Verwertungswahn!

28 10 2011

Die ZPÜ will Mobiltelefone teurer machen. Sie will bis zu 36€ Abgaben auf Mobiltelefone erheben – 12€ für die billigen mit den großen Knöpfen und 16 bis 36 Euro für beliebige Smartphones unterschiedlicher Speichergröße (alle Preise zzgl. Umsatzsteuer von 7%).
Die ZPÜ will damit die auf diesen Geräten offenbar vermuteten Privatkopien urheberrechtlich geschützten Bild-, und Videomaterials (wundersamerweise sind nur die VG Wort und die VG Bild und Kunst hier im Boot – VG Mucke weilte wohl grad zur Betriebsfeier auf ner Insel im Südpazifik) zugunsten der Käufer der Geräte pauschal abgelten. Die derart beim Kauf abgeführten Gebühren würden entsprechend anteilig…ach nee, das geht weder aus der Pressemitteilung der BITKOM noch aus der Pressemitteilung der ZPÜ hervor, in welchen dunklen Kanälen die Kohle letztlich versacken soll, nach welchen Kriterien welche Urheberrechteinhaber bedient werden sollen. Vermutlich nach dem selben Schlüssel wie alles bei den Verwertern: Erst mal die 2,6 Millionen Mitarbeiter der VGs bezahlen, ne Extrarunde Urlaubsgeld, dann noch zwei Managerabfindungen, dann was neues ausdenken weil die Kohle weg ist.
Wertfrei bemerkenswert an der Stelle das Datum der Veröffentlichung der Pressemitteilung der ZPÜ (07.07.2010), das im Tarifschreiben angegebene Datum des Beginns der Gültigkeit für diese Abgabe (01.01.2011), der letzten Änderung im Dokument (22.07.2011, offenbar nachträglich, also NACH Geltungsbeginn?) sowie das Datum der Pressemittelung der BITKOM (28.10.2011 zu einem Zeitpunkt also, zu dem bereits fast ein Jahr lang derartige Abgaben fällig sind…?).
Wer die ZPÜ ist fragt ihr euch? Ist doch klar – die ‘Zentralstelle für private Überspielungsrechte’. Habt ihr noch nie gehört? Ist n Ding. Ich auch nicht.
Laut GEMA ist es die “älteste […] und aus wirtschaftlicher Sicht bedeutendste Form der Zusammenarbeit der deutschen Verwertungsgesellschaften”ein Sammelbecken unterschiedlichster Schmarotzergesellschaften, die sich am Erfolg anderer fett reiben wollen also, ein Zusammenschluss verschiedener Verwertungsgesellschaften die sich mit der Vergütung von Bagatellabgaben auf diverse Leermedien (sie selbst nennen es ‘Vergütung für private Vervielfältigung’ und berufen sich dabei auf die §§ 54 und 54a im Urheberrechtsgesetz der Bundesrepublik Deutschland) befassen – und entsprechend aufmerksam beobachten, auf welch innovativen und kreativen Arten die wirtschaftlich orientierten Tech-Unternehmen dem Markt Funktionen zuführen, mit denen User urheberrechtlich geschützten Scheiß kopieren können, um anschließend, im Namen der Vertretenden, die Hand aufzuhalten.

Ich bin in dem Thema nun sicher kein Insider und kein intimer Kenner der Verwerterszene, bilde mir aber doch ein, so grundlegen die Struktur zu verstehen: Seit anno zopp verlangen Verwerter von Urheberrechten von Herstellern von Kopiergeräten gleich welcher Art – also bspw Druckern, Kopiergeräten, Faxe, MP3-Player, Festplatten, CD-, DVD- und BluRay-Brennern, USB-Sticks, DVD-, und CD-Rohlingen und so weiter und so fort – Abgaben zur Abgeltung von mit den Geräten erzeugten Privatkopien. Entgegen der von Urheberrechtsvertretern gerne verbreiteten Ansicht sind diese nämlich nach wie vor erlaubt, legal und ja ohnehin bereits abgegolten. Da je Medium eine individuelle Vergütungshöhe anfällt sollte man auch meinen, die Abgeltung erfolgte angemessen.
Nun stelle ich mir grade vor, ich kauf mir irgendein Grabbelsmartphone ausm Aldi, dazu ne passende micro-SDHC-Karte, stöpsel das daheim an meinen PC und überspiele einen zuvor bei Amazon gekauften Song von meiner Festplatte auf das Telefon, nachdem es bereits mit meinem MP3-Player synchronisiert wurde.
Auf diese Weise zahle ich für die geduldete (und nicht unbedingt gern gesehene) mehrfache Verwendung ein und desselben Stückes Binärcode vielfach: Der Song selbst kostet Geld. Auf die Geräte (PC), Festplatte, MP3-Player entfallen Gebühren. Die Smartcard hat ebenfalls einen Anteil Privatkopiegestattungsgebühr implizit. Nun noch das Mobiltelefon. Auf diese Weise kostet mich ein Song im Worst Case – ich kaufe und kopiere nur einen einzigen Song – 100€ und mehr. Für den Preis bekomme ich auch ein Album, müsste dann aber noch Kosten für den Download und das Ausdrucken des Covers addieren, Urheberrechtsabgaben für den Drucker natürlich auch (Kopierpapier auch? Weiß ich nicht, wundern tät’s mich nicht)

Ich verstehe ja, liebe Urheber, euren Antrieb. Ihr wollt an dem, was ihr da so urhebt, Geld verdienen. Einige mehr, andere weniger (wollen, nicht Geld). Gar nichts ist den meisten zu wenig (Geld, nicht wollen).
Mir ist klar, dass es schwierig bis unmöglich ist, zu überwachen oder gar zu kontrollieren oder zu sanktionieren, wo welche Form von Kopie eurer Werke rumgeistert. Mir ist klar, dass ihr darüber hinaus gerne andere Arbeiten lasst, damit ihr in Ruhe weiter urheben könnt. Aber das hier ist einfach Irrsinn.
Hier wuchert ein Gestrüpp aus Verwertungsgesellschaften rund um eure Werke, ernährt sich durch euren Erfolg und verunglimpft letztlich euch. Wann immer jemand bei der GEMA vorfühlt und drauf hinweist, dass sie dreiste, schmarotzende Abzocker sind, verweisen die an euch und sagen, sie würden nur euch und eure Interessen vertreten. Ihr müsst unbedingt die Hoheit eurer Werke zurück erlangen. Ich weiß, es bricht sich nicht so leicht mit alten, liebgewonnen Gewohnheiten, zumal mit jenen, die einen so weich betten und vermeintlich Einnahmen einspülen, die man andernfalls mühsam selbst generieren müsste. Aber die hier führt in die falsche Richtung.

OK2013 setzt sich unbedingt dafür ein, Verwertungsgesellschaften zu entwerten und möglichst mittelfristig komplett aufzulösen. Diese staatlich geförderte Beschäftigungstherapie samt Kundenabzocke ist einer marktwirtschaftlichen Demokratie ausgesprochen unwürdig. Da muss es andere Möglichkeiten geben – und auch wenn der Gaul schon totgeritten ist: Die Kulturflatrate wäre so eine Möglichkeit…





Fachkraeftemangel? Schwachsinn!

19 07 2011

Soso. Die ‘deutsche Wirtschaft’ sucht also nach wie vor ‘haenderingend’ nach Fachkraeften – weil’s hier angeblich keine mehr gibt.
~4.000.000 Arbeitslose (zusaetzlich zu den Niedrigloehnern und den in irgendwelchen zwielichtigen Weiterbildungsmassnahmen haengenden) und die Wirtschaft beklagt sich ueber fehlende Fachkraefte? Dem kontinuierlichen Rueckgang der dualen Ausbildung in allen Bereichen steht (bei insgesamt gleichzeitig abfallenden Schulabgaengern) der konstante Anstieg an Hochschulabsolventen und Studenten gegenueber, hinzu kommen die dramatischen Zahlen der Jugendarbeitslosen – alles passt irgendwie nicht zusammen in ein Bild.
Schuldige gibt’s natuerlich auch (immerhin eine Auswahl): der demografischer Wandel, die abwerbenden Hochlohn- bzw Niedrigsteuerlaender, Neuseeland mit seiner zum verhexen schoenen Landschaft, das schlechte Bildungssystem, die dummen Bewerber, der klamme Staat der einfach nicht bereit ist die Betriebe noch staerker im Bereich Ausbildung zu subventionieren, die fiese IHK, die die Barrieren fuer die Zulassung zum Ausbilder so unendlich hoch ansetzt.
Stattdessen uebernimmt der Staat die Kosten fuer Studenten (jaja, weint doch ueber Studiengebuehren ihr Studierenden – macht euch lieber ernsthaft Gedanken darueber was eure Ausbildung kostet und wer’s mitfinanziert) und entlaesst gut gebildete, aber lebensfremde Menschen in den ersten Arbeitsmarkt, in dem sie dann Luecken stopfen die es nicht gibt und Jobs annehmen die das Land nur historisch bedingt aufrechterhaelt (Steuerberater…). Ja, hier schwingt etwas Subjektivitaet mit und ja, mir ist klar, dass es rein technisch durchaus moeglich waere auf die Haelfte der Arbeiter im produzierenden Sektor zu verzichten, wenn man die Ablaeufe und Wegstrecken optimieren wuerde. Es gibt also auch in anderen Bereichen Potenzial zur Optimierung, nicht nur bei den Uniabsolventen.

Besonders populaer ist der Bedarf an “Ingenieuren” und das Fehlen der “IT-Fachleute” – beides so wischiwaschi dass ich’s Kotzen bekomme wenn ich das hoere. Ich selbst bin IT-Fachmann und Ausbilder in meinem Beruf. Ich kann also auf mehreren Ebenen mit Fug und Recht behaupten, dass “Fachkraeftemangel” eine urbane Legende ist.
Richtig ist ganz gewiss, dass die Anzahl der ‘brauchbaren’ Anwaerter auf eine Stelle abnimmt. Das gilt nicht nur (aber auch) im Bereich der Nachwuchsrekrutierung, in diesem Segment kann ich’s selbst beobachten. Aber das ist auch ganz natuerlich – schliesslich ist der demographische Wandel ja keine Fiktion – wenn im Durchschnitt 100% fuer einen Job in Frage kommen sind das bei absoluten 1.000 Schulabgaengern eben immer noch 200 mehr als bei absoluten 800 Schulabgaengern. 
Dennoch ist auch in diesem Bereich noch ausreichend Potenzial fuer eine angemessene Ausbildung. Aber da die meissten Betriebe ja ohnehin glauben, dass “Ausbildung” ein anderes Wort ist fuer “guenstige Hilfskraft mit geringstmoeglichem Impact fuer die regulaeren, unterbezahlten Mitarbeiter”, ist man womoeglich gar nicht an der Ausbildung (und damit der ‘Aufzucht’ von Nachwuchskraeften) interessiert – sondern vielmehr an der Abschoepfung von fertigen Wollmilchsaeuen vom Markt. Sei’s drum. Passiert ja auch nicht. Ausbildung ist Ruecklaeufig und infolgedessen konstatieren die Betriebe dem Arbeitsmarkt quasi als Quittung die Handlungsunfaehigkeit – gaenzlich ungeachtet der realen Umstaende…

Eine Zeitlang habe ich nicht verstanden, was es dem Arbeitgeber nutzt, diese Maer aufrechtzuerhalten. Eine suggerierte Mangelerscheinung an Fachkraeften muesste doch zwangslaeufig eine Erhoehung der Loehne zur Folge haben – hatte es aber nicht – jedenfalls ist es nicht auf meinem Konto messbar.

Heute aber ergibt alles einen Sinn. Natuerlich kann man im angeschlagenen Europa diejenigen Fachkraefte einsammeln, die daheim auf noch desolatere Zustaende schauen als sie es hier im Land der Fluesse aus Milch und Honig wuerden. Polen hat nach Oeffnung der Grenzen mit einem herablassenden Laecheln abgewunken (fuer den Hungerlohn koenne man auch daheim arbeiten), also muss man seine Fuehler eben nach Griechenland, Spanien, Italien und Portugal ausstrecken. Da wird’s auch trotz der Mutmaszung unserer Kanzlerin durchaus den einen oder anderen nicht komplett arbeitsfaulen geben – wenn man den erwischt steht ja einer Bilderbuchkarriere samt Sarranzinkonformer Integrations-Mustergeschichte nichts mehr im Wege. Die gleiche Story verkauft man vermutlich auch den ungarischen Maedels wenn man sie in deutsche Puffs verschleppt…
Sei’s drum. Ich find’s einigermassen erschreckend was derzeit in Deutschland passiert. Lohndumping wird hier als Schutzschild gegen Verantwortung und Entwicklung verwendet – alles auf dem Ruecken der “Exportnation” und natuerlich der Wirtschaftskrise – jedenfalls jetzt. Mal sehen was in fuenf Jahren als Primaerargument herhalten muss, keine Deutschen zu angemessenen Loehnen einstellen zu muessen…





Die nackte Wut –.-

15 02 2011

Ich tanke kein “e10”. Das liegt nicht so sehr daran, dass ich mich dem Ethanol-Bloedsinn verweigere (was ich dessen ungeachtet tun wuerde, haette ich die ECHTE Wahl), das liegt eher daran, dass mein inzwischen von aelteren Damen mit Kindheitserinnerungen verbundener und von Kindern auf der Strasse als “antik” bezeichneter Stadtflitzer das (angeblich…) nicht tanken darf, da er sonst die Hufe hochreisst und ich S-Bahn fahren muesste. Waer ja noch schoener.
Natuerlich, sind wir mal ehrlich, werden die einfach nicht getestet haben. Wie auch – mein Wagen ist ne Raritaet :D

Ergo beobachte ich seit ~Mitte Januar, wie sich die Tankstellen auf meinem Weg zur Arbeit und zurueck diesbezueglich verhalten, da dieses Verhalten nachhaltigen Einfluss auf meine kuenftigen Kaufentscheidung haben wird.
Vorher las man ueberall (auch von den zustaendigen Verbaenden!), dass es kuenftig an Tankstellen natuerlich weiterhin auch Super geben wird, dass e10 wohl um 3 – 5 €c billiger sein wuerde als Super (obgleich es in der Produktion teurer ist als Super – aber es wertet die Oekobilanz der Tankstellen auf, was widerum gegenueber dem Gesetzgeber noetig ist, weil die widerum der EU gegenueber damit angeben, dass man damit ganz toll co2 einspart, was mindestens fragwuerdig, wahrscheinlich aber sogar grober Unfug ist). Zwar ginge das auch mit einer Super-/Gas-Mischung, aber dafuer ist der Markt einfach (noch) zu klein, ergo quersubventionieren die Super-Kunden einfach das gepantsche, weil sonst kauft’s ja niemand, was dann widerum die Oekobilanz nicht aufwertet, was dann… na ihr wisst schon).

Tatsaechlich zeichnet sich ein etwas anderer Trend ab – wer haette das gedacht:

Hin:
> Total (E10, Super +5, Super Plus +10) 
> Aral (E10, +10, +10)
> Star (E10, +10, +10)
> Shell (10, +5, +10)

Zurueck:
> Aral (s.o.)
> Sprint (E10, +5, +10)
> Agip (E10, +5, +10)

Und noch einige andere, deren Preisanschlaege aber etwas versteckter sind.
Ergaenzend muss man dazu sagen, dass bei denjenigen Tankstellen, von denen ich’s weiss (weil mit eigenen Augen gesehen habe) die E10-Zapfsaeulen noch “inaktiv” sind – hier wird noch gearbeitet. Oder gewartet. Vllt fuer immer – ist doch toll, im allerbesten Fall tanken die Leute dann das Superplus, oder, noch besser, Super zum Preis von Superplus. Ach nee, dann ist es subventionierendes Super, was dann halt ganz zufaellig den Preis von SuperPlus hat.

Was mich nun besonders abfuckt ist eigentlich offensichtlich, aber dennoch offenbar mal wieder (typisch deutsch) bereits gesellschaftlich abgetan mit einem “kann-man-ja-eh-nix-tun”: Ich fahre meinen Wagen, der einen geregelten Kat hat und im krassen Gegensatz zu so manch wesentlich neuerem Wagen eine gruene Umweltplakette ohne Murren bekommt, einen Verbrauch hat, der so etwa um zwei Drittel unter denen aktueller SUVs liegen duerfte und damit zwangslaeufig auch eine CO2-Bilanz auffaehrt, die um laengen besser ist als die dieser Perversitaeten, ja nicht etwa, weil ich auf Frost auf Innenscheiben stehe, manuell zu kurbelnde Scheiben (die ich mind. 2x taeglich benutzen muss um Tueren zu oeffnen…) oder knacksende Monoanlagen toll finde und mich der Nervenkitzel bei der regelmaessigen HU am Leben haelt – sondern schlicht und einfach, weil ich mir keinen anderen leisten kann.
Die von der Bundesregierung phantasierten 10% meiner Leidensgenossen (na gut, die Bundesregierung hat die anderen 90% phantasiert, und meinte damit Autos, die e10 tanken KOENNTEN) werden ganz aehnliche Beweggruende haben, nicht spaetestens letztes Jahr beim Abwracken zugegriffen zu haben. Ergo wird hier von denen, die ohnehin schon am Limit arbeiten muessen mit ihren Autos, verlangt, kuenftig den Preis von SuperPlus zu bezahlen – oder entsprechende Umwege in Kauf zu nehmen (was auch wieder Benzin kostet). Das trifft ja, mal wieder, genau die richtige Zielgruppe…

Wieso in Dreiteufelsnamen wird so ein Mist in diesem Land abgenickt? Wieso gibt’s fuer sowas keine Ausschuesse, Gremien, Ministerkonferenzen, die VOR dem Abnicken mal drauf hinweisen, dass es sich womoeglich nicht auszahlt, dass die Oekobilanz dadurch nicht aufgewertet wird, dass man damit die scheiss Welt nicht vor dem Untergang bewahrt?

Ach ja richtig, ich weiss, an all diesem Desaster verdienen ja in der Tat zwei Gruppen gleichermassen – Staat (Steuern) und die ‘Mineraloelindustrie’ – aber naeh, Lobbyismus muss in Deutschland nicht bekaempft werden.

Ich bin echt wuetend. So sehr, dass ich solche trivialen Kram auf meinen Blog bringe –.-





Nein, dafuer habe ich leider ueberhaupt kein Verstaendnis!

6 02 2011

Wer kennt das nicht. Man bekommt einen Link zu einem Video auf Youtube, klickt ihn an, und erhalt… nichts. Nur einen der folgenden Hinweise:

“dieses video enthält content von umg. es ist in deinem land nicht verfügbar”
“dieses video enthält content von sony music entertainment. es ist in deinem land nicht verfügbar”
“dieses video ist in deinem land nicht verfügbar”

oder dergleichen.
Dann steht man erstmal da – und wundert sich. Wenn man ein bisschen drum herum sucht findet man ne ganze Menge Beitraege im WWW, die sich mit dem Problem befassen. Einige liefern umgehend die derzeit wohl einzige echte Loesung: Proxyseiten (z. B: http://www.youtubeproxy.org/, http://zend2.com/, http://hidemyass.com/). Diese verschleiern den eigenen Ursprung, geben “Absenderadressen” irgendwo auf den Cayman Islands oder Tansania als die eigene aus und gaukeln so den Gaengelseiten wie Youtube vor, man waere eben von den Cayman Islands oder aus Tansania. Da von dort aus dieser Content nicht gesperrt ist, hat man auf diese Weise Zugriff auf die besagten Videos. Anno 2011 klappt das auch ganz gut, die Services sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden.

Dieses Verfahren laesst einen ein-, zweimal ueber den Umstand hinwegsehen, dass man, weil man aus Deutschland ist, von der digitalen Welt mal wieder weitgehend abgeschnitten wird. Besonders wenn man “nur mal schnell” ein Vid gucken moechte ist es also der gangbare Weg.

Wenn man sich mit der Ursache auseinandersetzt, kommt einem hingegen wieder die Wut hoch.
Man wundert sich schon, wieso man ein Vid nicht ansehen darf, weil der Inhalt “in Deinem Land nicht verfuegbar” ist. Man liest dann etwas quer auf den besagten Seiten und erfaehrt, aha, die wissen es also auch nicht. Da wird so manche (zumindest diesmal) unschuldige Verwertungs- oder Gebuehreneintreibungsgesellschaft zu unrecht denunziert und so manche wueste Theorie ueber die Hintermaenner gesponnen. Amuesantes Bashing, aber wenig zielfuehrend.

Der Hintergrund ist im Grunde wirklich simpel: Youtube veroeffentlicht Videos, in den Videos laeuft urheberrechtlich geschuetztes Material – meisst Musik. Dieses Material wird nicht etwa weltweit geschuetzt, nein, man muss sich lokal und regional neu mit dem Schutz dieser Sachen befassen. Das ist wie mit Patenten: Die gelten nicht etwa weltweit – sondern nur regional.
Wenn also jemand aus Finnland einen Song veroeffentlicht, muss er ihn in Finnland, den USA, Deutschland und sonst jedem andern Land extra urheberrechtlich schuetzen. Da dieser Schutz geistigen Eigentums im digitalen, 21sten Jahrhundert eine ganze Industrie befeuert, wird der Nutzen und die Notwendigkeit so hoch gepusht, dass selbst die Kuenstler inzwischen oft glauben, dass das noetig waere – mindestens aber deren Labels, die mit den zustaendigen Verwertungsgesellschaften im Zweifel entsprechende DealsVertraege laufen haben, von denen widerum beide Seiten stets profitieren – stets zu Lasten des Kunden versteht sich.
Nun ist’s so, dass die Welt offenbar sehr unterschiedliche Vorstellungen von Kosten und Wertschaetzung hat. So kostet das Abspielen von urheberrechtlich geschuetzten Songs auf Weihnachtsmaerkten im russischen Hinterland halt nicht ganz so viel wie in bundesdeutschen Grossstaedten. Und auch die grundsaetzlichen Rahmenbedingungen werden unterschiedlich sein: In Russland wird’s heissen: “Hier, zahlste einsfuffzich im Jahr und darfst beliebig oft dudeln”. In BuerokratielandDeutschland gibt’s ne Horde Menschen in einer Reihe Verwertungsgesellschaften, die hauptberuflich dafuer bezahlt werden (und ergo es als ihren Lebensinhalt verstehen), fuer jede noch so abwegige Verwertung Kohle einzusacken. Da werden auch schonmal Kindergaerten boese angeschrieben, die fuer ihre auftragsbehueteten Kids Kopien urheberrechtlich geschuetzter Liedtexte anfertigen wollen – zum gemeinsamen Singen wohlbemerkt, nicht etwa um die zu Hunderttausenden in schicke Einbaende zu pressen und dann netten alten Damen an der Haustuer zu verticken.
Diese Verwertungsgesellschaften sind natuerlich in einem Markt, der dank diverser digitaler Revolutionen (von peer-to-peer ueber bittorrent bis hin zu itunes) mehr und mehr begreift, dass er auf Verwertungsgesellschaften an sich verzichten koennte, darum bemueht, ihre Daseinsberechtigung zu behalten. Ergo stellen sie sich hin und handeln mit den Labels Vertraege aus, die sich in etwa folgendermassen lesen muessen:
Kunde zahlt fuer Musik – anteilig auch an die Verwerter. Multiplikatoren zahlen auch fuer Musik (public viewing, Discotheken, Weihnachtsmaerkte, Kindergaerten, aber eben auch Youtube und jedes dahergelaufene Webradio). Alles wandert in einen Pott und wird (nach Abzug von Verwaltung fuer die Naehrung der Verwertungsgesellschaften versteht sich) nach hochkomplexen Schluesseln an die Labels ausgeschuettet, die ihren Verwaltungsaufwand einbehalten und den Rest vermutlich an die top-5% ihrer Kuenstler ausschuetten.

Das Problem, vor dem die Verwertungsgesellschaften (wie ueberhaupt das ganze Land) stehen, ist, dass sie den Uebergang von analog zu digital nicht begreifen.
Ich erinnere mich noch an die amuesanten Debatten zur “Privatkopie”. Die war zu Zeiten der Musikkassette (manch einer mag sich erinnern…) eine dem Kaeufer zugestandene Moeglichkeit, von gekauften (und verdammt nochmal bezahlten) Kassetten Kopien anzufertigen und diese an Freunde zu verschenken. Schon damals war es verboten, diese Kopien zu verkaufen oder beliebige haeufig unter Menschen zu bringen – aber es galten allgemein gueltige Bagatellgrenzen, aufgrund derer niemand ernsthaft mit Sanktionen zu rechnen hatte, wenn er Kopien (oder Kopien von Kopien) von Kassetten unter die Menschheit brachte. Damals verloren gaengige Kopien mit jeder Stufe an Qualitaet, man konnte nicht endlos neue Kopien erzeugen und Kopien von Kopien schon gar nicht.
Das aenderte sich spaetestens mit der CD, wurde durch MP3s aber geradezu zerbroeselt. Die Verwertungsgesellschaften erkannten, aha, hier kann man verlustfrei Kopien herstellen, und aha, die “Privatkopie” ermoeglicht es den VerbrechernKaeufern unbehelligt 1:1-Kopien der teuren Werke unter’s Volk zu bringen. Also torpedierten sie die Privatkopie, scheiterten aber weitgehend. Beachtlich dabei ist aber vor allem: Die Privatkopie galt zu analogen Zeiten der Kassette noch als Begruendung fuer die Berechtigung einer GEMA-Gebuehr auf (Leer-)Kassetten – als die Technik diese Welt veraendert, aenderte GEMA einfach die Regeln und machte die Privatkopie zum boesen Buben – laesst sich aber dennoch Gebuehren auf Leermedien bezahlen.

Heute zahlt der Kunde fuer vieles GEMA-Gebuehren. Drucker, Kopierer, Leermedien, Festplatten. Auf alles werden anteilige GEMA-Gebuehren faellig. Weil alle theortisch in der Lage sind, digitale Kopien von urheberrechtlich geschuetztem Material anzufertigen. Super.

So, zurueck zu Youtube. Mit denen verhandelt die GEMA irgendwann mal. Youtube sagt “ja klar zahlen wir euch was, is doch kp – hier, pauschal Summe X pro Zeitraum – dafuer duerfen die Leute bei uns veroeffentlichen was sie wollen”. Die GEMA nimmt ihren Job ernst und sagt “aber nein, wir wollen Summe Y fuer jeden verdammten Klick auf ein betroffenes Video. Ihr klaert ab, was da gespielt wird und gebt uns Zugriff auf einfach alle Zahlen, die da so bei euch rumwandern. Wenn nicht, dann: no deal”.
Tja. Da sagt Youtube doch nachvollziehbarerweise: Ja naeh, denn nich. Wir sperren den Zugriff und ihr seht ueberhaupt keine Kohle. Haha.

Das ist das Dilemma. Die GEMA will viel Kohle und, typisch Deutsch, Sonderlocken bei der Abfertigung. Youtube will es moeglichst unkompliziert und natuerlich billig – schliesslich machen die das auch nicht zum Spass.
Deutschland ist sicher ein ganz brauchbarer Markt, aber ganz offenbar nicht interessant genug, als das Firmen, die hinter Youtube oder Facebook stecken sich jeden Kram diktieren lassen. Da lesen sie doch lieber die Absender-IP des Surfers aus und sperren ihn einfach gaenzlich fuer diese oder jene Funktion. DANKE GEMA.
Tja. Wo also liegt die Loesung? Ich haette da ja durchaus Ideen. Abschaffen aller Verwertungsgesellschaften. Die Labels sollen, wenn ueberhaupt, Deals mit Youtube machen. Noch lieber waere mir aber, wenn die Kuenstler endlich ihre Marktmacht ausnutzen und sich selbst promoten. Ich bin der festen Ueberzeugung, Labels sind ein ganz brauchbarer Multiplikator – aber nicht zwingend noetig. Und teures Geld von Youtube zu nehmen, nur weil die Videos spielen, in denen womoeglich Liedschnipsel vorkommen, zu denen irgendwer irgendwo auf der Welt Urheberrechte angemeldet hat, ist echt das Allerletzte. Ich bin mir ziemlich sicher (und man liest es ja auch immer wieder) dass die meissten Bands ueberhaupt kein Problem mit dem Auftauchen in Youtube-Videos haben. Klar, damit KANN man sich den Kram dieser Bands auch anhoeren ohne Geld fuer die Scheibe hinzublaettern. Aber das ist muessig wie die Diskussion um die P2P-Netze einst: Die allermeiste Musik, die nur in solchen Videos gehoert wird, waere ohnehin nie gekauft worden. Wer ernsthaft was anderes glaubt (ich spreche hier nur fuer das Genre Rock – kann und will es fuer andere Genres nicht beurteilen!) hat einfach mal keine Ahnung vom Business. Letztlich ist jedes Auftauchen in jedem Vidoe kostenloses Promoting. Ja, dann laufen die Songs. Aber wie gesagt: Wer sich dann nur 100x das Vid anguckt statt irgendwie die CD zu erstehen, der haette die CD eh nie gekauft – auch dann nicht und insbesondere dann nicht, wenn er es in dem Vid nicht mal irgendwann gesehen haette. Womoeglich waer’ ihm Band und Titel sonst eh nie untergekommen. Ich jedenfalls hoere von den Neuveroeffentlichungen ‘meiner’ Bands nur ueber Facebook oder deren Websites, Rating-Seiten oder last.fm. Ebenso bekomme ich nur von dort neue Inspiration fuer “Musik, die ich mal kaufen sollte”. Keine Ahnung, ob’s ausser den Hoerern der vielbeschworenen 5% der Top-Pop-Elite irgendwem anders geht. Aber von diesem, meinem Standpunkt aus sind Verwertungsgesellschaften nutzlos, schaden sogar eher dem Geschaeft.

Ich jedenfalls werde diesen Verwertungsgesellschaften, die ohne eigene Leistung zu erbringen nur abzocken, keine Chance geben, ueber meinen Zugriff auf irgendwas Einfluss zu nehmen. Lediglich wo ich’s nicht verhindern kann (beim Kauf von Hardware…) ist’s wie es ist. Aber Musik und Videos die ich ansehe, geht die GEMA einen feuchten Kehricht an. Und ich rufe jeden auf, sich aehnlich zu verhalten. Die GEMA (wie andere Verwertungsgesellschaften) sind nur Organe, deren Existensgrundlage obsolet ist, seitdem die Welt durch das Internet zum riesigen Dorf wurde. Und ueberhaupt ist es ein Unding, dass mir als Konsumenten erklaert wird, wie ich meine gekauften Sachen zu handhaben habe. Wenn ich mir einen teuren Fernseher kaufe und den dann vom Tisch werfe, ist das mein Problem. Wenn ich aber Musik kaufe und die meinen Freundin zum reinhoeren kopieren will, dann will da ploetzlich jemand mitbestimmen. Nicht mit mir!

Beitrag ist etwas diffus und sicher leicht ueberzeichnet – liegt halt vor allem daran, dass ich fuer Verwertungsgesellschaften, die ernsthaft keine Leistung erbringen, sondern sich nur als Schmarotzer in die Leistung anderer einklinken, null Verstaendnis habe. Mir ist unklar, wieso der Gesetzgeber in Deutschland sowas rechtfertig. Aber diese Liste ist ja eh etwas laenger.





In welcher Welt leben Marketingstrategen? [Update]

18 01 2011

James Choi arbeitet fuer LG. Und wundert sich, dass WP7-Telefone keinen Absatz finden. Die fuer ihn plausibelste Erklaerung ist das Marktsegment (mittel- bis hochpreisig) in direkter Verbindung mit der fehlenden Komplexitaet simplen Handhabung:

Fuer Technik-Freaks wie uns koennte es nach ein, zwei Wochen ein bisschen langweilig werden

Ja naeh is klar Herr Choi. Ja, simpel is evil, das weiss man bei LG nicht erst seit flaechendeckender Einfuehrung von “Mit-Schnickschnack-ueberladenen-LCD-Fernsehern”. Mag auch durchaus sein, dass der Spieltrieb von “Technik-Freaks” nicht gefoerdert wird. Fakt ist aber, dass das Betriebssystem Schwaechen hat, die auf die Marktdurchdringung druecken und selbstverstaendlich fuer den ausbleibenden Erfolg schuldig kennzeichnen:

  • Kein Flash
  • Kein Java
  • Kein RDP
  • Kein vorinstallierter MSN Messenger (wtf?), bis heute auch noch keine offizielle Version im Marketplace
  • Armseliger Marketplace
  • Keine eigenen Klingeltoene
  • Keine Bereitstellung als Festplatte
  • Keine wechselbare SD-Karte
  • Geringe Lautstaerke
  • Kein Copy&Paste

Und das ist nur, was mit beim ersten-mal-drueber-nachdenken so auffaellt. Ja, WP7 hat Potenzial – eben WEIL es so simpel ist. Was an technischem Vorsprung mal gewesen ist, wurde mit WP7 aber dem Shredder ueberantwortet. Rausgekommen ist ein teures Spielzeug – was eben wie jedes andere Smartphone-OS erst mal rausfinden muss, was der Kunde eigentlich ihm verlangt.

Ich persoenlich haette mir ja ein Business-OS gewuenscht – Windows Mobile 6.5-Funktionalitaet kombiniert mit WP7 Look & Feel – DAMIT kann man den Smartphone-Markt revolutionieren. So aber habe ich eine´n mobilen Facebook-Client erstanden – nicht unbedingt meinen Erwartungen entsprechend. Und alten Wein in neuen Schlaeuchen kann man den Android- und Apple-Fanboys auch nicht unterjubeln – dafuer haben die schon zuviele alternative Optionen. Fail MS und Fail Choi.

 

06.04.2011: Ein Update spielt mir grade Copy & Paste ein:

Und einen Neuen Namen fuer das Device?!

Seltsam o_0

Aber immerhin Punkt 1 auf meiner Liste abgehakt. Rest laesst noch auf sich warten. Biz-Smartphone aus dem Hause MS im Jahr 2018? Man wird sehen…





Wenn jeder so arbeiten wuerde…

23 10 2010

Chronologie der Ereignisse:
Mitte September 2010. Mein 2-jahres-o2-Vertrag laeuft absehbar aus, ich ‘darf’ verlaengern und von den tollen Kundenbindungsprogrammen von o2 partizipieren. Richtig, da sind keine. Geschenkt.
Ich entscheide mich fuer einen Vertragswechsel, weil ich auf Phone 7 warten moechte, dessen Europa-Launch fuer das vierte Quartal angekuendigt is, o2 ist als Bestandspartner von HTC erwartungsgemaess vorne dabei bei den Handyreleases.

Ende September 2010. Der Releasetermin von Phone 7 sickert durch. 21. Oktober.Das ist eine inoffizielle Bekanntgabe, offiziell gibt’s von o2 nur aus mysterioesen Blogs was zum nachlesen.

Mitte Oktober 2010. Die ersten Modelle machen die Runde, diverse On- und Offlinemagazine erhalten Referenzmodelle zum Probespielen. Es kristallisiert sich, welches der Modelle wo zu haben sein wird. Erste Details zu moeglichen Preisen gibt’s auch.

19. Oktober 2010. Die Spannung steigt. Immer noch keine offizielle Ankuendigung bei o2. Dafuer wird nun das iPhone 4 promotet. Na mir ja egal, sofern das nicht den Releasetermin von Phone 7 gefaehrdet.

21. Oktober 2010. T-Online meldet als erstes (beileibe aber nicht einziges) eine Verschiebung der Veroeffentlichung. o2 gibt offiziell den 22. als Release-Date heraus.

22. Oktober 2010. Auf der Website von o2 kann man das HD7 nun mit dem Faehnchen “bald verfuegbar” bestaunen. (Vor-)Bestellen ist nicht, aber Vormerken kann man sich lassen. Heisst auch nix anderes, als dass man ne Spammail bekommt, wenn sich am Status was aendert.
Ein verzweifelter Gang in einen o2-Shop – dort kennt man weder HTC, noch HD7 und moechte stattdessen ein Android-Telefon aufquatschen. Ich glaub’ es hackt. Zum Release weiss man gar nix, die frischen Ausdrucke kennen zwar Modell und “das grundsaetzlich was geplant ist” – aber nix genaues halt auch nicht.

23. Oktober 2010. ‘You got mail’: Ihr gewuenschtes Telefon ist nun verfuegbar. Hier bestellen. Hab ich versucht. Faehnchen ist von “bald” auf “jetzt verfuegbar” umgesprungen. Draufklicken bringt das selbe Ergebnis – ich kann mich vormerken lassen. Doll. Dafuer is mein persoenlicher Bereich bei o2 nun nicht mehr erreichbar. Der Webseitenkollaps. Ein Anruf bei der Kundenbetreuung ist zwecklos – nach 30 Minuten Dauerwarteschleife ist’s mir zu bunt.

Neuerliches Bestell-Klicken fuehrt zu nix. Ich koennte die Waende hochlaufen.

Ausserdem heute lustig: Hermes Paketdienst. Bestellung von letzter Woche Sonnabend wurde Dienstag Nachmittag an Hermes uebergeben. Das ist ausnahmsweise mal was zeitlich dringendes, weil ich wie n kleines Kind an Weihnachten auf den Inhalt warte. Donnerstag frueh ist der Status Link auch schon recht Auskunftsfreudig: “Die Sendung befindet sich heute in der Zustellung.” (Das ist Option 4 von 5)
Ich bin derweil arbeiten, vielleicht nimmt’s ja ein Nachbar ab. Tatsaechlich: Am Abend liegt ein Zettel von Hermes im Briefkasten. Eine Nachbarin war so freundlich, ein Paket tagsueber anzunehmen. Ich dues’ wie vom Blitz getroffen hin, und siehe da, es ist ein anderes. Doof. Aber nicht zu aendern. Freitag passiert wieder nix. Heute auch nicht. Genervt und echt sauer schaue ich heute wieder bei Hermes rein – da hat sich tatsaechlich was im Status getan: “Die Sendung ist an der zuständigen Hermes Zweigstelle eingetroffen.” (Status 2 von 5) Das passierte bereits eine Stunde nach dem Eintrag “Die Sendung befindet sich heute in der Zustellung”.
Binnen einer Stunde bin ich also von 80% Zustellung auf 40% Zustellung abgerutscht, eine andere Hermeszustellung findet den Weg zu mir, die aber nicht. Was zum Henker ist das los? Und was zum Henker bedeutet “in der zustaendigen Hermes Zweigstelle”? Wo ist das? Ich fahr da notfalls auch selbst hin und hol mir das ab. Ist sicher vermintes Gelaende.

Und aufgeschmissen. Mir reichts so langsam, echt. Nix geht hier in dieser Bananenrepublik, in der irgendwie seit einiger Zeit alles nur immer beschissener zu werden scheint, und sich kaum mehr etwas bessert. Dreckscheissbloeder. *kotz*

/Edith sagt: Nix neues. o2-Website wie gehabt zwiespaeltig, Hermes wie gehabt ohne Einlieferung. Es ist Sonntag. Zeit fuer mich, wieder auf 179° zu kommen ^^

/Edith sagt ausserdem: Mittwoch frueh. o2 wechselt den Status von “Jetzt verfuegbar” zu “Jetzt vormerken”. Dafuer gibt’s ab heute das iPhone4. Wahrscheinlich auch nicht. Meine Bestellung sei laut Versandhandel in der falschen Hermes-Niederlassung eingetroffen und werde nun umstaendlich durch die Wallachei geschickt, um irgendwann bei mir zugestellt zu werden. Wahrscheinlich wird’s einfach zurueck geschickt ^^

/Edith sagt am Freitag frueh: Es ist (mal wieder) verfuegbar. Diesmal klappts mit dem Bestellung – eine Auftragsbestaetigung gab’s auch schon. 2-3 Tage. Sagen sie. Mal sehen.
Hermes hat das Paket inzwischen zugestellt (Beim Nachbarn abgegeben, so dass ich’s nichtmal verweigern konnte sondern zurueckschicken musste … ). Einen Tag nach dem eine Woche spaeter georderten neuen Paket via DHL. Im direkten Vergleich hat DHL damit das Rennen mit knapp einer Woche Vorsprung und einer Ueberrundung gewonnen. Beeindruckend.

/Edith zum Letzten: o2 hat mein Handy geliefert. Gestern (Dienstag) lag’s beim Nachbarn. Auf dem Zettel stand, ich solle mich dort per Ausweis autorisieren – vor Ort wollte man davon nix wissen. Aber egal. Is nu da und gut is. Ein erneuter Bestellversuch fuehrt seither wieder in den “Bitte Benachrichtigen”-Zyklus – offenbar gibt’s erhebliche Lieferprobleme ^^





Damit rechnen wir nicht (1&1 I)

16 07 2010

1&1, Servicesumpf, Technikwueste und Dauergast bei Heise in der Rubrik “Vorsicht, Kunde” wirbt zuletzt mit ihrem Kundenbetreuer Marcel D’Avis und dessen harter Hand in der offenbar angeschlagenen Kundenbetreuung vom Internetserviceprovider. Das begann relativ schonungslos mit der Offenbarung, man haette in der Vergangenheit einiges falsch gemacht und werde das nun aendern.

Dieser verbale Strip muss so grandios eingeschlagen haben, dass die sich vor neuen Vertraegen nicht mehr retten koennen, anders kann ich mir den neuen Spot von denen einfach nicht erklaeren.

