Waargh – Wenn die Luft weg ist, bleibt der Aerger…

Gesetzlich verankert ist, dass auf Wunsch und Aufforderung durch einen Mieter die Unterlagen, die zur Berechnung einer Betriebskostenabrechnung herangezogen werden, eingesehen werden duerfen. Der Vermieter ist in diesem Fall verpflichtet, Vertraege, Rechnungen, Policen etc in Kopie vorzulegen oder Termine anzubieten, zu denen die Mieter sich die Unterlagen im Original ansehen duerfen.
Soweit zu dem, was einem zusteht als Mieter, der man die Betriebskosten ja letztlich traegt und sogar im Voraus begleicht.
Aergerlich ist, wenn man, wie wir jetzt gerade, sein Recht in Anspruch nehmen muss. Und das ganze in einem Desaster endet.

Wir haben ja seit Anfang 2009 ununterbrochen Zoff mit unserem Vermieter, die jetzt darin gipfeln, dass wir ausziehen werden. Vorher gibt’s aber noch den offenbar ganz normalen Gang, den man in Deutschland gehen muss, wenn man mal horchen moechte, ob man denn tatsaechlich im Recht ist…

Eine Betriebskostenabrechnung mit offenbar aus der Luft gegriffenen Mondzahlen veranlasst uns, die dazu vorliegenden Unterlagen anzufragen – bzw deren Einsicht. Man gewaehrte. Aeh. Nicht. Man uebersandte uns einige Schriftstuecke, die wir nicht angefragt hatten, keinen Bezug zu unserer Anfrage noch zur Betriebskostenrechnung zuliessen noch sonstwie zu gebrauchen waren. Nach einigem Hin und Her sah man sich dann vor Gericht. Und seither habe ich wieder das Gefuehl, dass dieses Leben, dass ich lebe, eigentlich von jemand anderem gelebt wird; Einer, der mich zwingt, den Kram einfach wahllos mitzumachen, ohne Einfluss nehmen zu koennen… Konkret: Wir hatten angefragt, Einsicht in die Unterlagen zu bekommen. Das negierte man (Hausverwalterseitig) mit dem Hinweis darauf, die Unterlagen waeren schrecklich tief in der Buchhaltung versackt, das koenne man nun unmoeglich rausfischen. Vor Gericht muss ich mir aber von einer Richterin sagen lassen, dass wir doch nun “alle Unterlagen beisammen” haetten.
Gott sei Dank war ich 1. mit Anwalt bewaffnet und 2. zu perplex, darauf zu reagieren. Das ist sicherlich reichlich teuer, einer Richterin auf die Nuss zu hauen… Schoen waers, wenn diese dusselige Kuh sich die Unterlagen wenigstens mal angesehen haette, statt nur einfach mit dieser scheiss Null-Bock-Einstellung gar nix zu machen.
Aber das geht ja noch weiter. Wir haben einige Punkte aus der Abrechnung als “Special” rausgepickt und gesondert beanstandet… Darunter ein Personenaufzug, der hier im Haus mehr oder weniger zwei Drittel des Jahres gelegentlich durchs Haus duest. Dessen Wartungskosten erschienen uns etwasreichlich hoch. Beantwortet wurde diese Anfrage mit einem Vertrag aus den fruehen neunzehnhundertneunziger Jahren, bei dem aber auch ueberhaupt durch gar nix zu erahnen ist, dass er mit der Rechnung in Zusammenhang steht. Weder in Preis, noch in Vertragsnummer, noch in Adresse oder sonst irgendeiner Kennziffer aehnelten sich vermeintlicher Vertrag und Rechnungen. Die Aussage der Richterin zu dem Thema war denn auch dementsprechend: “ja nu, Aufzuege sind halt teuer, nech?”. Ja, ihr habt richtig gelesen.

Ich frage mich, wieso “das System” das tut. Ich als ganz offensichtlich geschaedigter – weil verarschter – muss mir vor Gericht, zu dessen Terminvereinbarung einem einfachen Angestellten wir mir schon einiges an Mut abverlangt wird, durch die Blume sagen lassen, ich moege die Richterin, die den Scheiss zu verhandeln hat, bitte mit solchem Scheiss verschonen.
Lieber Richterin, lieber Rechtstaat: Regelt das einfach einvernehmlich. JEDER Mieter erhaelt die Einzelheiten JEDER Betriebskostenabrechnung OHNE nachfragen zu muessen mit JEDER Betriebskostenabrechnung. Wo ist bitte das Problem? Eine korrekt abgerechnte Betriebskostenabrechnung wird doch ohnehin auf Grundlage von beglichenen Rechnungen eroeffnet. Da wirds wohl von einem Unternehmen verlangt werden koennen, das ganze halbwegs uebersichtlich fuer den Endkunden aufzubereiten. Doch nein, das geschieht nicht. Stattdessen wird man mit einem “tja nu, is halt teuer, haetteste ja vorher ma drueber nachdenken koennen, ne? Depp” abgefruehstueckt. Ich fuehl mich echt verarscht. Nicht mehr nur von meiner Verwaltung, die als Dienstleister zu 100% versagt hat, sondern auch vom deutschen Rechtsstaat im Allgemeinen.

Alleine, dass ich vor Gericht gehen muss, um Einblick in Unterlagen zu erhalten, der mir per Gesetz sowieso zusteht, um mir dann sagen zu lassen, nachdem ich quasi NICHTS gesehen habe, ich haette doch nun alle Unterlagen vorliegen… Sorry, aber das ist echt nicht spassig. Wenn ihr faulen Richter euch nicht mit Betriebskostenabrechnungen rumaergern wollt, sorgt fuer klare Regeln. Sorgt dafuer, dass man nicht erst soweit gehen muss als Klaeger, als Verschaukelter.
Scheiss System, echt.

Nur fuer’s Protokoll: Interessierten Lesern uebergebe ich gerne den gesamten Fall. In Teilen veroeffentliche ich ihn auch sicherlich, sollte sich hier keine fuer mich akzeptable Loesung finden. Ich hab hier echt nix verschwiegen. Klar, alles ist etwas einseitig, aber is ja auch mein Blog hier, nech? :D

Und als waer das hier ne Freakshow fuer mich gehts ja in der neuen Bude direkt weiter:
> PKW-Stellplatz ist belegt von einem Auto, dass so aussieht, als haette man es seit Monaten nich mehr bewegt
> Vereinbarte Arbeiten an Fenstern sind nicht erledigt worden – wohl aber wurde der Termin zur Uebergabe der Whg mit Begruendung dieser Arbeiten verlegt
> Am Mieterkeller haengt ein Vorhaengeschloss – nicht unseres und es liegt auch kein Schluessel vor
> Vom Vermieter werden 2 vollstaendige Saetze Schluessel uebergeben. Ja, 2.
> Es existiert am Tag des Einzugs kein fliessend kaltes Wasser in der Bude.

Als wuerd ich inner Bananenrepublik wohnen, echt. Ich mein ja, vllt sind mein Ansprueche zu hoch. Vllt erwarte ich zuviel, wenn ich erwarte, dass mir ein nicht zugestellter Parkplatz vermietet wird oder dessen Raeumung beizeiten (zuvor!!) erledigt wird. Immerhin war man ja auch schnell dabei, zwei Monate vor Uebergabe der Whg die Kaution samt erster halber Mieter einzubehalten. Aber statt mal das Vorhaengeschloss des Vormieter abzuhaengen, den dritten Schluesselsatz zu besorgen oder wenigstens das scheiss Wasser anzuknipsen – dafuer war dann widerum keine Zeit (tatsaechlich ist sogar das Hauptventil in der Whg im Eimer. Ist sicher erst passiert, als wie eingezogen sind…). Was ist das fuer ein Land, in dem ich fuer jeden Tinnef Protokolle anfertigen muss, damit mir hinterher nicht vorgeworfen wird, ich wuerde mir irgendwelchen Kram aus den Fingern saugen. Und nur vorsorglich: koennte ich doch beweisen, dass das gesagt wurde, ist es natuerlich unverbindlich gewesen. Harr harr.

Echt, einmal mit Profis arbeiten… :/

Advertisements

Mit Tag(s) versehen:

2 Kommentare zu “Waargh – Wenn die Luft weg ist, bleibt der Aerger…

  1. […] Vertragspartner (Kabel Deutschland, Versatel, Deutsche Post und last but not least mein Ex-Verwalter) bekommt meine Umzuege ordentlich gebacken – und offenbar geraet man mit der neuen Anmeldung […]

  2. […] Kabel – wenngleich es kein scharfes oder gutes Bild ist. Natuerlich habe ich nach unserer letzten bitteren Erfahrung mit einer Hausverwaltung direkt mit Anwalt und Mietminderung gedroht. Seither ist Stille und das […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: