Steuersuendershuffle – Kyrie Eleison

Okay, lassen wir mal unerwaehnt, dass die ominoese CD neben den paar Referenz-Hits ausschliesslich Nieten enthalten koennte.

Lassen wir ueberdies unerwaehnt, dass die von den ueblichen Verdaechtigen ausgesprochenen – bestenfalls uebereilten, tatsaechlich aber laecherlich halbinformierten – hektischen Erwiderungen den ueblichen Schnodder enthalten, den man von den Herren zu Guttenberg und Kauder gewohnt ist. Hauptsache eine Kontraposition einnehmen, hinterher steht man womoeglich (wie so oft) auf verlorenem Posten, bleibt aber bei dem Durchschnittsbuerger stets als “gradlinig” und “schnittig” in Erinnerung.

Auch unerwaehnt lassen koennen wir meiner bescheidenen Meinung nach, wie die Daten in den Besitz des “Anbieters” gelangt sind – welche Rolle spielt das bitte? So oder so hat er gut verhandelt, wenn er tatsaechlich zweieinhalb mio Eus dafuer bekommt.

Man mag wohl trefflich darueber streiten, ob ein derartiger Deal ueberhaupt oeffentlich bekannt werden muss darf sollte.

Auch mag man ueber das “kaufen oder nicht” episch debattieren, denn die Antwort auf diese Frage ist nunmal nicht “eindeutig moralisch” oder “eindeutig juristisch” zu beantworten.

Worueber man aber nicht streiten kann, weil einfach keine Gegenargumente vorhanden sind: Diese Land krankt an einem Steuersystem, in dem niemand mehr durchblickt.
Naehmen wir der Einfachheit halber an, es sind tatsaechlich 1oo.ooo.ooo,oo Euro Steuereinnahmen nachweislich an den Steuerbehoerden vorbei in die Schweiz verschoben worden. Mal wieder. Unbemerkt – oder falsch legitimiert, was identische Folgen hat. Nehmen wir weiterhin an, diese koennten durch diese CD nachgewiesen und nachtraeglich einkassiert werden.

Was genau haben die hier zustaendigen Steuerbehoerdenmitarbeiter denn getan, als diese 1oo.ooo.ooo,oo € Steuereinnahmen durch ihre Finger glitten?
Steuerhinterziehung verjaehrt nach fuenf Jahren (was ja schon fuer sich genommen pervers ist) – wir reden hier also von einem Aufmerksamkeitsdefizit in den letzten 6o Monaten, in dem jeden Monat 1.6oo.ooo Euro Steuern hinterzogen wurden – jede halbwegs genossene Kaffeepause haette dann 5.ooo Euronen gekostet. Und zwar nicht etwa den unfaehigen Mitarbeiter, dem im Nachhinein natuerlich unterstellt werden muss, dass man sich als Normalsterblicher in einem solchen Dickicht an Regeln, Gesetzen, Ausnahmen und Sonderbarkeiten niemals wirklich auskennen kann. Nein, diese nicht eingetriebenenerhobenen Steuern werden natuerlich an anderer Stelle von den anderen bezahlt – vornehmlich dem “gut situierten Mittelstand” – also iwie allen zwischen den Top- und Flop-10.
Das ist doch kaputt. Da wird genoelt und gejammert, nachdem versprochen und (andernorts) zugestanden wurde – und hier wird – neben all den aberwitzigen “Sonderausgaben” – Geld so schnell verbrannt, dass die Bundesdruckerei Muehe haette, neue Noten nachzudrucken.

Es ist ein inakzeptabler Zustand, dass derartige Situationen ueberhaupt nur entstehen koennen. Statt sich aber um ein solches – zugegebenermassen nicht ganz triviales – Problem zu kuemmern werden weitere Millionen rausgehauen, um andernorts Millionen, die nie haetten ‘versickern’ duerfen, zurueckzuholen. Die Rendite mag traumhaft sein in diesem Fall – die Bilanz ist es nicht.

~~ sichtlich angenervt ~~…

/edith sagt: Besonderer Charme hat in diesem Zusammenhang btw, wenn diese 1oo.ooo.ooo Euronen als „Einnahmequelle“ betitelt werden. Epic fail n-tv…

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