Triviales

Die Einflussnahme von trivialen Nebensächlichkeiten auf unser Dasein ist etwas, dass mich schon lange fasziniert.

Wir leben in unseren Informations-, Welbild-, Meinungsblasen, dass wir das allzu oft total unterschätzen.

Beispielsweise sitze ich in dieser Sekunde in einem ICE auf dem Weg von Düsseldorf nach Berlin. Diese Fahrt beendete eine Fortbildung in Düsseldorf und das Ende dieser Dienstreise wäre vielleicht, in einer anderen Sphäre, eine gute Gelegenheit, eine Art Abschnittswechsel vorzusehen – aber das wäre fatal falsch.

Noch während der Fortbildung habe ich zur Kenntnis genommen dass mein eigentliches Primärfotbewegungsmittel für den Rückweg nicht zur Verfügung steht, weil das Bodenpersonal in Berlin Tegel streikt. Gut, das bekommt man gelöst – ist ja eine Dienstreise und so kümmert sich der Dienstherr in Person unserer Sekretärin um Ersatz. Das klappt halbwegs zufriedenstellen, ich will euch an dieser Stelle nicht mit Einzelheiten langweilen…

So, Tatsache ist, dass ich jetzt hier im ICE sitze. Und ich dachte mir so, setze ich mir doch meine Kopfhörer auf, schmeiss meine Mucke an, ignoriere die Welt um mich herum und schlaf bis zur Ankunft. Normalerweise gar kein Problem, heute richtig blöd… Der Zug hält auf dem Weg von D’dorf nach Berlin ungefähr 400x im Ruhr- und Rheingebiet. Auch in Essen. Aus Essen kam übrigens der Trainer der Schulung :D. Naja, jedenfalls steigt in Essen eine auffällig fülligere Dame zu. Setzt sich neben mich. Also. Quasi. Wir sitzen beide am Gang, in unterschiedlichen Sitzreihen.

Und nun zur trivialen Kleinigkeit, auf die ich eigentlich hinaus möchte: Die gute Frau sitzt, da kann sie ja nun nix für, wesentlich über den Rand ihres Sitzes, ein Bein ist fast vollständig auf dem Gang. Das führt seit Essen dann dazu, dass Leute, die den Gang entlanglaufen, ihr ausweichen, und mich dabei anrempeln – und von mir guckt hier gar nix auf den Gang…

Das ist wirklich bemerkenswert, weil das vor Essen total entspannt war. Ich hatte die Augen geschlossen, habe vor mich hingedöst. Der Kartenkontrolleur war bereits direkt nach Abfahrt in D’Dorf da, es gab also keinen Grund, wach oder aufmerksam zu bleiben… Das hat mein Hirn wohl verstanden und sich darauf eingestellt. Seit Essen kann ich keine Minute mehr ruhig sitzen, weil ich immer wieder hochschrecke, wenn irgendwer zwischen der Dame zu meiner linken und mir den Gang entlangkommt.

Ein vergleichbares Beispiel: Gestern gab’s auf dem Hauptbahnhof in Düsseldorf eine gruselige Szenerie… irgendwer lief mit einer Axt bewaffnet durch den Bahnhof und tötete mindestens eine Person. Ich hab mich, eher aus Gedankenverlorenheit, gefragt, was das für eine Schlagzeile gegeben hätte, wenn

  1. das nicht gestern sondern heute passiert wäre und
  2. einem Berliner passiert wäre, der aufgrund des Streiks des Bodenpersonals in Berlin von Flugzeug auf Bahn umsteigen musste

Mittels dieses Gedankenspiels und der Erzählung weiter oben möchte ich vor allem an eines erinnern: Alles, was wir tun, hat Einfluss auf Menschen, Tiere und Umwelt, die wir weder planen noch vorsehen können… Wenn in Berlin Leute in den Arbeitskampf gehen, geht bei sehr vielen Leuten rund um den Globus einiges anders, als es geplant war. Das mag für manche, die dann spontan am Flughafen noch Lotto spielen statt den Flieger nach Berlin zu nehmen, total super sein, für andere könnte es alles beenden. Es ist beeindruckend, wie viel Einfluss wir auf alles um uns herum nehmen, indem wir Entscheidungen treffen, Dinge tun, Sachen nicht erledigen. Und es ist auch beeindruckend, wie wenig wir uns das bewusst machen. Wenn ich diese Anekdote einem Streikenden in Berlin erzähle und ihm damit vor Augen führe, dass er eine Mitschuld daran trägt, dass ich nicht schlafen kann – das würde mich angucken als hätte ich nicht mehr alle Nadeln an der Tanne. Und doch ist es so und nicht anders. Gleiches gilt natürlich auch, wenn wir unsere eigenen Triebe bedienen: Ob es nun der Kauf und Verzehr von Nutella ist der das Waldsterben in Südamerika durch den konstant steigenden Bedarf an Palmöl zu bedienen eskaliert, der Genuss einer mit Kork verschlossenen Weinflasche, dessen Anbau in Monokultur die Agrarbedingungen in weiten Teilen Spaniens auf Jahre und Jahrzehnte verdorben hat, das achtlose entsorgen einer PET-Flasche am Strand die sich Jahre später im Enddarm eines Buckelwals verfängt und ihm damit unsägliche Schmerzen zufügt… All dies und praktisch jede andere Entscheidung, mit der wir und im Alltag allzuoft sehr leicht tun, hat enormen Einfluss auf uns, andere um uns herum und andere ganz weit weg… Das führen sich die meisten Menschen viel zu selten vor Augen… Wollte jetzt nicht auf die Ungerechtigkeit der Welt hinweisen oder so – sondern einfach nur die Sinne schärfen… Es gibt ein tolles, kurzes, griffiges Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme, dass ich gerne an dieser Stelle zitieren möchte: „Nichts ist trivial“

Was wählen die denn da??

Ich werde das Gefühl nicht los, dass diese ganze USA-Wahl-Geschichte 2016 manipuliert ist.

Die Demokraten schicken, nachdem sie 8 Jahre halbwegs souverän und halbwegs sozial regiert haben, Hillary “lass mal noch n paar Drohnen losschicken” Clinton ins Rennen. Die disqualifiziert sich noch lange vor der endgültigen Festlegung auf sie als Kandidatin selbst indem man ihr mittels gehackter (?) Mails nachweisen kann, dass sie offenbar den Finger permanent am Abzug hat und wenig zimperlich ist, selbst im Innern. Dennoch gewinnt sie die Wahl gegen Bernie Sanders vollkommen lässig.

Die Republikaner schicken Trump ins Rennen. Der disqualifiziert sich jeden Tag aufs Neue – nicht nur politisch, sondern auch menschlich. Eigentlich gibt’s keine peer group mehr, die er noch nicht durch den Kakao gezogen hat – abgesehen von männlichen weißen Arbeitern vielleicht. Das kann man natürlich vorher wissen, insbesondere wenn man die republikanische Partei ist und abzuschätzen in der Lage sein sollte, wen man da unterstützt. Doch Trump kegelt im Vorfeld aussichtsreiche Kandidaten wie Jeb Bush, Ted Cruz oder Marco Rubio scheinbar mühelos aus dem Rennen. Heute kann man dem Mann keine zwanzig Sekunden zuhören, ohne dass man sich für ihn fremdschämt – so als Angehöriger der Gattung Mensch. Ich habe auch meine Zweifel, dass der sich von seiner Partei lenken lässt. So blöd können die Republikaner nicht sein, dass sie denken, dass Trump eine prima Strohpuppe abgeben würde.

Die Republikaner müssen doch wissen, dass sie damit keinen Stich landen werden. Sie werden hinterher hingehen und halt sagen, dass man selbst ja auch wild getäuscht wurde, dass ihnen das unendlich peinlich ist und sie ihren nächsten Kandidaten besser auswählen werden. In der Zwischenzeit wird Clinton ein halbes Dutzend Kriege irgendwo starten und die USA gegenüber NATO und Brüssel international (weiter…) in Diskredit bringen. Innenpolitisch wird sie die Divergenz, die das Land derzeit spaltet, wieder in Pre-Obama-Zeiten führen – großflächige Unzufriedenheit im Lähmungszustand statt brandherdartigem Aufruhr hier und da. Die Republikaner werden beides verwenden um nach der Hälfte der Amtszeit die Demokraten auseinanderzunehmen und einen neuen, lähmenden Kandidaten in die Spur schicken, die Hexe vom Hof zu heugabeln.
Mir stellen sich ja ein paar generelle Fragen: Wieso erst jetzt? Hillary Clinton wird gegenüber dem Volk schwieriger zu attackieren sein als Obama. Ihre internationale Härte wird noch brutaler sein (darauf stehen “die Amis”), innenpolitisch wird sie sich ungeliebte (aber nachhaltige…) Themen vom Hals schaffen oder zumindest Obama in die Schuhe schieben. Sie versammelt eine bisher stark unterschätzte Wählergemeinschaft qua Geburt hinter sich (wobei, das galt auch für Obama) und kommt aus einer politisch einflussreichen Kaste. Gut, andererseits kann man dann in 20 Jahren, wenn die Amerikaner merken, dass Pflicht-Krankenversicherungen was ganz tolles sind, sagen, man habe das nicht nur nicht verhindert, sondern Obama während dessen Regentschaft sogar unterstützt und die Themen damit befördert. Das Scheitern von TTIP, ACTA und wie sie alle heißen kann man so auch noch abwarten und den Demokraten reindrücken, solange halt noch ein(e) Demokrat(in) am Steuer sitzt. Aber so langfristig pflegen Politiker tendenziell nicht zu denken. Der persönliche und kurzfristige Erfolg ist, wenn man mal so objektiv draufguckt, oft wichtiger als die langfristige, strategische Planung. Das alleine kann es also nicht sein. Mangelt(e) es vielleicht an geeigneten Kandidaten? Ich meine klar, mit Trump hätte man Obama vor vier Jahren nicht beikommen können. Aber mit Bush durchaus. Oder mit Cruz vielleicht.

Wie gewohnt sind die anderen Parteien wirkungslos und haben durch die laufende Wahl auch nicht einen Zentimeter Land gewonnen. An dieser Stelle frage ich mich dann aber durchaus: Wieso eigentlich nicht? Also so aus der Ferne betrachtet ist, abgesehen von Bernie Sanders, kein Kandidat bei den Republikanern oder Demokraten gewesen, den man aus objektiven Gesichtspunkten hätte zur Wahl zulassen dürfen. Bei den anderen Parteien kann ich das nicht beurteilen, aber es ist kaum zu glauben, dass bei drei Parteien und einer unabhängigen Kandidatur niemand dabei sein soll, der oder die, verglichen mit Trump oder Clinton, eine Alternative darstellt? Nun ist halt auch klar, dass die anderen Parteien zu unterstützen als verschenkte Stimme gilt, was es natürlich schwieriger macht, sich dafür zu begeistern. Aber bei der Auswahl… Da lohnt doch mal ein Blick ins andere Lager?

Also mir kommt das sonderbar vor. Trump ist kein Politiker, Clinton eher so etwas wie Luzifer. Beide sind innen- und außenpolitisch eine Gefahr. Sowohl für ihre Parteien, als auch für Amerika. Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass es bei der Wahl gar nicht um Politik geht. Eher um Entertainment. Die letzten acht Jahre hatte ich den Eindruck, Politik sei durchaus die Liga des weißen Hauses. Inzwischen bezweifle ich das wieder. Ich bin wirklich gespannt, wohin uns das führt, was hier grade vorbereitet wird.

Wenn ich was ganz offensichtliches übersehen habe, freue ich mich über jede neue Erkenntnis, die ihr bei mir generieren könnt ;o)

Wacken 2016 & Brutal Assault 2016

…weil ein Festival halt nicht langt, nech… ;)

So langsam hab ich ja echt die Faxen dicke vom Schlamm. 2015 war schon literweise scheiße, 2016 hat gefühlt noch eins draufgesetzt. Lediglich das Camp war trockener.
Apropos Camp… Gegen 16:00 Uhr erreichen wir Abfahrtschilder vom W:O:A. Diese Zahl bitte merken, sie wird nochmal wichtig. Zuvor sind wir im gewohnten Rhythmus gegen neun zusammengekommen, um gegen halb elf loszufahren. Irgendwas ist halt immer, diesmal kam ein liebestrunkener Buddy, den wir für’s Wacken aus den USA haben einfliegen lassen, nicht schnell genug aus den warmen Federn seiner Liebeshöhle am Ku’Damm und hat sich im Anschluss daran auch noch verfahren. Mit dem Taxi. Details dazu verschweigen wir lieber.Wir machen uns also wie jedes Jahr um halb elf auf den Weg (keine Ahnung, wieso wir uns immer um 9 treffen, vollkommen Point-less. Haha. Das ist ein Insider ;)), halten an rund einem Dutzend Raststätten an, trinken gefühlte vier Millionen Biere unterwegs (also außer die Fahrer. 16:00 Uhr haste noch im Kopf? Recht so…), die wollen schließlich regelmäßig in die Freiheit entlassen werden. Etwas Drama beim Durchqueren von Hamburch – je länger so ein Autokorso wird, desto schwieriger navigiert es sich ohne nützliches Navi durch so eine Großstadt – wieso erfindet da eigentlich niemand was? So eine Brotkrumenbox für temporäres Graffiti auf der Straße oder so? – aber alles halb so dramatisch. Zwischen Hamburch und Wacken noch ein paar Autos an den Korso geschnallt und ab geht’s. Wie gewohnt, wenig später, Leitsystem Wacken. Kennenwa nix, fahrenwa raus. Doofe Idee. Es ist 16:00 Uhr und ab jetzt wird’s lustig. Also. Für die Beifahrer :D
Wir werden einmal im Kreis um’s gesamte Gelände geschickt, kein Feld will uns so recht aufnehmen. Dann stellt man uns auf ner Straße ab, die nächsten zwei Stunden passiert: Gar nix. Gut für uns Beifahrer, im Stehen trinkt es sich viel entspannter. Dann geht’s wieder n bissl voran, wieder vorbei an unzähligen Ordnern vor sichtbar unbefüllten Campingfeldern. Es ist frustrierend. Die Nerven werden angespannter, die Häute dünner, erste wüste Drohungen mit Rechtsbeistand machen die Runde – als wir um 23:45 endlich auf ein Camp gelassen werden. R2 heisst es. Die 2 darin steht für „nicht auf der Map zu finden, Du wirst schon wissen, wie Du nach Hause findest“

Naja, wir haben reichlich Platz für unser Camp (22 Leute oder so? Das ist mal gar nicht soooo leicht abzuschätzen, wieviel Platz die brauchen), bauen gemütlich auf. Bändchen holen am Mittwoch, Biergarten: Fehlanzeige. Also Bierchen im Zelt, Fluchen auf echt hohem Niveau über Wacken’sches Organisationsmismanagement und kuscheliges in-die-Nacht-gleiten auf Zeltplatz R2.
Zeltplatz R2 hat übrigens am Eingang (Gott sei dank…) zwei Ballons hängen. Und ne Gummipuppe.

Donnerstag steht wie gewohnt ganz im Zeichen von: Jägermeister. Und oh mein Gott gibt’s davon viel dieses Jahr. Haben die Leute wohl was wichtiges gelernt letztes Jahr :D
Der Tag dümpelt so vor sich hin, der Regen ist weitgehend verschwunden und wird auch im Laufe des Wochenenendes eher so „immer wieder mal kurz“ auftauchen. Aber: Er war offenbar am Montag da. Und am Dienstag. Und am Mittwoch. Mitbekommen, was das bedeutet, werden wir erst am Donnerstag Nachmittag.
Entspanntes Ziel: Foreigner. Wir laufen sehr großzügig los, ahnen bereits (und haben läuten hören…), dass sowohl die Zugangswege als auch die großen Plätze wieder mal nur aus halbwegs flüssiger Kuhkacke bestehen… Und so ist es auch. Es deutet sich wieder an: Ein langes Wochenende voller steckengebliebener Stiefel, halsbrecherischer Hüpf- und Rutschmanöver und dem konstanten, gar nicht mal wirklich unterschwelligen, aber doch irgendwann wegignorierbarem Geruch enddarmgeprüfter Kuhnahrung… Yay. \o/.
Gut, wie dem auch sei: Festivalbändchen holen, Wacken Full Metal Bag holen und – wegschmeißen. Das war ne ziemlich coole Nummer: Wacken vergibt ja jedes Jahr sone Stofftaschen, ähnlich wie Turnbeutel, mit allerlei Giveaways drin: ’n Kuli, ne Wasserflasche, Werbeprospekte, n One-Way-Regencoat etcetcetc. Dieses Jahr waren Rucksäcke und Taschen aber aufgrund akuter Terroranschlagsbefürchtungen auf dem gesamten Wacken Festivalgelände verboten. Nun muss man von R2 aus, wenn man weiß wo es ist und Glück hat, dass der Klärschlamm einen nicht verschluckt, rund ne halbe Stunde laufen, bis man bei der Bändchenausgabe steht. Diesen Weg müsste man also wieder zurück laufen, um das FMB zum Camp zu bringen. Oder man scheißt drauf und wirft es direkt neben der Ausgabe in den Müll. Kurz das Regencape rausgezuppelt und ab damit in die Tonne. Für unsere Erstlinge geht das natürlich nicht, die haben ihre FMBs in einen Schließfachcontainer vor dem Gelände eingeschlossen. Das, liebes Wacken, war wirklich eine Glanzleistung an Organisation. Geben eine eigentlich manchmal ganz nützliche Tasche mit allerhand Krimskrams aus – und verbieten den Leuten dann damit den Zugang zum zehn Meter entfernten Festivalgelände. Idioten. Muss echt mal gesagt werden. Ich könnte jetzt n Ausflug machen zu „Terror, Prävention, wichtig und so“, mach ich aber nicht. Prävention für Regentage wäre ja auch wichtig, da fällt denen ja auch schon nichts intelligentes zu ein – warum also sollte das bei der Full-Terror-Bag anders sein…
Also rein (anstehen dauert wg. Terror auch länger als sonst) und um Gottes Willen: Männer, stellt eucht NICHT in die Frauenschlange. Und Frauen: Stellt euch NICHT in die Männerschlange. Die Ansage kommt ne gefühlte Stunde, die wir da in der Line stehen, im Minutentakt. Da fragt man sich: Machen das im Minutentakt Menschen falsch, oder ist das auch eher so eine Präventionsmaßnahme? o0
Egal. Foreigner sind Spitze, die ganzen alten Säcke aufm Wacken kennen die Songs natürlich alle und gröhlen mit was das Zeug hält. Nach Foreigner: Whitesnake. Am Wochenende vorher noch gelernt, dass man im beschaulichen Manchester bei Whitesnake-Songs das Wort „love“ durch „knob“ ersetzt. Nun kann man wissen, dass Whitesnake eine Megaschnulzenband ist – praktisch jeder Song handelt von knobs. Das Wochenende ist noch in den Gliedern, also brülle ich aus vollster Lunge regelmäßig Vulgaritäten über’s Wacken Infield. Toll gemacht Luke ;p
Nach Whitesnake dann Iron Maiden – der Headliner. Sie spielen das gleiche Set wie auf der Tour – das macht sie etwas berechenbar, aber das sind Iron Maiden ohnehin. Ich find sie spitze, auch wenn sie hier und da etwas mit dem Sound hadern. Zu „Blood Brothers“ sind wir schon vor dem Infield und wackeln langsam zurück ins Zelt – gemeinsam mit allen anderen das Infield verlassen ist erfahrungsgemäß mühsam…
Nur ein bisschen verlaufen wir uns, laufen einmal um V herum, kommen aber letztlich mit nur wenig Verzögerung sicher im Zelt an. Feierabendbierchen, Abgang.

Freitag. Es ist schon Freitag o0. Ja, wenn der Mittwoch so weggesogen wird vom ewigen dumm-herumstehen, kommt der Freitag immer irgendwie schneller als normal… Freitag also. Geplant: The Haunted. Auftritt? 11:55 Uhr. Ein kurzer Blick auf die Uhr, schallendes Gelächter. Gut, was war danach? Eluveitie. 18:30 Uhr. Ja, DAS ist doch mal was realistisches. Bis dahin gammelt es sich auch super im Camp. Als wir dann zu Eluveitie runtergehen, nehmen wir Manu mit. Der hat bis dato noch kein Festivalbändchen, wir sind ein großer Mob – was kann da schiefgehen? Rund 15 Leute schaffen es, die halbe Stunde durch haarige Schlammgassen hindurch zusammen zu bleiben – nur einer geht verloren… Es hilft alles nichts, Eichhörnchen sind zugegebnermaßen ein adäquates Ablenkungsmanöver. Manu hat sich übrigens an dem Tag durchaus sein Bändchen geholt. Und ist dann ohne aufs Infield zu gehen wieder zurück ins Camp gegangen. Gerüchten zufolge hat er weder am Freitag noch am Samstag einen weiteren Versuch unternommen, im Infield ne Band zu sehen.
Naja. Wir gehen jedenfalls zu Eluveitie aufs Infield – die sind wie immer lustig und machen spaß. Dann teilt es sich – Bullet For My Valentine oder Orphaned Land ist die neue Frage: Wir gehen zu Orphaned Land. Die sind okay, aber jetzt auch nicht übertrieben gut. Aber es ist im Zelt, dort ist die Stimmung im Allgemeinen immer etwas kompakter. Hinterher wieder raus, bei den letzten Klängen von Tarja diffundiert unsere kleine Gruppe fort. Blind Guardian schicken sich an – sie starten für mich ungewöhnlich schlecht, ihre Setlist vermag meine Müdigkeit nicht zu besiegen. So verlasse ich das Infield nach rund fünf Songs bereits und mache mich auf den beschwerlichen Weg ins Camp. Diesmal auf mich gestellt laufe ich auch prompt am Eingang vorbei – extramiles kann man auf dem Wacken leider nicht gutschreiben. Schade, schade. Aber immerhin: Je länger man dafür gelaufen ist, umso glücklicher kommt man dann letztlich im Camp an und ist froh, endlich in seinen gemütlichen Schlafsack auf der gemütlichen Matratze liegen zu können… Natürlich ist aber noch jemand wach im Camp, so zischen wir noch ein, zwei Bierchen, bevor’s in die Heia geht.
Samstag. Wieder so ein frühes, mögliches Konzert: Dragonforce. Wann spielen die? 12:10 Uhr. Wieder schallendes Gelächter. Na gut, aber dann Symphony X. Das klappt auch. Von dort aus wandern wir, ich hab zwei Ersties bei mir, kurz über den Metalmarkt und dann direkt zu Devildriver. Die sind ne bekannte Größe und gewohnt gut, ich bin trotzdem übertrieben müde und mag eigentlich nur noch ins Bett ;)
Nach Devildriver wandern wir etwas übers Wackinger und gehen zu Callejon wieder aufs Infield. Nicht mein Fall und es ist auffällig, dass der Song, der die Massen am ehesten zu bewegen vermag, ein Cover von den Ärzten ist. Ich weiß nicht, wie wohl ich mich dabei fühlen würde, wenn meine Fans zu meinen Coversongs mehr abgehen würden, als zu meinen eigenen. Ich glaub, da hätte ich recht zügig Identitätsprobleme ;)
Nach Callejon zuckeln wir aufs Wackinger, die für mich letzte Band ist angekündigt: Elvenking. Auf die warte ich ehrlich gesagt schon recht lange, hab sie noch nie live gesehen, einige male waren sie für Gigs in Berlin angekündigt, haben (oder wurden?) dann aber abgesagt. Darauf habe ich mich also in der Tat sehr gefreut. Und es hat sich sehr gelohnt – live stehen die ihren Studioaufnahmen in nichts nach. Die Setlist ist recht kurz, die Überlegung, doch noch zu Twisted Sister zu gehen ist sowas von nicht realistisch… also Rückweg, kniehohe Kuhkacke, du wirst mir nicht fehlen…
Der Rest ist gewohnt unspektakulär – bissl Schlafen, bissl Autofahren, Truck austouren, fertig. Es hat schon was routineartiges. Aber: Schön wars. Wie immer. Wacken ist schon was besonderes. Neue Tickets bestellt? Nein. Erstmal abwarten. Aber allgemein ist die Euphorie dafür stark begrenzt, wir denken so in kleineren Grüppchen schon über Veränderungen nach…

Apropos Veränderungen: Mit Ende dreißig ist es wohl an der Zeit, mal den Aufstand zu proben und an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden auf zwei unterschiedlichen Festivals rumzugammeln. Gedacht, getan: Brutal Assault 2016 steckt nun ebenfalls in unseren Knochen. Von den Wackenfahrern hat sich nur eine seeeeeeehr überschaubare Menge von vier Nasen dazu durchringen können, zusätzlich hatte wir einen Festival-Frischling mit in Tschechien. Ach ja Tschechien: Brutal Assault findet statt auf der Burg Josefov in Jaromer – ein kleines Städtchen, rund 150 Kilometer östlich von Prag. Da das Festival tatsächlich IN der Burg stattfindet, hat mich im Vorfeld die Atmosphäre sehr gereizt. Und das kann ich schonmal vorweg nehmen: Das hat sich vollständig bewahrheitet. Die Atmosphäre WAR der Hammer. Doch der Reihe nach. Bereits auf dem Wacken machen wir erste Planungen. Wann abfahren? Dienstag abend schon? Mittwoch um 5? Wann wollen wir da sein? Wie lange fahren wir? Und überhaupt: Wo liegten das?
Letztlich finden wir uns Mittwoch früh, gegen 7:45 Uhr, auf einem Rastplatz an der A13 zusammen und starten in dieses kleine Abenteuer. Nur wenige (ausgewählte) Stops braucht es, bis wir ohne größere Sorgenfalten Jaromer erreichen. In Jaromer deutet zunächst NICHTS auf ein Festival hin. Sieht aus wie ein mehr oder weniger nettes Städtchen in Tschechien. Noch haben wir zwar 400 Meter auf dieser Straße, eine rechts, dann nochmal 300 Meter zu fahren, aber so ein klein wenig sind wir von Wacken aus gewohnt, dass wir bereits vier Orte vorher via Leitsystem auf unsere zugewiesenen Plätze verwiesen werden. Doch nichts. 400m weiter, rechts rum – da endlich taucht etwas auf. Auf einem Plakat an einer Hauswand prangt der Doppelkopf-Adler des Festivals. Und so ganz langsam kommen uns auch die von Metal-Festivals bekannten schwarzgekleideten Kuttenträger entgegen. Wir ahnen schon: Hier sind wir richtig ;)
Da alles recht klein und beschaulich ist finden wir irgendwann auch „unseren“ reservierten Parkplatz, wollen rauffahren…doch Halt. Ein Ordner wirft sich todesmutig zwischen uns und den Parkplatz. Zeigt in die Fahrtrichtung und murmelt etwas auf tschechisch. Vermutlich eine wüste Beschimpfung. Wir fahren also weiter. Irgendwann kommt wieder ein Parken-Schild – fahren wir halt hier rein. Sieht aber mehr so aus, als wäre das kein Parkplatz im engeren Sinne. Hat eher was von Parkstraße. Bezahlt haben wir für was anderes… Also wieder zurück zum Ordner. Der ist amüsiert uns zu sehen., schickt uns wieder in die andere Richtung. „one Kilometer“ sagt erst. Okeeeee, wenn er meint. Fahren wir also wieder hin. Passieren die Parkstraße. Irgendwann tauchen recht unscheinbar zwei Ordner auf der Straße aus. Die machen genau gar keine Anstalten, uns anzuhalten – einen Parkplatz sehen wir indes hier auch nicht. Stutzig fragen wir mal nach. Ist das hier unser Parkplatz? Der arme Kerl spricht nicht nur kein deutsch, nein, der spricht auch kein Englisch… Wie gut, dass wir Ausdrucke unserer Parktickets beihaben. So verständigt man sich mit Hand und Fuß. Wir erhalten Parkkarten. Yay. Mit denen fahren wir wieder zurück wo wir herkamen, über die Brück, erste Rechts – da ist dann „unser“ Parkplatz. Sind wir vorhin dran vorbei gefahren. Das ganze System hat was von Kolonnenbildung – ohne rechte Struktur, wenn ich ehrlich bin… Auf dem Parkplatz gibt’s das erste von vier (sic!) Bändchen an diesem Wochenende: Das Parkenbändchen. Gott sei Dank parken direkt neben uns ein paar Metalheads aus Dresden, die reden uns mal direkt aus, gar nichts mitzunehmen wenn wir unsere Campen-Bändchen abholen wollen. Man erhält die Bändchen und kann dann direkt daneben aufs Camp rollen – wenn man da schon Zelte beihat, kann man die schon aufbauen und alles ist im Fluß… Machen wir also genau so. zu Fuß dauert die Strecke vielleicht 20 Minuten – aber gefühlt sind das Stunden. Das Wetter ist angekündigt mit „bis Samstag Nachmittag ist Regen ist Penner“ – das stimmt so nicht. Wir haben im Gegenteil sogar Glück, können unser Zelt im Trockenen aufbauen. Wir können es zwar dank lehmigem und steinigem Untergrund nicht fixieren, aber es steht. Noch ein paarmal hin zum Auto und zurück, dann steht das Camp. Wir gucken uns mit nicht wenig Neugier um – wir sind praktisch das einzige Camp mit Pavillon. Alle anderen Zelte stehen dicht an dicht. Zwar haben wir den Eindruck, dass wir für den Extra-Platz bezahlt haben, aber wir ahnen schon, dass wir das nochmal werden diskutieren müssen… Und so kommt es auch. Unser Camp ist ein sogenanntes „VIP-Camp“, wir haben ein zweites Bändchen, Zäune, eigene sanitäre Einrichtungen und Ordner. Einer dieser Ordner kommt zwischendurch mal rumgeschlendert und sagt „Das Pavillon geht nicht. Das ist nur erlaubt, wenn ein Zelt drunter steht. Das muss weg“. Wir können die Dame davon überzeugen, dass wir für den Platz bezahlt haben, damit ist das Thema für den Rest des Festivals erledigt. Nachdem alles steht machen wir uns direkt auf zu Devildriver – erste Band auf der Liste am Mittwoch. Zuvor kommt aber natürlich noch Bändchen Nummer 3: Das Festivalbändchen. Heute mit RFID-Chip. Zum Ein- und Ausloggen vom Gelände – aber auch zum Bezahlen. Irgendwie cool. Irgendwie auch wieder nicht. Praktisch halt, weil man nicht permanent mit Cash hantieren muss. Andererseits braucht man das Cash eh, um den Chip aufzuladen – jedenfalls ist das der leichte Weg. Naja. Für dieses Bändchen stehen wir endlich mal auch ne Weile an – rund eine Stunde im Dauerregen. Macht nix – Regencapes und Bier erheitern uns diese Stunde… Direkt vor uns bemerkt einer erst als er dran ist, dass er sein Ticket verloren hat (und neu wird ausdrucken müssen…) – das ist doof gelaufen und echt verschenkte Zeit… Bei uns läuft alles problemlos – Bändchen holen, Geld aufladen, rein und: Devildriver. So wirklich viel bekommt man von der Burg zu dem Zeitpunkt gar nicht mit – ist halt Musik vorne. Die spielen das selbe Set wie aufm Wacken – macht aber nix, war ja n Gutes :D
Es folgt ne Futterschlacht, ein bisschen Kennenlernen der Umgebung, anschließend gibt’s, während Dying Fetus Lärm produzieren, unser viertes und letztes Bändchen: Das Natural Stand Bändchen. Das ist eine echte Besonderheit vom BA: Direkt gegenüber der beiden großen Bühnen ist eine natürliche Erhebung. Vielleicht 6-8 Meter an niedrigster Stelle, nach hinten immer höher wachsend – wie ein natürliches Stadion. Von diesem Stand aus hat man natürlich hervorragende Sicht auf die beiden nebeneinander stehenden Bühnen (und manche Jägermeisterflagge…). Absolut cool gemacht und mit Abstand der Ort, auf dem wir die meiste Zeit verbracht haben während des BA. Zu Mastodon stehen wir da schon ziemlich souverän rum, direkt danach geht’s aber ab ins Bettchen für uns – die Fahrt ist anstrengend gewesen und morgen ist auch noch ein Tag.

Und für den ist abends Dark Tranquillity angekündigt… Wir beginnen aber etws vorher mit The Black Dahlia Murder, gefolgt von Ihsahn. Natürlich beide vom Naturals Stand aus :D Danach möchte Heike gerne zum Meet & Greet von Dark Tranquillity. Machen wir. Stehen am Ende sogar ganz vorne und nehmen verwackelte Fotos mit :D
Noch ein bisschen Hin- und Hergelatsche, dann spielen Dark Tranquillity. Im Zelt. Das ist quasi die drittgrößte Bühne. Und der Bereich vor der Bühne ist so voll, dass die Menschen seitlich unten hinten aus dem Zelt platzen. Versteht keiner, wie die Leute vom BA sich so verschätzen konnten, aber hier war der Bereich vor der Bühne definitiv nicht adäquat bemessen. Macht aber nix – wir sind früh genug da und sehen einen tollen Gig. Also. Ich sehe nicht so viel, ist halt voll :D
Hinterher noch ein klitzekleines bisschen Parkway Drive – nicht mein Fall und so ergebe ich mich meiner Müdigkeit.

Der Freitag beginnt entspannt mit Septicflesh, es folgen komische Bands wie „Raised Fist“ und „Obituary„. Während Terror spielen, machen wir ne Essenspause, um pünktlich zu Coroner wieder auf dem Stand zu stehen. Coroner fackeln ein gewohnt gutes Konzert ab, ich mag die Jungs einfach. Obgleich sie aus der neutralen Schweiz kommen, lassen sie es sich nicht nehmen, die mögliche Präseidentschaft von Trump mit einem „hopefully not“ zu quitieren :D.
Es folgen die psychedelischen Kuschelrocker von Moonspell und die leicht düsteren Satyricon bevor der Headliner des Festivals aufspielt: Arch Enemy. Alyssa kommt meiner Meinung nach langsam an bei Arch Enemy, sie wirkt nicht mehr so ganz wie ne Ein-Frau-Show wie noch zu Beginn ihrer Zeit bei AE. Dadurch wirkt das ganze Konstrukt auch wieder viel stimmiger und ich kann mich langsam dran gewöhnen, die Angela-Songs auch von ihr zu hören. Der neue Kram passt nebenbei bemerkt ganz gut zu ihr, da macht AE schon das Optimum draus, die Kreationen um ihre Sänger zu stricken. Unearth skippen wir, Bierchen, Bierchen, Bettchen.

Am Samstag verlassen uns unsere drei Mitstreiter, wir bleiben aber noch. Wir bauen am frühen Nachmittag das Zeltlager ab, tragen alles zum Auto. Ziel ist, bis Insomium im Infield zu sein und nach Behemoth nach Hause zu fahren. Genau so machen wir das auch – wenngleich Insomnium auf mich die gleiche Wirkung hat wie jedes mal, wenn ich die Live sehe: Plöt! Die Zeiten dazwischen nutzen wir natürlich, um unsere RFID-Chips zu entladen – als Wechselwährung gegen Getränke und Nahrung ;D
Als Kirsche auf der Sahne spielen noch Behemoth auf. Bereits während der vergangenen Tage sind regelmäßig die sogenannten Nazgul auf den hohen Bereichen der Burg rumgerannt: Dunkle Gestalten mit tiefen Kapuzen und Schnabelmasken. Sie geben der gesamten Szenerie etwas unheimliches, mystisches. Zu Behemoth passen sie natürlich noch besser als zu allen anderen… Mit ihnen wirkt das Konzert gleich noch dunkler, satanischer. Behemoth ihrerseits brennen wieder mal alles nieder – ihre Show ist einfach gigantisch und atemberaubend.
Nach Behemoth machen wir uns auf den Rückweg. So etwa 5 Stunden Autobahnfahrt durch die Nacht. ToiToiToi, alles ist gut gegangen.

 

Was bleibt also von diesem seeeeeeehr langen Wochenende auf Wacken und Brutal Assault? Die Erkenntnis, dass man Bands auch mal skippen kann. „Seh ich aufm BA. Sind aufm Schiff. Hab ich aufm Wacken gesehen“. Klappt total super :D
Was wir nächstes Jahr machen? Mal sehen. Wacken wohl nicht. Sicherlich irgendwas Festivalartiges. Vielleicht was mit echtem Bettchen oder so? Vielleicht auch was gemischtes. Breeze ist in der Auswahl. Sicher auch das Force. Metalfest geht irgendwie immer. Mal sehen. Noch ist nichts entschieden. Vielleicht landen wir ja am Ende doch wieder auf dem härtesten Acker der Welt :D

Ihr wolltet das doch so…

Muss mich mal wieder auskotzen…

1.: Neulich las ich etwas, dass mich schon irgendwie geschockt hat. Offenbar gibt’s in der “gebildeten Klasse” der USA – das sind im Wesentlichen die mit Collegeabschluss – nicht genug Männer, was dazu führt, dass viele Frauen dieser Klasse einsam und allein sind.

Ach was.

Den Autor scheint das dennoch zu überraschen (ist halt Amerikaner, die haben noch länger den Kopf im Arsch als die Europäer), dabei ist es ganz offensichtlich: Seit Jahrzehnten indoktrinieren Frauen, dass Mädchen in der Gesellschaft wie Scheiße behandelt werden. Diese Frauen kämpfen an vielen Fronten (ganz viele davon finde ich richtig und wichtig, nur falls das hier anders verstanden werden will oder wird) und schießen gelegentlich übers Ziel hinaus. Das hatte ich früher schon angemerkt.
Ich habe in der Vergangenheit endlos viele Studien und Beiträge von mehr oder weniger ernstzunehmenden Menschen gesehen und gelesen, die sich so im Allgemeinen mit dem Schulsystem befasst haben. Egal ob dem deutschen, dem europäischen Minimalstandard oder dem amerikanischen. Alle eint, nicht unbedingt als Kernaussage aber auf jeden Fall im Kontext, die Ansicht, dass Schulsysteme dieser Welt für Mädchen gemacht sind. D.h. Mädchen schneiden in der Schule besser ab. Prinzipiell und aus elementaren Gründen des Systems, dem die Schüler halt zwangsunterworfen werden. Das war auch meines Wissens nach nie anders, lediglich im Anschluss daran hat sich was verändert in der Gesellschaft: Früher sind die Jungs mit ihren Abschlüssen halt weitergezogen, haben was gelernt, Karriere gemacht und so weiter und so fort. Heute sitzen diese Jungs im Wesentlichen in den Führungsetagen derjenigen Firmen, denen Staaten inzwischen Frauenquoten aufzwingen, damit sich das mal ändert. Heute, und das geht ja schon ein paar Jahre so (sexuelle Revolution und so…), tendieren Frauen eher dazu, aus ihrem Potenzial im Allgemeinen und ihren Vorteilen im Schulsystem im Besonderen was zu machen. Das mag Klischeehaft klingen, aber jede ernstzunehmende wissenschaftliche Arbeit bestätigt das ja: Heute lassen sich die Mädels nicht direkt am Ende der Mindestschuldauer schwängern und leben fortan glücklich als Hausfrau – nein, heute beteiligen sie sich aktiv an der Familienplanung und –verwirklichung. Im Kontext bedeutet das, dass sie eben eher mal noch n paar Jahre College dranhängen und “was anständiges lernen” – eben etwas, dass diese leistungsorientierte Gesellschaft belohnen wird statt “nur” die Kinder großzuziehen.

So, und nun gehen wir mal los und prüfen, was passiert, wenn eine subventionierte Gruppe in einem beliebigen System entscheidet, die gegebenen Vorteile voll auszuspielen. Richtig, sie dominiert das System fortan. Aber statt das zu ändern und endlich mal auf die Idee zu kommen, dass dieser radikale Feminismus hie und da am Ziel vorbeiballert, wird lamentiert, dass die Kerle einfach zu blöde sind.
Ich will gar nicht erst den Kontext eingehen, dass es offenbar sowas wie “Klassengrenzen” gibt, über die hinaus Frauen sich nicht binden (wollen). Das tun Männer heute auch, ist aber ebenso sozialisiert: Früher (sigh) hat diese Gesellschaft Männer nicht verachtet, die sich jemanden zu Frau nehmen, die lediglich Hausfrau und Mutter sein möchte. Heute ist das eher ein gesellschaftliches Tabu – und zu teuer nebenbei bemerkt. Wie viele Männer des “Mittelstandes” verdienen bitte genug Geld, sich, eine Frau und mindestens ein Kind zu finanzieren. Ich kenne nicht einen (das muss jetzt nix bedeuten, ist aber halt der Referenzwert, den ich mal so heranziehen muss). Das Leben ist einfach teurer geworden – bisweilen unerschwinglich. Und ja, die Familie muss selbstverständlich immer die neusten iPhones haben (auch sone Sozialisationssache)…

 

2.: Ihr behämmerten Radfahrer, die ihr
– morgens um 7, bei leichtem Nieselregen, auf einer Hauptstraße, bei Vorhandensein eines halbwegs gut befestigten Radweges, auf der Straße fahrt. Ihr seid für Autofahrer nicht zu erkennen. Auf den Windschutzscheiben der Autos, die ihr wahlweise mit Dunkelheit überrascht oder mit blitzlichtartigem Geflacker eurer LEDs blendet, befinden sich diverse Sorten Regenwasser, dazu sind Laternen an, Gegenverkehr, Autos vor uns und hinter uns, vorne geht die Sonne auf, hinten ist Dunkelheit. Und plötzlich taucht ihr aus dem Nichts auf. Das könnt ihr so machen, seid dann aber, unter diesen widrigen Bedingungen, ebenso gefährdet wie jedes Auto, dass um die Uhrzeit ohne Licht fährt. Oder wild bremst oder dergleichen Unfug macht.
– mitten in der Nacht, schwarz gekleidet, ohne irgendein Licht am Rad, durch Wilmersdorf fahrt. Und euch dann noch aufregt, wenn ihr nicht gesehen werdet…

 

3.: Ihr blöden Tussies, die ihr darüber weint, dass die Männerschaft nur noch aus verweichlichten Hipstern und Mädchen mit Bart bestehen: Die Generation eurer Eltern wollte das so. Beschwert euch bei denen, nicht bei den Männern. Und überhaupt: Es ist EUER Beuteschema, dass diese Erkenntnis immer wieder mal an die Oberfläche spült. Wenn ihr jemanden wollt, der wie ein Sänger aus ner japanischen Popband aussieht, dann bekommt ihr auch so jemanden. Das der sich dann aber wie Barney Geröllheimer verhält und euch die fettesten Dinosaurier fängt, is eher unwahrscheinlich. Wenn ihr euch nur noch von Äußerlichkeiten leiten lasst bei der Auswahl eurer Triebventile bekommt ihr halt, wonach ihr Ausschau haltet. Oh und: Wenn ihr euch wie blöde Ziegen aufführt, werdet ihr von Männern, denen es wichtig ist, euch ein guter Partner zu sein, eben nicht ins Auswahlfeld geführt. Ist so. Wald, Rufen, etc… (kam mir hoch in unzähligen Situationen, jüngst wg. http://www.smsvongesternnacht.de/sms234581)

 

4.: Ihr blöden Makler könnt euch ma bitte abgewöhnen, die Hinkefüße in euren gammeligen Wohnungen in der Beschreibung zu verheimlichen in der Hoffnung, dass die Leute, die da kommen, dann eben einfach akzeptieren, dass die Bude kein Dach hat oder n Yeti im Bad wohnt. Immerhin haben die Idioten ja schon ihren Job gekündigt und ihr soziales Leben geopfert um diesem unwirklichen Terminwunsch zu entsprechen. Den ihr natürlich auch nur einfordern könnt, weil für euch in Berlin grad mal die Sonne scheint – das hat die Berliner Führungsriege in den letzten Jahrzehnten nämlich super hinbekommen, dass jetzt, wo die Stadt plötzlich n Renner ist bei der digitalen Boheme, nicht genug bezahlbare Wohnungen für alle da sind. Aber ihr wisst ja: Es kommen auch wieder üblere Zeiten für euch…

 

5.: Ihr Arschgeigen von der Post. Wenn ihr den Job mit den Paketen nicht machen wollt (jedes mal muss ich, während ich ne halbe Stunde in einer Line warte, von irgendwo hören, dass eigentlich jeder an diesen Schaltern Banker ist und diese Schalterscheisse nur macht, weil’s halt zur Stellenbeschreibung passt), dann lasst es halt. Macht eure Bankgeschäfte gefälligst an einem separaten Ort, dann lässt sich das auch ideologisch besser auseinanderhalten…
Und wenn ihr’s dann schon macht, dann hört auf in die Briefe zu gucken, in denen ihr Bargeld vermutet; hört auf, Briefe einfach wegzuschmeißen; hört auf, statt Pakete zuzustellen einfach Benachrichtigungskarten einzuwerfen; hört auf, die einzigen auf der Liste der Orte, die man zwangsläufig regelmäßig aufsuchen muss, zu sein, die ihre Öffnungszeiten in Bereichen haben, in denen andere arbeiten müssen. Jede beschissene Tante Emma Laden hat inzwischen von 8 bis 20 Uhr offen, nur ihr nicht – 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Echt jetzt? Ich kann nicht jedes Mal den Job kündigen, nur weil ihr mal wieder ne Zustellung an eine Packstation nicht auf die Ketten bekommt und das Ding in ne Filiale umleitet…

 

6.: Ihr Schwachmaten von Mitterechts… Nicht Asylanwärter sind euer Problem, sondern infrastrukturelle Vernachlässigung eurer [nötigsten] Bedürfnisse. Ja, die Regierung™ scheißt auf euch – das ist messbar. Das bedeutet für euch aber nicht, dass ihr Asylbewerberheime anzünden müsst oder gar solltet. Ihr lasst eure scheiß Aggressionen an Leuten aus, die aus ihrer Heimat (einen Begriff, den ihr ja gerne überstrapaziert – dessen Bedeutung ist euch als offenbar klar…) fliehen weil sie von dort vertrieben werden. Sie haben Angst. Um sich und ihre Familien. Klar freuen die sich auch, dass man hier Geld verdienen kann. Das ist im Wesentlichen der Grund, warum sie sich nicht einfach in ne Ecke setzen und sterben. Fakt ist: Da wo sie herkommen gibt’s nix. Nix zu arbeiten, kaum was zu essen, nix zu trinken – dafür Krieg, Terror, Despoten und Unruhen. Das sind Zustände, die euch über den Verstand wachsen, das ist mir klar – ihr seid ja gefangen in dieser Zwischenwelt. Nix zu arbeiten, den ganzen Tag nur Idioten um einen herum hängt ihr dann vor der Playsie und seid gefrustet, weil die Arbeitsagentur schon wieder n Arbeitsangebot rumschickt, mit dem ihr nicht binnen einer Woche aus den Schulden seid.
Ihr seid das hässliche Arschgesicht der Regierungsbemühungen der letzten dreißig Jahre, unter dem Vorwand des Wunsches nach Vollbeschäftigung das Sozialsystem weitgehend abzuschaffen. Das ist schon klar. Aber der Frust, den ihr darüber vollkommen zurecht habt, muss an die Verursacher gerichtet sein. Und ihr überschätzt die Macht von asylsuchenden aus Kriegsgebieten, wenn ihr meint, die wären das.
Und ja, vielleicht schere ich euch damit allzu leicht über den selben Kamm – das mag wohl sein und der eine oder andere von euch wird andere Gründe haben, Asylsuchende im Speziellen oder andersartige im Allgemeinen abzulehnen – notfalls auch mit Waffengewalt oder wenigstens im pöbelnden Mob stehend, Fahne zeigend. So eine Gehirnblutung oder n schwerer Schlag auf den Kopf kann da sicherlich auch zu beitragen, dass man so intolerant und asozial drauf ist. Aber auch für euch gilt: Es ist eure Welt, wir anderen Leben nur darin. Und weil das so ist, ist es eben auch an euch, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wenn ihr glaubt, dass gelingt, indem ihr mehr oder weniger wahllos Plattitüden von Rechtsaußen nachblubbert oder irgendwo Feuer legt – dann empfehle ich dringend mal eine Reise nach Syrien zu buchen – da könnt ihr euch dann selbst ein Bild von dem Ausmaß dessen zu machen, was es bedeutet, der Heimat beraubt worden zu sein. Ich bin fest überzeugt: Für One-Way-Tickets für euch findet sich ne ausreichend potente Crowdsourcingkampagne… Dann könnt ihr zwischen Kinderleichen und Bombensplittern in Ruinen von Lehmhäusern eure scheiß ideale Welt basteln – müsst nur ab und an den Kopf einziehen wenn euch die bewaffneten Milizen zu Gesicht bekommen und auf euch ballern…

 

7.: …und wo wir grade beim aktiven Outsourcen von Randgruppen sind: Liebe Daumenschraubenanleger vom Rundfunk, geht doch bitte gleich mal mit.
Oder, das fände ich fast noch besser: Macht doch mal ein Programm, zu dessen Bezahlung sich nicht bei gefühlt 100% der Bundesbürger die Nackenhaare aufstellen. Noch besser wäre, ihr würdet die Menschen entscheiden lassen, ob und wie viel sie für euren geistigen Durchfall zu zahlen bereit wären. Ihr beruft euch gerne auf eure hoheitliche Aufgabe, unabhängiges Berichtswesen zu sein – wäret ihr das, wäre der allgemeine Widerstand gegen euch vermutlich gar nicht mal so hoch (und die Aussicht auf freiwillige Beiträge sogar noch viel höher). Stattdessen ist er so hoch, weil ihr etwas anderes seid: bequeme, veränderungsresistente Relikte aus Zeiten des kalten Krieges. Akzeptiert es doch bitte mal, es ist wirklich und endlich an der Zeit: Ihr seid, in dieser Form, nicht mehr zeitgemäß.

 

8.: Ihr parkenden Berliner… Seitdem ich in Wilmersdorf wohne geht mir mal wieder n Licht auf, wie schlimm ihr seid. Ihr sucht selbst oft ewig nach einem Parkplatz in dieser Stadt, die so wenige davon hat, dass euch die Misere klar ist. Und dann, wenn ihr mal die Möglichkeit habt, parkt ihr, als ob’s das Problem gar nie gegeben hätte. Immer genau so, dass selbst wenn bequem Platz für zwei ist, da sonst keiner mehr parken kann. Neulich hat mich ne Nachbarin drauf angesprochen. Sie meinte “Ich park da jetzt auch mal so, normalerweise bekommt man ja hier keine Parkplätze, weil andere so parken”. Ist sicherlich nicht wörtlich wiedergegeben, aber annähernd. Der Widerspruch ist ihr jedenfalls nicht umgehend aufgefallen… ich wiederhole: Sie sprach mich an. Offenbar hat sie meinen Blick bemerkt, den ich ihr zuwarf, als sie aus ihrem soeben abgestellten SUV ausstieg, der zwei sehr bequeme Parkplätze belegte, und fühlte sich dadurch genötigt, sich zu rechtfertigen.
Ich lebe in einer Gegend, die eigentlich eher irgendwie großfamiliär ist – klassischer Berliner Kiez halt. Aber dieses Verhalten legen sie fast alle an den Tag (und nein, ich nicht, ich parke immer so sparsam wie möglich – notfalls auf die Gefahr hin, morgens dann wie n blöder kurbeln zu müssen um wieder rauszukommen…)

Wacken 2015 – Von Monsunen und zurückgelassener Unterwäsche

Uiuiui. 2012 Gab’s in Wacken schonmal Regen – aber zumindest wurden wir zum Zeitpunkt des Aufbauens davon verschont. Nicht so dieses Jahr. Wacken 2015 liegt nun also hinter mir und uns, und es ist aus vielen Gründen ein außergewöhnliches Wacken gewesen – allem voran deshalb, weil ich das erste mal mit meiner Herzdame Heike nach Wacken gefahren bin. Das an sich ist eher nicht spektakulär werdet ihr nun denken – aber wenn man etwas “schon immer so gemacht hat” ist es durchaus eine Veränderung, die gewisse Justierungen erfordert, wenn sich die Bedingungen ändern.

Doch beginnen wir ruhig ganz einfach an Tag –170 oder so, dann sehen wir ja, wohin uns das hier führt. Tag –170 ist so etwa der Zeitraum, an dem wir uns ein neues Zelt aussuchen, in dem wir dann geplant gemeinsam nächtigen wollen. Die Entscheidung fällt uns nicht wirklich leicht, letztlich nehmen wir ein günstiges mit viel Platz und einem ordentlichen Gesamteindruck – wobei Amazon-Rezensionen der Maßstab sind. Außerdem bestellen wir noch n Duschzelt (!), eine elektrische Pumpe samt Duschkopf und so weiter, und so fort. Samt und Sonders werden wir am letzten Tag vor der Abfahrt so rund zwanzig Gepäckstücke haben – Schlafsäcke, Matratzen, Zelte, Stühle, Tische, Taschen und so weiter, und so fort. Als das Muli am Vortag der Abfahrt rumkommt und alles einlädt, sind vier gestandene Männer und Frauen ne Stunde damit beschäftigt, den Kram aus der Wohnung in den Mietlaster zu bringen… Auch dabei ist der filler für die diesjährig geplante Spirituose für Marc und mich: Relentless für den Jäggimeister (von dem ich in Summe genau einen Drink abbekomme – liebe Mitreisenden: IHR WOLLTET DEN KRAM NICHT HABEN! Schaweine! Nächstes mal legen wir vorher zusammen und bringen hinterher mehr mit, dann passt das auch. Und Wenn zufällig wieder jemand Geburtstag hat, passt das dann sogar doppelt und dreifach :D).
Meine persönliche Wackenplanung wird jedes Jahr souveräner, inzwischen lasse ich praktisch alles zuhause, von dem ich genau weiß: selbst wenn ich’s mithabe und benötige, würde ich’s nicht verwenden. Das erspart irre viel Gepäck und verkürzt die Packzeit erheblich.

Abfahrt erfolgt wie gewohnt am Mittwoch morgen – wir sind schon beim Aufstehen spät dran (bzw verschlafen ^^), aber alles im akademischen Rahmen. Bei mir gepennt hat Marc, auf unserem Weg zum Muli sammeln wir Lopi (meine künftigen Erwartungen an “ich bring kurz den Müll noch raus” haben sich seither massiv verändert) und später Heike ein.
Letztlich sind wir nichtmal die letzten beim Muli, man sammelt sich, dann machen sich 5 Autos und ein Transporter auf den Weg zu…mir… Hab meine Kutte vergessen – das geht natürlich nicht :D
Also nochmal kurz zu mir, von dort auf die Autobahn und ab nach Wacken. Es dauert wie gewohnt keine Stunde, da klinkt sich der 15-Minuten-Pipi-Rhythmus in unsere Fahrt ein. Ein Autokorso mit insgesamt sechs Autos hat zudem weitere Tücken, so dass wir diesmal in Hamburg getrennt fahren und uns dann also doch auf nem Parkplatz treffen. Wieso sagt ich “also doch”? Da die Üdemer überwiegend keine Karten hatten, hat sich Lukas am Wochenende zuvor alleine nach Berlin aufgemacht (via Fernbus – das erwähne ich vor allem, um die daraus resultierende Gepäcksparsamkeit mal vor Augen zu führen), damit sollte der Stop am Parkplatz entsprechend ausfallen. Durch dann aber doch sehr unterschiedliche Numero-Uno-Bedürfnisse haben wir uns halt doch aufm Parkplatz getroffen. Von da an los nach Wacken, die letzten paar Kilometer dauern ja für gewöhnlich nicht so lange…

Diesmal durchaus…

Wir wussten um Wetterwarnungen – noch während unserer Anfahrt gab’s Bitten seitens der Wackenverantwortlichen, wir mögen doch bitte heute nicht mehr Anreisen sondern in nem Parkhaus in Itzehoe übernachten. Haben wir natürlich ignoriert – wir wissen ja, die sind immer arg hysterisch und so… Ach je, hätten wir doch mal besser drauf gehört…

So rund 10-15 Kilometer vor Wacken stellen wir uns ans Ende irgendeiner Schlange, von der wir zumindest mal hoffen, dass sie zum Leitsystem Richtung Wacken gehört. Ab hier ist es Stop and Go. Anfahren, Anhalten, Handbremse rein (ja, habe ich einmal vergessen, gsd hat Heike aber gut reagiert und statt Lucy mit nem BMW nur den Fahrersitz mit Bier besudelt. Nichts, was nicht vorher schon passiert wäre :D). Alle raus, es ist warm, dann ist es kalt, mal ist Regen, dann wieder Sonne. Alle Aussteigen, rauchen. Kaum ist die Kippe an, geht’s weiter. Das Stück laufen? Zu riskant. Beim nächsten Stop einfach mal keine Rauchen? Keine Option. Alleine auf diesem Teilstück nach Wacken sind viele, viele Zigarettenbäume gepflanzt worden. Kurz vor kurz vor kurz vorm Ende dann noch der Aufreger schlechthin: Es stellt sich raus, dass die Schiebetür eines Sprinters und Finger einer Hand zwar eine gewisse Anziehung aufeinander haben mögen – die Verbindung sollte aber tunlichst vermieden werden… Es gab auch früher schon Verletzungen bei uns auf dem Wacken – aber soweit ich mich erinnere noch nicht auf der Hinfahrt. Yeah – wir haben noch “erste Male” – das ist doch was :D

Irgendwann werden wir reingeleitet, Campground X diesmal. Wieder eher so am Ende, in Richtung nächstes Kackdorf in der Nähe von Wacken. Wacken hatte zuvor schon angekündigt, dass sie den Leuten kaum Platz einrichten würden, Pavillons aufbauen sollte vermieden werden und alle müssen zusammenrücken, da diverse Campingflächen überhaupt gar nicht bewohnbar seien. Wir sind natürlich geschlossen zu abgekocht dafür und machen so in etwa das Gegenteil: Sobald die Einweiser mal ne Sekunde nicht hingucken, bauen wir die Pavillons einfach doch auf. So rückblickend betrachtet denke ich, das war ne doofe Idee :D
Wir bauen unsere Zelt in etwas, das schon zu diesem Zeitpunkt wie das Wattenmeer aussieht – aber was soll man machen, die Ordner haben gesprochen…
Zum ersten Mal in meiner Wackenzeit bauen wir im Regen auf – lästig und schädlich für einfach alles, was wir so bei haben – weil einfach alles nass wird. Wir, die Zelte innen wie außen, draußen liegen gelassene und vergessene Gegenstände… Das Zelt steht, ist innen pladdernass und bleibt das auch, nachdem wir es trockenlegen. Liegt ganz einfach daran, dass es undicht ist. Sowohl die Zeltmembran selbst als auch die Nähte und Klebestellen osmosen (klar ist das n Verb, hab’s doch grad aufgeschrieben!) Wasser von innen nach außen… Entsprechend züchten wir eher ein Feuchtbiotop als das innere eines Zeltes zu begehen… Es hilft alles nix, Wacken muss weitergehen. Wir bauen fertig, besuchen unsere Leute im etwas abseits gelegenen Pavillon und hauen uns teilweise mariniertes Fleisch auf den Grill… Noch während wir da in Knöchelhohen Pfützen waten und uns für die kommende Nacht Mut antrinken fliegen uns die Pavillons regelmäßig fast weg – nur festhalten an allen Ecken hält sie davon ab, uns einfach pladdernass im Regen zurück zu lassen… Der Abend endet flott – statt wie üblich abends noch das Bändchen zu holen und ein paar Rumpelbands zu hören rufen Schlafsack und Wasserbett…

Die Pavillonecke ist am nächsten Morgen nicht mehr zu gebrauchen – sie steht gänzlich unter Wasser, die Pavillons sind Schrott (das ändert sich auch nicht durch die diversen Tapeversuche diverser Mitreisender) und es regnet. Wie nervig.
Heike und ich sind sehr früh wach, wir machen uns also spontan los zum Infield – Bändchen holen. Das Festivalgelände ist noch geschlossen, aber die Bändchenausgabe schiebt 24-Stunden-Schichten…
Der Weg dorthin ist vergleichbar mit einem Spaziergang im Watt – etwa 30 Minuten, nachdem das Meer zurück ist… Wir waten während ununterbrochenem Regen durch dreißig Zentimeter tiefe Pfützen aus Kuhkacke \o/

Mit dem Bändchen bewaffnet gehen wir noch was frühstücken und wieder zurück aufs Campground – ausharren bis Dark Tranquillity als Überleitung für Savatage. Die ganzen anderen, (hauptsächlich Newcomer) Bands auf meiner Liste vertröste ich auf den Moment, wo sie populär sind und so – is mir zu kalt und zu nass.
Gegen Mittag ziehen wir das Zelt um, da wir inzwischen Gefahr laufen, komplett abzusaufen. Also alles aus dem Zelt räumen und irgendwie trocken verwahren, alle Heringe ziehen und das Zelt am Stück an einen trockeneren Ort tragen. Eine echte Herausforderung und offenbar nicht ganz ohne Verluste wie sich heute, wieder daheim angekommen, herausstellt. Doof. Die Neue Position ist wenigstens am Boden trocken – vom Himmel nach wie vor nicht und entsprechend bleibt es im Zelt feucht bis nass. Ich kann schon vorweg nehmen: Das Innenzelt – also der Bereich, in dem wir geschlafen haben – blieb trocken bis zum Ende. Wenigstens das.
Dann gibt’s Absinth-Cocktails zum Gegen-Das-WasserWetter-Antrinken. Ich habe den überwiegenden Rest des Nachmittags im Auto verbracht – mit hervorragender Sicht auf die Pavillon-Taper und unser Geburtstagskind, dass es sich nicht nehmen liess, mit reichlich Drinks immer und immer wieder bei uns im Auto vorbeizuschauen. Das kann auch mal schiefgehen… Und ging es auch. Immerhin: Am nächsten Morgen erinnert er sich an nix, und gemäß gängiger Gesetzmäßigkeiten bedeutet das bei uns: Es ist nie passiert.
Abends dann Wie gesagt Dark Tranquillity – Top Set, Sound finde ich nicht so prall, bin aber auch genervt vom Tag. Aber Dark Tranquillity kann ich immer hören, egal wie mies ich drauf bin.
Das Wetter fordert nicht nur bei mir seinen Tribut sondern bei der gesamten Gruppe – viele Absprachen und Verabredungen funktionieren nur noch bedingt, alle sind etwas gestresster als sie es sein sollten, Menschen gehen verloren und werden spät erst wieder entdeckt. Wacken im Regen halt – es ist anstrengend und kräftezehrend.
Im Anschluss geht’s zu Savatage – die spielen zeitgleich mit dem Trans-Siberian Orchestra und überhaupt das erste Konzert seit so 12 Jahren oder so… Es ist zudem eine Premiere für das WOA – das erste mal werden Black- und Truestage zeitgleich bespielt. Jon Oliva gibt sich große Mühe beim Marathon von einer zur anderen Bühne nicht außer Atem zu gelangen – das Konzert insgesamt ist phänomenal und ein echtes Highlight des (diesjährigen) WOA.
Im Anschluss ins Zelt und in die Heia.

Freitag testet Heike das Duschzelt (offenbar ein voller Erfolg!), was nicht ohne eine gewisse Dauerbelustigung der anderen funktioniert, aber das kommt mit Ansage. Inzwischen ist der Regen weitgehend weg, es ist eher permanent diesig aber weitgehend trocken. Das Zelt funzt übrigens überraschend gut, kann man so machen.
Ich begebe mich zu Falconer vor die Bühne (letzte Möglichkeit für mich, die mal live zu sehen, da sie angekündigt haben, künftig nicht mehr auftreten zu wollen). Die Show ist super, die gesamte Stimmung halt mies. Zwischendurch fällt der Bass aus und während die Techniker das fixen spricht der Gitarrist mit uns und bedauert uns Fans, dass wir da unten in der Scheisse stehen müssen, während sie da oben stehen und nicht spielen können. Tja. Wo er recht hat, hat er halt recht :D
Im Anschluss lass ich sehr viel ausfallen, dafür laufen wir nach Wacken Dorf. Der Marsch ist spektakulär und bedingt durch die chaotischen Wetterverhältnisse nicht unwesentlich beschwerlich. Da mein Equipment mit den Witterungsbedingungen gut klarkommt, kann ich vermutlich den überwiegenden Teil des wütenden Mobs, der mich begleitet, nicht angemessen würdigen. Das verstärkt sich auf dem Rückweg, auf dem wir statt den gleichen Weg über die Felder zu nehmen, mit dem Taxi “über außen” fahren. Gefühlt sind wir dadurch am Ende nicht weniger gelaufen – aber immerhin fast gänzlich auf befestigtem Boden. Wie gesagt, für meine Stiefel kein Unterschied…
Wacken selbst ist halt Wacken – voll, skurril. Der Supermarkt hat neues Grillfleisch für uns und wir finden ernsthaft noch Gummistiefel im Dorf – und einige von uns schlagen direkt zu.
Nach ausgiebigem Fleischupgrade geht’s wieder aufs Infield – In Flames sind angekündigt. Deren Show ist durchwachsen – das Setup ist nicht mein Fall, der Sänger hat Mühe mit seiner Stimme, es ist kalt und ih baba. Aber letztlich ist es halt In Flames ;)
Ich bleibe danach noch zu Running Wild – steht auf der Liste “muss man mal gesehen haben” – nach vier Songs ziehen wir aber ab – es ist bitterkalt (gefühlt nah am Gefrierpunkt) und die Band vermag nicht, uns die Wärme aus den Knochen zu schütteln. Ein kurzer Umweg über das Wackinger zu diesem legendären Kaffee- und Teestand, dann ist auch dieser Tag musiktechnisch besiegelt. Wir trinken im Camp noch ein Bierchen, dann ab in die Heia.
Eine Lektion dieses Tages ist noch: Wenn man nicht auf jemanden wartet, der grade vor einem ins Dixie gerannt ist, bekommt man dafür als Belohnung einen Pavillon. Das muss man wissen, das ist elementar. Diesen neuen Pavillon bauen wir an dritter Stelle auf, da die ersten beiden beinahe gänzlich unter MüllWasser stehen. Eigentlich ein Wunder, dass wir noch freie Flächen dafür finden, und doch…

/edith sagt: Den neuen Pavillon gab’s schon Donnerstag abend. Sachen gibt’s o0

Samstag ist dann so der Tag des gemeinsamen Rumhängens vor der Bühnen. Viele sind bei Avatar, viele bei Amorphis. Avatar sind sehr gut, mit der kleinen Einschränkung, dass der Sänger halt jemand ist, der sich viel und gerne mal die Zeit nimmt, mit den an seinen Lippen hängenden Fans zu plaudern, statt Musik zu machen. Von dem ohnehin kurzen Set gehen auf die Weise mal so locker eine Songlänge dafür drauf, dass er uns fragt, ob’s uns gut geht. Es ist nicht wirklich stimmungstötend, aber mMn kann er sich das gerne schenken. Amorphis spielen wieder das Set zu ihrem Debütalbum – es ist nicht wirklich mein Lieblingsalbum von ihnen und ich hab die Show inzwischen das vierte mal gesehen – wir vertreiben uns also die Zeit mit Bierchen trinken und Faxen machen :D
Amorphis sind für Heike und mich dann auch die letzte Band auf dem Wacken. Zwar gehen wir hinterher nochmal aufs Wackinger – aber eher zum Shoppen (und wie!) und weniger zum Musik hören. Seither bin ich stolzer (zweitverwertender) Besitzer eines Schulterpanzers aus schwarzem, massivem Stahl (Danke Marc!). Oder so. Kann auch einfach Alu sein, was weiss ich. Ein bissl in der Shisha-Bar rumhängen gehört halt doch zum Wacken dazu ;)
Und was wäre Wacken in diesen Jahren ohne vorzeitige Abfahrer… Bereits Donnerstag hatten wir einen Heimfahrer, am Samstag Nachmittag folgten drei weitere. Skandalös wenn ihr mich fragt!

Abfahrt nach Berlin erfolgt wieder zu quasi nachtschlafender Zeit – und während sich der große Teil des Autokorsos direkt nach Berlin aufmacht (die herrenlose Unterhose blieb im Matsch – gemeinsam mit einer rekordverdächtigen Anzahl an Zelten und dem Rest vom Asicamp 2015 auf X), bleiben Lucy und ihre Mitstreiter noch in der Nähe (Frühstück bei Mecces und so – letztlich waren wir bei BKing weil is-doch-eh-wurscht :D). Das holen wir schon wieder auf, ist doch klar. Letztlich sogar sehr souverän – wir sind am Ende Netto rund drei Stunden vor dem Korso in Berlin.
Das war Wacken 2015. 2016 ist schon ausverkauft – wir sind wieder dabei. Rain or Shine. Aber gerne mal wieder shine ;)

P.S. I: Radler KANN man mitbringen nach Wacken – is aber pointless
P.S. II: Absinth und Relentless funktioniert tadellos. Vermutlich funktioniert auch Rattengift mit Relentless :D

Leicht verspätet noch ein paar Impressionen:

AlXLbWBz35uwEv6YDUm5KRbDdbfvSlEU86ikN7T3KYanApaWcWQGKkU_XuG32FCPyFv7avFQFRC9gX_vl1QTYS3PAqaBRv-RwasKYbBI8hkM8qhqdDJhgkK7QAqsceHKeNlj

WP_20150730_012

11 Dinge, die das Notaufnahmepersonal offenbar nicht von seinen Patienten weiß…

Neulich. Via Link auf Facebook von ner Freundin über diesen Beitrag hier gestolpert – bitte geh los und lies ihn, es ist wichtig zum weiteren Verständnis dieses Beitrags hier. Keine Sorge, der Text ist schnell erfasst und auch quer gelesen hat man alles wichtige erfahren.

Jedenfalls hat mich dieser Beitrag auf so viele Arten berührt, dass ich mich zu einer realitätsbeschreibenden Korrektur genötigt sehe – es folgen also 11 Dinge, die das (durchschnittliche, bloggende) Personal von Notaufnahmen offenbar nicht über seinen Kundenkreis weiss – aber doch wissen sollte:

 

1. Beschwichtigt uns nicht

Von den paar hardcorehypochondern und einigen wenigen Einsamen da draussen abgesehen hat eigentlich niemand einen Grund, freiwillig ins Krankenhaus zu gehen. Krankenhäuser sind auf der kurzen Liste an Orten, die der geneigte westliche Bürger nicht sehen möchte, immer recht weit oben. Hier muss man hin, wenn man so schlimm im Eimer ist, dass man selbst und die nächsten es nicht fixen können – oder man wacht hier auf, weil man so im Eimer war…
Und für uns aussenstehende ist es offensichtlich, dass die Notaufnahme das unkontrollierbare Bällebad der Ärzte und Schwestern ist: Wer hier drin landet, hat keine andere Wahl – es sei denn, er oder sie ist Doc oder Schwester.
Und so kommt es vor, dass wir Patienten stundenlang mit gebrochenen Gliedmaßen in der Ecke hocken und uns nicht zu bewegen versuchen, ohne dass sich etwas regt. Gelegentlich springt irgendwo eine Tür auf, jemand hastet durch, dann schliesst sie sich wieder und dieser Jemand ist die nächste Stunde wie vom Erdboden verschluckt. Jedesmal wenn irgendwer mit Kittel rumrennt hoffen wir, dass das Warten ein Ende hat und wir wenigstens eine Dosis Schmerzmittel erhalten – doch allzuviele kitteltragende fliegen grade von Hü nach Hott ohne uns auch nur zur Kenntnis zu nehmen. Mit der Zeit die wir warten verstärkt sich bei uns das Gefühl, dass wir offenbar unheilbar krank sind und hier in der Ecke im Wartezimmer verenden werden. Oft ist man alleine im Wartebereich, dann potenziert sich die Vorstellung, dass die wütend tropfende Platzwunde am Kopf schon von alleine wieder heilen wird, nicht geholfen werden würde einem auch in der Kneipe an der Ecke, da könne man wenigstens noch etwas Zeit unter Menschen verbringen…

Wenn wir also in die Notaufnahme kommen, seid euch sicher: Wir wollen genau eine Sache: eure medizinische Betreuung. Ihr müsst uns gar nicht durch’s Stahlbad schicken und uns mürbe machen indem ihr stundenlang kommentarlos an uns vorbeifliegt – wir fühlen uns eh schon als Bittsteller, wenn wir blutend vor euch liegen und ihr nix drauf gebt.

 

2. Sagt klar was Sache ist – für medizinische Diagnosen in Latein fehlt uns die Ausbildung

Wenn ihr euch dann erbarmt, dann drückt euch bitte klar aus. Lateinische Fachbegriffe die ihr euch mühsam an der Uni angeeignet habt, verstehen wir nicht. Wenn etwas ohne Befund ist, wollen wir’s nicht wissen. Wenn etwas kaputt ist, wollen wir das in einer Version hören, die fünfjährige verstehen. „Loch im Kopf, keine ernsthaften Verletzungen. Wir nähen das, in zwei Wochen ziehen wir die Fäden, dann hat sich das“ oder „Der Mittelfußknochen ist gebrochen. Gipsen wir ein, sechs bis acht Wochen ruhig halten – wir bringen Dir dann eine Gehhilfe, die kannst Du dann behalten – dann ist wieder in Ordnung“. Jede Diagnose, die wir nicht verstehen, lässt euch nicht klug und gebildet aussehen, sondern arrogant und selbstgefällig.

Dazu kommt: Ihr habt uns stundenlang warten lassen, wir sind in der Zeit in einen ungesunden Schlaf-mit-offenen-Augen gefallen – gebt’s uns Zeit, klarzukommen. Üblicherweise kommt ihr an, während wir noch verträumt auf’s Hemd sabbern, sondert euer mühsam gelerntes Fachwissen über unser Loch im Kopf ab und geht wieder, bevor wir recht wissen wo wir hier eigentlich sind.

 

3. Wir wollen nicht alleine sein

Uns ist grade jemand mit seinem Auto über den Fuß gefahren. Oder wir haben uns mit dem Hammer auf die Finger gedroschen. Wir haben unerklärliche aber höllische Schmerzen dort, wie glauben, dass unser Blinddarm sein sollte. Wir wollen genau zwei Dinge: Dass es aufhört wehzutun und bei unseren Liebsten sein. Akzeptiert das einfach, statt uns für eure Bequemlichkeit von denen zu trennen, die mit uns gemeinsam die letzten Stunden auf euch gewartet haben. Sie sind der Grund, wieso wir nicht im FÜnf-Minuten-Rythmus an euer schussfestes Glas klopfen oder ziellos durch eure Gänge irren auf der Suche nach jemandem, der nicht grade irgendwo hockt und Kaffee trinkt.

 

4. Wenn ihr wisst, dass wir nicht geplant in die Notaufnahme kommen, lebt auch damit

Okay, der Punkt geht an euch – ihr habt vermutlich eh keinen Spass an der Arbeit in der Notaufnahme, und das wird nicht besser, wenn wir riechen als wären wir grade frisch verendet. Aber: Wir kommen ja in aller Regel spontan zu euch. Wenn wir genau wissen würden, _wie lange_ wir da draussen warten müssen, bis ihr euch mal bequemt, uns zu helfen, könnten wir in aller Regel sogar nochmal nach Hause fahren und uns frisch machen. Stattdessen hoffen wir sechs Stunden lang, dass ihr aus dem Quark kommt. Ich kann euch sagen: Sechs Stunden zusätzliches Rumsitzen irgendwo zerstört die Wirkung jeden Deos. Also im Namen der Müffelnden: Entschuldigung, aber das geht manchmal nicht anders

 

5. Versicherungen interessieren euch vielleicht weniger – aber wenn wir uns nicht drum kümmern, hagelt es unverschämte Rechnungen

Wir sind hier fremd in eurer gewohnten Umgebung. Wir wissen nicht, wer von euch zu welcher Sorte Personal gehört. Ihr stellt euch in der Regel ja auch nicht vor. Ihr kommt aus dem Nichts angeflogen, redet irre schnell und benutzt Wörte, die wir nicht kennen, dann seid ihr wieder weg. Wir wissen nicht, wer von euch Verwaltung, wer Pflege und wer Doc ist. Wir wissen aber: Wenn wir die Sache mit der Versicherungskarte nicht erledigen, haben wir hinterher n halbes Jahr lang stress mit eurer Verwaltung, unserer Krankenkasse und wer weiss wem noch. Wenn wir euch also ne Krankenkassenkarte hinhalten und ihr damit nix anfangen könnt: Entspannt euch. Ignoriert die Karte und erklärt uns, welche Rolle ihr in diesem Krankenhaus spielt. Dann können wir das auch besser einsortieren.

 

6. Wieso dauert das so lange?

Ich weiss ja, da gibt’s ganz viele Patienten. Und ganz viele neue. Und dann muss man auf Ergebnisse aus der Radiologie warten. Irgendwann kommt die Pizza und der Kaffee ist fertig. Verstehe ich alles. Aber interessiert uns nicht. Wir wollen eine Behandlung unserer Wehwehchen, die so schlimm sind, dass sie nicht bis zum nächsten Werktag warten konnten um sie dort einem niedergelassenen Arzt zu zeigen. Es wird euch wundern, aber: In aller Regel kennen wir unseren Hausarzt. Wir haben ein bisweilen brüchiges und zaghaftes, aber immerhin vorhandenes Vertrauen. Wir würden, wenn wir es uns aussuchen könnten, jederzeit unseren Hausarzt euch vorziehen. Wir sind bei euch, weil wir es uns NICHT aussuchen konnten. Und wir erwarten in einer Notaufnahme (daher, so bilden wir uns ein, ist das Wort „Not“ da drin) schneller behandelt zu werden als es eben dauern würde, bis der Hausarzt wieder Sprechstunde hat. Versteht das einfach. In 9 von 10 Situationen haben 9 von 10 von uns Verständnis dafür, dass ihr an diesem Tag noch was anderes zu tun habt, als sich unseren offenenen Bruch des Oberschenkknochens anzusehen. Aber: dies ist die Situation, in der uns das nicht intreressiert und nicht interessieren muss. Wir haben einen Notfall (egal, ob ihr diese Meinung teilt) und ihr die Aufgabe, uns die Angst vor dem Sterben (Blutvergiftung und so ^^) zu nehmen. Punkt. Wenn euch das zuviel Drama ist, ist die Notaufnahme für euch der falsche Ort.

 

7. Euer Privatleben ist uninteressant

Wenn ihr bei Douglas an der Kasse steht und die beiden einzigen Verkäufer im Laden über den Stripclub von letzter Nacht plaudern statt euch eure Einkäufe einzubongen, habt ihr ne ganze Reihe Möglichkeiten, damit umzugehen. Einkäufe liegen lassen und gehen, leise Räuspern, Rumkacken und die Worte „Drecksladen“ und „mieser Service“ rumbrüllen und gehen.
Diese Möglichkeit haben wir nicht, wenn wir in eure Notaufnahme kommen. Jedenfalls nutzt uns das ziehen der einzelnen Karten gar nix, ihr seid praktisch alternativlos zu diesem Zeitpunkt.
Wenn ihr also rumsteht und über euren privaten Kram redet, statt euch der NOTFÄLLE anzunehmen, die sich in eure Hände begeben, weil sie glauben, dass ihr eure Jobs wenn schon nicht gerne, dann wenigstens gut macht, dann glauben wir, dass ihr uns ja wohl verarschen wollt. Wir verbluten, unsere Eingeweide brennen mit dem Feuer von tausend Höllen, unsere gebrochenen Knochen drücken langsam aber stetig von innen gegen unsere Muskeln und drohen durchzubrechen. Wir habe in der Tat wenig Verständnis dafür, dass eine von euch beiden letzte Nacht im Club den Süßen mit der Lederjacke kurz vorm Club nochmal geknuddelt hat um sich daraufhin noch n Flurry bei Meckes an der Ecke zu gönnen.

 

8. Wir lieben Alkohol

Menschen machen Unsinn, wenn sie was getrunken haben. Menschen übernehmen sich allzuleicht, wenn sie was getrunken haben. Aber Knochen brechen auch wenn Menschen nüchtern wären. Wenn also jemand mit ner Fahne bei euch auftaucht und auf seinen schmerzenden Mittelfußknochen zeigt, dann akzeptiert einfach mal, dass der grad feiern war und sich dabei verletzt hat. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass hier ein Zusammenhang besteht. Und SELBST WENN es einen Zusammenhang gäbe: Nicht euer Problem. Euer Problem ist der gebrochene Knochen. Wie es dazu kam, sollte für euch keine Rolle spielen. Ihr bewertet stattdessen aber auf den ersten Blick: „Aha, getrunken also. Dann nicht mehr laufen können. Toll. Saufen kannste, dich auf den Beinen halten nicht mehr“. Bla. Voreingenommenheit steht Pflegeberufen gaaaaanz schlecht. Lasst das. Knochen kaputt = reparieren. Ohne Wenn, Ohne Aber. Um die Konsequenzen des Unfalls und dessen Ursachen kümmert sich dann die Verwaltung, von der ihr euch ja so gerne abgrenzen wollt. Die geben der Krankenkasse dann nen Wink, die ihrerseits schicken uns Fragebögen zum Hergang des Unfalls und wir sitzen dann stundenlang rum und formieren Unfallhergänge. Damit sind wir dann genervt genug, mehr braucht es nicht.

Oh und: Ihr wäret die erste Berufsgruppe, in der kategorisch nie getrunken oder gekifft wird. Es hilft also auch immer etwas, den „das hätte mir aber auch passieren können“-Blickwinkel auszureizen…

 

9. Lasst uns Angst haben

Wir wissen nicht, wie schlimm unsere Verletzung ist. Weil wir es nicht wissen, sitzen wir ja hier. Wüssten wir’s, würden wir entweder zuhause sitzen, Feierabendfernsehen guckend auf die nächste Sprechstunde unseres Arztes warten oder uns mit ner Flasche Rum auf den Friedhof zurückziehen. Wir haben also eine latente Angst und Unsicherheit, die wir nicht beseitigt bekommen. Verseteht das. Je mehr es euch gelingt, uns diese Angst zu nehmen, desto besser macht ihr euren Job. Wenn wir also in Panik geraten und wütend brüllend an eure selbstschließenden Türen hämmern, dann habt ihr ihn nicht gut gemacht.

 

10. Dolmetscht noch häufiger

Ärzte sprechen unsere Sprache nicht. Soweit sind wir uns einig. Wenn wir am Ende der Notaufnahmetortur aber immer noch Fragen zu unserem Gesundheitszustand haben, habt ihr was falsch gemacht. Das ist euer Job. Ich jedenfalls habe i.d.R. nach einem Besuch in einer Notaufnahme immer noch Fragen gehabt, war aber eigentlich immer zu müde und zu abgekämpft (10 Stunden rumsitzen und so, ihr wisst schon) das noch auszufechten. Und ihr reagiert ja auch eh immer gleich – abweisend und unfreundlich. Das bringt uns direkzt zu

 

11. Wenn ihr nett zu uns seid…

…sind wir nett zu euch. Der ganz wesentliche Unterschied: Wir haben schmerzen, Angst, Sorgen, Schamgefühle. Ihr habt grad eure Schicht begonnen. Ihr seid hier, weil ihr es wollt. Wir, weil wir müssen. Es ist eure Aufgabe, uns das Gefühl zu geben, hier willkommen zu sein. Gelingt euch das nicht, haben wir keinen Grund, freundlich zu sein. Wenn wir wie beim Bürgeramt stundenlag nur still in der Ecke sitzen dürfen bis ihr euch mal erbarmt, euch unserer Sache anzunehmen, könnt ihr nicht erwarten, dass wir dann auch noch willens sind, nett über das Wetter zu plaudern. Es gibt unfreundliche Patienten ebenso reichlich, wie es unfreundliche Pfleger gibt. Ist halt so, die Welt ist schlecht und so.

 

11 1/2.

herablassende Seid-mal-bitte-so-Listen für Personengruppen kommen nie gut an. Ich arbeite in der IT, ich könnte mit soner Liste ne Million Zeilen vollklatschen. Mach ich aber nicht, weil’s falsch ist. Leute, die mit einem Problem zu mir kommen, erwarten von mir, dass ich ihr Problem löse. Nicht mehr und nicht weniger. Und „Leute“ sind halt vielfältig. Ich kann sie mir nicht aussuchen, ihr auch nicht. Eure Verantwortung auf eure Patienten abzuwälzen und von denen zu erwarten, dass sie perfekte Menschen sind, damit euer Job leichter ist, ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz. Ihr müsst für euch festlegen, wie ihr behandelt werden wollt. Das könnt ihr dann auch aufschreiben und euch so oft sagen wie ihr wollt – aber eure Patienten werden trotzdem immer Patienten bleiben. Sie geben einen Scheiss drauf, was ihr wollt. Die wollen ihre Probleme von Profis beseitigt bekommen. Ihr seid die Profis.Verhaltet euch auch so, statt in Blogs zu jammern, dass Patienten allzuoft schwierige Kunden sind.

Oh und versteht mich nicht falsch: Ich finds toll, dass es euch gibt.

Der kleine „Datenschutz“ möchte bitte aus dem Bälleparadies abgeholen werden…

…möchte ich jedem zurufen, der mit Argumenten wie „weil’s Gesetz ist“, „haben wir schon immer so gemacht“ oder „aus Prinzip“ Datenschutzbedenken zum Ausdruck bringt.
Ja, es gibt Datenschutz aus sehr guten und für halbwegs intelligente Menschen nachvollziehbaren Gründen. Persönlichkeitsrechte sind wichtig und sie zu schützen und zu bewahren sind elementare Säulen einer weitgehend freien Gesellschaft.

That said…

Just gestern hatte ich eine interessante Diskussion zum Thema, Auslöser war die Situationsbeschreibung einer Universitätsvorlesung und die Suche nach der optimalen  Methode für Zuhörer, das umfassendste Informationsspektrum zu erhalten. Schnell einigten wir uns auf die Tatsache, dass gleichzeitiges Zuhören und Sich-Notizen-machen alleine nicht ansatzweise optimal ist. Eine Möglichkeit wäre demnach, eine (Ton-)aufnahme der Vorlesung zu machen. Wir näherten uns mit großer Geschwindigkeit dem „Recht am eigenen Bild“ und dem Unterschied zwischen einer „Panoramaaufnahme eines Sees am FKK-Strand“ und einer „Aufnahme eines FKK-Strands an einem See“. Spannende Sachen und vor allem eines: ideologisch verseucht.

Ich bin zugegebenermaßen einigermaßen froh, in einem Land zu leben, in dem sich so viele Menschen so umfassende Gedanken zum Thema machen – so brauch ich es nicht zu tun. Irgendwer kämpft immer irgendwo für meine „Rechte“ gegen Amazon, Facebook, Google, Apple und Konsorten. Ich vertrete bei Weitem nicht jede, insbesondere kaum eine der militanteren Thesen in dieser Diskussion, wähne mich hier aber gerne in de persönlichen Schutzzone von „better safe than sorry“. Bisweilen kommt es aber in solchen Diskussionen zu skurrilen Nebensätzen: So höre ich zum Beispiel recht häufig das Argument „Weil’s Gesetz ist“. Das ist natürlich eines der stärksten Argumente überhaupt – der Gesetzgeber verbietet es, basta. Gleichzeitig bietet es aber natürlich auch die größte Angriffsfläche fürs Kontra: Die Dinge sind ja Gesetz, weil in einer mehr oder weniger ausgeprägten Entscheidungsfindung Pros und Kontras mehr oder weniger intensiv gegeneinander abgewogen, unmittelbar und partiell Beteiligte sowie eher gar nicht Beteiligte betrachtet und Risiko und Nutzen abgewogen wurde – und nicht etwa, „weil’s nunmal richtig ist“… Diese falsche Grundüberzeugung ist es aber, die insbesondere bei Themen wie „Datenschutz“ immer wieder zu Scheuklappenverhalten führt. Frei nach dem Motto:

Mir ist egal wie gut Dein Argument ist, auch unbeachtet der Tatsache, wie wenig es für mich gelten mag, es ist nunmal Recht und Gesetz, dass es anders ist.

Blödsinn. Es ist Recht und Gesetz, und das aus nicht zwangsweise nachvollziehbaren Gründen – deswegen ist es noch lange nicht richtig, fair oder angemessen. Blinder Gehorsam ist die Grundlage für Stilblüten wie „Fahrräder müssen Licht mit dem Dynamo erzeugen“ oder „Glühbirnen müssen aus dem Handel verschwinden“ oder „Morgens um 3 darfst Du eine Straße nicht kreuzen, wenn es eine Ampel gibt, die Rot anzeigt. Vollkommen egal, ob und wieviele andere Verkehrsteilnehmer auch nur in Sichtweite sind“. Gehen wir doch in der Gesetzgebung einfach mal ein paar Jahre zurück – da war es noch Gesetz, dass Frauen nicht wählen dürfen. Noch ein paar Jahre vorher mussten Kinder zum Wehrdienst. Etwas früher war es okay, Frauen und Männer bei lebendigem Leib zu verbrennen, wenn diese nicht zugaben, der Hexerei schuldig zu sein. Gaben sie es zu, wurden sie qua Gesetz liquidiert. Und einige Zeit davor war es total okay, den Mundraub des Nachbarn mit dessen Steinigung zu quittieren. Gesetze, Rechte, Regelungen sind temporäre Erscheinungen vermeintlich konsens- und gesellschaftsfähiger Zustandsbeschreibungen. Ihr Nutzen und ihre Sinnhaftigkeit muss unbedingt und zu jeder Zeit hinterfragt werden. Mag durchaus sein, dass am Ende dieses Hinterfragens die Aussage steht: „Ja nee, ist schon in Ordnung so, das kann ich mit meinem moralischen Kompass in Einklang bringen, das sollte wirklich qua Gesetz geregelt sein“. Muss aber nicht. Ich finde es heute nicht mehr sinnvoll, Rundfunkgebühren zu bezahlen. Oder „VG Wort“-Abgaben auf Drucker. Um nur zwei populärere Beispiele zu nennen. Jeder kennt die lustigen Texte aus den Gesetzesbüchern in den USA – man darf nicht mit Eseln in der Badewanne liegen, nicht mit der Unterhose auf dem Kopf einen Fluss überqueren und wenn man heiße Getränke verkauft, ist man selbst für die daraus entstehenden, wie auch immer gearteten Folgen verantwortlich. Diese Ansagen mögen alle mal ihre Daseinsberechtigung gehabt haben – heute aber sie sind antiquiert und nicht (mehr) zeitgemäß – und bisweilen sogar kontraproduktiv: Wieso ist das Falschparken ohne Parkschein günstiger, als das Falschparken mit einem abgelaufenen Parkschein…?

Am oben angegeben Beispiel eskalierte also das Gespräch bei der grundsätzlichen Frage, ob es okay ist, eine Videoaufnahme der Vorlesung zu machen. Neben all den meinerseits unbestritten guten Argumenten wie „verhinderte Vergänglichkeit der Information“, „höhere Sprecher-Zuhörer-Übereinstimmung“, „weniger Unruhe im Saal“ und dergleichen macht bei dahinplätschernder Argumentation vor allem aber ein Punkt immer alle Teilnehmer an solchen Diskussionen zu Zuhörern einer höheren Wahrheit: Man darf es nicht. Man darf es nicht, weil der Professor, der diese Vorlesung öffentlich hält, sich in seinen Persönlichkeitsrechten übervorteilt fühlen könnte – man darf es übrigens auch dann nicht ohne Weiteres, wenn er das gar nicht täte. Als Kompromiss schlägt mein Diskussionspartner also vor, man könne ja nachfragen. Doch das bringt mich in die Zwickmühle: Obgleich ich das starre Konstrukt der Regelung zu diesem Punkt nicht anzuerkennen bereit bin und mich die Attitüde nervt, die damit transportiert wird (Du darfst es nicht – nähnähnäh), würde mich eine Nachfrage in die Lage versetzen, die rechtmäßigkeit der Regelung anzuerkennen und sie mittels konventionierter Prozesskette auszuhebeln.

Hält man sich einmal vor Augen, wie (und von wem!) Gesetzestexte heutzutage verfasst werden, wird dem klar denkenden, mündigen Bürger auch recht schnell klar: das hat doch keine rationalen, sondern ausschließlich monetäre Gründe, so zu entscheiden. Wir hinterfragen sowas aber heute nicht mehr. Diese Entwicklung finde ich persönlich viel dramatischer als die Tatsache, dass ich rechtlich geschützt bin, wenn ich mir ne hochgiftige Energiesparlampe in die Fassung drehe…