Der Kerl aus den Spots stellt sich galant auf ne Treppe und wedelt mit einem angeblichen Haufen ausgedruckter Mails von Kunden. Er kommentiert das mit folgendem – und ich muss euch bitten, aufmerksam zu lesen, was bei den Aufnahmen und im TV nur allzuoft ueberhoert zu werden scheint:

“Hallo. Das sind die Mails, die mein Team und ich täglich bekommen. Mit guten Ideen, Wuenschen und Erwartungen. Aber niemand erwartet das, was ich Ihnen jetzt zeige…”

Im Anschluss driften die Mails in ihr vermutlich alltaegliches Schicksal (aus dem Blick…) und er wedelt mit auffaellig zu klobig geratenen “schlauen Polster (hoffentlich knallts da noch namenstechnisch…)” rum und meint, das waer’s, auf was die Welt kuenftig nicht mehr verzichten kann.
Blenden wir aber noch einmal zurueck:

“…taeglich bekommen…” – der gute Mann ist laut Spot der “Leiter Kundenzufriedenheit”. Das ist im besten Fall wohl leicht geschoent – ich bekomme mehr Kundenmails, und verzapf weniger Unsinn als die Leute bei 1&1 o_0

”…Ideen, Wuenschen und Erwartungen…” – Ja doch, die Erfahrung habe zuletzt ich bei Versatel und in noch juengerer Vergangenheit ein Arbeitskollege bei Vodafone gemacht: Wer vom First Level verscheissert wird, wird selbst auf Nachfrage und unter Androhung von physischer Gewalt nicht mehr zum Vorgesetzten durchgestellt. Ich muss mir unbedingt das naechste mal die Namen der Leute aufschreiben, mit denen ich’s zu tun hatte – dann kann ich die wenigstens guten Gewissens als Begruendung auf meine Kuendigung schreiben. Anyway. So landen also auch bei 1&1 nur halbwegs zufriedene Kunden in der Kundenbetreuung die ins Fernsehen darf – eben jene, die im Grunde alles toll finden und darueber hinaus den netten Leuten von 1&1 auch noch das Denken abnehmen moechten und die Optimierungen gleich mal selbst einschicken – auf das 1&1 das direkt nach Umsetzung in Vertragserhoehungen umsetzen kann o_0

Wirklich grandios ist aber das folgende:
”…aber niemand erwartet das, was ich Ihnen jetzt zeige…”. gemeint war das sicher knuffig und man wollte alte Damenherzen gewinnen – hoeren kann ich folgendes:

1. “mein Gott – kein Kunde eines ISP hat an die Kundenbetreuung des ISP jemals den Wunsch gerichtet, einen Klon eines unnuetzen Proll-Gadgets eines vollkommen abgehobenen Obsthaendlers auf den Markt zu werfen. Schwache Leistung liebe Kunden von 1&1”

2. “All die Ideen, Wuensche und Erwartungen die Sie mir unnoetigerweise laufend mailen muessen leider unbedient bleiben. Wir haben stattdessen all unsern Hirnschmalz investiert, die Optik eines Snobspielzeugs nachzuempfinden und ein zerbrechliches Ein-Seiten-Buch herzustellen. Alle unsere chinesischen 1€/Tag-Arbeiter muessen derzeit Hochglanztouchpads zusammenfalten – wir haben zur Finanzierung auf grade einmal 50% aller Stromphasen in den Rechenzentren verzichten muessen – die Ausfallzeiten beim Kerngeschaeft werden sich also grade einmal verdoppeln. Aber keine Sorge – das bekommen mein Team und ich eh nie zu hoeren, dafuer gibt’s ja den First Level – also werde ich Ihnen hier im Fernsehen auch nie davon vorjammern.”

Um das abzurunden ergibt sich fuer mein Verstaendnis leider ueberhaupt gar kein Zusammenhang aus den Mails der Kunden (0:00 bis 0:07) und einem bestenfalls als Schwanzverlaengerung und anschliessend als Untersetzer fuer den Fussballabend mit den Kumpels nuetzlichen Angebergadgets. Ich verstehe grundsaetzlich durchaus, dass 1&1 sein Portfolio erweitert, ich verstehe sogar, dass sie das mit dem einigermassen sympathischen und einigermassen populaeren Gesicht aus der “Asche-auf-unser-Haupt”-Kampagne machen – aber wieso beginnt die Werbung mit Kundenmails? Zum Wiedererkennen? “Ach, das is doch der, der…der Dings, der da schon vor einiger Zeit…” – ja, bis man hier is, sind die 7 Sekunden um, und der glaenzende Taschenrechnerersatz rollt ins Bild. Koennte sich ein Fuchs in der Werbeagentur durchaus so ausgedacht haben. Aber is dennoch sinnlos bis grenzwertig schwachsinnig. Zumal das Geraet technisch ein Krueppel ist, wie im Internet mit minimalster Recherche muehelos nachzulesen ist. Vom tatsaelichen Nutzen ganz zu schweigen – aber die Frage stellt sich ja nicht, Tablet-PC braucht man jetzt und gut ist…

Ach und ihr Mitlesenden Wissenden: Mein Tablet ist nebenbei noch ’n voll funktionstuechtiger PC und aelter als dieser Hype – der faellt nich in die Kategorie “beautiful & useless” ;P





„Hallo erstmal, ich hab da mal ne Frage“…

26 05 2009

Folgender Dialog ergab sich juengst in der Apotheke meines Vertrauens:

“Guten Tag”
“Gute Tag auch Ihnen. Ich habe geringe allergische Reaktionen auf iein Gras da draussen. Ich hatte da im letzten Jahr etwas, an dessen Name ich nicht mehr erinnern kann”
“Cetirizin? Loratadin? Azelastin?”
“Aeh. Ja. Keine Ahnung. Bunte Packung, so mit ner Bluete von einem dieser Teufelsdinger drauf”
“Aha. Na ich hole Ihnen mal Cetirizin”



“Hier bitte sehr”
“Die sind aber nicht sehr bunt. Und Blueten sind da auch nicht drauf”
“haha, ja, cetirizin gibt’s inzwischen von vielen Anbietern”

So, das is nicht lustig oder so, es verdeutlicht nur, dass ich genervt davon bin, dass hier 25 Pharmakonzerne den selben Namen fuer ihr Produkt benutzen duerfen.
Mag schon sein, dass es die gleichen Inhaltsstoffe hat wie “mein” Medikament – aber ich kenne “mein” Medikament ja nicht.
Cetirizin von Hexal war’s nicht – im Gegensatz zu dem lauen Lueftchen wirkten die Pillen letztes Jahr immerhin…
Cetirizin von einem anderen Anbieter. Puuh. Ja. Keine Ahnung, nech?
Aber kann ja nicht – wenn die Leute ihre Pillen identisch schimpfen sollte man doch davon ausgehen, dass sie identisch wirken. Nu steh ich also vor nem Problem.
Und ja, ich bin selbst schuld, dass ich mir den Namen des Medikaments nicht gemerkt habe.
*noel*








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