Man kommt nicht umhin zu mutmaszen…

…das nicht etwa die gestiegene Lebenserwartung und die damit vielleicht verpflichtende, womoeglich gar gerechtfertigte laengere Lebensarbeitszeit die Menschen so auf die Barrikaden bringt – sondern die generelle und gerade in den letzten Jahren verstaerkt zunehmende Ungerechtigkeit, mit der diejenigen ~90% der europaeischen und ach so privilegierten Bevoelkerung seit Jahren behandelt wird, die letztlich das Fundament zum Wohlstand aller 100% darstellt. Es ist ja nicht so, dass hier nach Jahren und Jahrzehnten des ununterbrochenen Aufschwungs grade fuer Mittel- und Geringverdiener nun kleinere Einschnitte akzeptiert werden muessen, um den geformten Wohlstand nicht zu gefaehrden.
Nein, vielmehr ist es, meiner bescheidenen Meinung nach, so, dass nicht zuletzt die Art des Umgangs der deutschen und europaeischen Regierungen mit der „Wirtschaftskrise“, der Umgang mit sozial schwachen im krassen Gegensatz zum Umgang mit Lobbyisten, Nutzniessern der Krise und den ewig verdaechtigen Top-10%, die Behandlung von eigentlich allen ausser den Elitaeren, in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Speziellen, zum Unmut fuehrt.
Es macht sich mehr und mehr der Gedanke breit, jedenfalls in meinem mueden Geist, dass dieses Land, und mit ihm alle in ihm schwimmenden Nutzniesser, annimmt, es koennte eine derartige Spirale der ‚Umverteilung‘ ueber Zeitraeume verkraften, die dann bequem andere Generationen als die der aktiven Lobbyisten ‚fertig erleben‘ muessen.
Ich kann euch mit ziemlicher Sicherheit sagen, liebe Politiker, das ist der falsche Weg. Ich weiss nicht, ob ein „Sozialstaat“ die optimale Staatenbildung darstellt – aber ich weiss, dass ein Sozialstaat immer von allen getragen werden muss – denn wenn man anfaengt, sozial schwache von sozial halbwegs beguenstigten abzufangen, und eine mehr und mehr einseitige Umverteilung von Wohlstand und Vermoegen organisiert, wechseln in sehr kurzen Zeitraeumen mehr und mehr von „mittelmaessig“ zu „schwach“. Die kontinuierlich ansteigende Anzahl der Leiharbeiter, Kurzarbeiter, Zu-Hartz4-was-Dazuverdiener spricht hier wohl Baende. So seht ihr euch alsbald vor die Frage gestellt, ob denn eurer Meinung nach ein Sozialstaat das optimale Staatsbild darstellt. Das mag man sicherlich trefflich diskutieren koennen – aber dann tut’s gefaelligst ehrlich und nicht so schleichend, hinterfotzig und ruecksichtslos. Zwischen die Augen verstehen die Waehler auch – und ja, hinterher waehlen sie euch nicht mehr. Ah. Okay. Ich verstehe euer Dilemma…
Ich hoffe instaendig, dass die Instrumentalisierung der Medien in dieser „soziale Kaelte“ alsbald zu einer Gesundung beitraegt – ansonsten fuerchte ich Uebles. Die Deutschen moegen ein lethargisches Volk sein, dass nur schwer dazu zu bewegen ist, seinem Unmut oeffentlich Ausdruck zu verleihen – aber nehmt nicht an, dass deutsche Autos weniger gut brennen als franzoesische.

Advertisements

Mit Tag(s) versehen:

%d Bloggern gefällt das: