuerde das wirklich extrem sonderbar klingen, wuerde man aus der Kehle von ZP etwa Poisons “Every rose has its thorn” wahrnehmen – also Dragonforce einen etwas anderen Weg und knallt das Gewaesch in ein Gewand aus gefuehlter Geschwindigkeit. “Heartbreak Armageddon” und “The Last Journey Home” klingen dann auch direkt nach dem, was sie sind: Langweilig. Gewollter und womoeglich geplanter Tiefgang – imho nix fuer eine Band wie Dragonforce.
Das Album ist dennoch Klasse – selbst mit der Herausnahme von Geschwindigkeit sind sie in dieser Liga noch ziemlich weit vorne dabei.

Anspieltip waere “inside the winter storm” – bei Youtube aber wg. laufender Urheberrechtsproblemchen nicht verfuegbar. Selbst reinhoeren, das lohnt allemal.





[Review] Dragonland – Astronomy

31 01 2009

Jonas Heidgert. So heisst der Saenger von Dragonland.
Er gehoert zu den Saengern, denen man kein aussergewoehnliches Talent nachsagen mag, der keine Ambitionen hat, sich grossartig nach vorne zu “singen” und den Gesang in den Vordergrund zu stellen.
Jonas Heidgert gehoert aber auch zu den Saengern, die man selbst dann noch super verstehen kann, wenn um einen herum eine musikalische Explosion stattfindet.

Das Album Astronomy klingt fuer mich wie der Versuch, die soliden Symphonic-Power-Klaenge der ersten Alben mit einem Hauch epischer Extravaganz – um nicht zu sagen ‘Progressivitaet’ – zu versorgen. Das Album ist laut, schnell, klar und straight. Sehr gute Scheibe.

Sie klingt ueberdies schmierig abgemischt – gradezu “perfekt produziert”. Das nimmt dem ganzen etwas den Schwung und man moechte kurz innehalten und sich fragen, wie das wohl live klingen mag…aber hier kommt Jonas Heidgerts Qualitaet zum Tragen und ist ploetzlich doch essentiell fuer diese Band.

Man sagt dem Album eine gewisse Arroganz nach – kann ich nicht nachvollziehen. Dragonland schreibt hiermit sicher keine Geschichte und wird den Sprung in die “Progressive-”Liga nicht schaffen – aber die Scheibe sollte man haben, wenn man Power-Metal im weitesten Sinne sucht.

Anspieltip (Antimatter) mit dem Ex-Nightrage Lueckenbuesser Jimmie Strimmell:





[Review] Masterplan – Aeronautics

23 01 2009

Meine Power-Metal-Must-Have-Liste ist um ein weiteres Album ergaenzt worden.
Masterplan – Aeronautics aus dem Jahre 2005.

Das sonderbare an dem Album ist, dass es softer ist, als der Nachfolger MKII. Das macht die objektive Beurteilung ueber die Qualiaetet angesichts meiner aktuellen Affinitaet hin zu Speedelementen und Progressive-/Epic-Speedsachen schwer.

Das Album klingt – als Beispiel sei “I’m not afraid” genannt wir der weichgespuelte Versuch, sich endlich mal mit nem Musikvideo auf MTV auch vor 2 Uhr in der frueh blicken lassen zu koennen.

Das Album ist nicht schlecht. Aber im Moment nicht mein Fall. Ab zu den Akten.

Anspieltip:





59 noch…

18 01 2009

Ich habe vor einigen Wochen begonnen, in einem Anfall von musikalischer Tristesse, eine Liste mit Bands zusammenzustellen, deren Alben ich alle haben muss. Die Liste ist inzwischen auf nur noch 59 Alben “eingedampft” worden.
Die CDs dieser Liste sollen natuerlich tunlichst nicht “um jeden Preis” erstanden werden – sondern so guenstig wie moeglich.

Zuletzt gekauft (via ebay) habe ich “Evil Masquerade” – “Third Act”.

Mal schaun, was als naechstes kommt…

Anspieltip von Evil Masquerade – Das Promovid zu “Black Ravens Cry”:








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