Turbulente Wochen…

Tjo. Seit gestern Nachmittag steht so ein asozialer Penner auf meinem Parkplatz – auf Privatgelaende, im markierten (wenn auch vereisten und daher nicht sichtbaren) Rahmen. Natuerlich weiss er, dass er da falsch steht – er kurvt hier schon seit Wochen rum und parkt mal hier und mal dort – sehr zu meinem Aerger, da er eigentlich immer so stand, dass er mich bei einer irgendwie gearteten “natuerlichen Bewegung” behindert hat. Nun also die Kroenung – statt mich zu stressen nimmt er mir einfach mein bezahltes Recht, auf meinem Stellplatz zu parken. Habe natuerlich instant einen Zettel an die Windschutzscheibe gepappt, aber der ist nicht unbedingt freundlich (aber durchaus angemessen) und wird wohl nicht unbedingt zur Aufloesung dieses schwelenden Konflikts gereichen. Aber mir ging es fuenf Minuten lang besser.
Hat iwer Erfahrungen mit dem Abschleppen von fremden KFZ vom eigenen Stellplatz? Ich weiss so ungefaehr wie’s laeuft – man muss auslegen und sich die Kohle zurueckholen. Verstehe aber nicht, wie ich erfahre, von wem ich die Kohle zurueckholen muss, und ob ich damit genoetigt waere, einen Anwalt damit zu beschaeftigen, das zu besorgen… Dann kann ich die Kohle auch gleich verbrennen…
Ich find’s ja mal wieder typisch deutsch (und nicht unerheblich unnoetig) dass einem Privatemenschen hier nur wenige Moeglichkeiten bleiben. Wenn man so googlet, findet man neben den Rattenfaengeroptionen (“Schreiben Sie uns, wir machen das fuer Sie…”) vor allem halt die rechtlichen Rahmenbedingungen, die da bedeuten: Polizei & Ordnungsamt machen nix, zustellen is nat. keine Loesung und fuers Abschleppen muss man die Kosten vorstrecken – ob man sie zurueckerhaelt is entsprechend ungewiss. Stellt man sich die Frage, wieso das so gehandhabt wird. Natuerlich ist das ein Fall fuer die Polizei. Ich mein, wenn einer in meiner Bude hockt wenn ich nach Feierabend nach Hause komme, ist die doch auch zustaendig. Albernes System.

Ausserdem hab ich mir gestern beim Salat-Schnibbeln eine kleine Mittelfinger-Fleischbeilage dazu geschnitten – ausgerechnet linker Mittelfinger. Kann nun nicht mehr vernuenftig W-A-S-D bedienen – ‘s wird Zeit fuer die neuronalen Spielsteuerungen –.-

Vielleicht bin ich deswegen ueber die Geschehnisse der letzten Wochen noch eine Ecke weniger Happy als ohnehin angemessen waere.

  • Da waere zum einen der unsaegliche Zoff um Gebuehren fuer’s Liedersingenkopieren (ist nur der einpraegsamste Beitrag zum Thema – aktuell wurde es nochmal in der juengeren Vergangenheit) in Kindergaerten (wenngleich das GEMA-Bashing natuerlich etwas relativiert wird, wenn man die Geschichte mal von einer anderen Seite betrachtet ^^). Das fuehrt natuerlich unmittelbar in die etwas fernere Vergangenheit zurueck – zum Weihnachtsmarkt-GEMA-Bashing. Scheissegal, wer hier tatsaechlich Rechteverwerter ist, scheissegal, wer hier tatsaechlich Initiator von erhobener-Zeigefinger-Briefen ist, das ganze Theater beweist ja nur, wie sehr die Welt im Allgemeinen und die Deutschen im Besonderen den Fokus fuer Wesentliches verlieren. Mehr und mehr erwachsen wir zu einer Nation von Kleingeistern – das digitale Zeitalter uebersteigt meiner bescheidenen Meinung nach den Verstand der meissten Menschen. Also schlagen wir uns mit analogen Grundsaetzen durch, bis irgendwann alles im Chaos versinkt. Niggemeiers Versuch, zu schlichtenerklaeren untermauert ja nur die Hilflosigkeit und den stoischen Aktionismus, zu dem sich so viele Menschen genoetigt sehen, um dem Informationszeitalter, in dem Produzieren mehr und mehr dem Multiplizieren weichen muss, gerecht zu werden.
  • Dann war da noch die Sache mit unserem Verkehrsminister. Die deutsche Bahn ist im (schon wieder…) schrecklich spontan einbrechenden Winter zu immerhin einem Fuenftel verlaesslichpuentklich – das laesst hoffen, denn weniger geht ja kaum. Die naechste Statistik wird also vermutlich besser aussehen. Die Berliner S-Bahn spielt derweil den Hampelmann der Nation, streicht Silvester-Sonderzuege und glaenzt zu Jahresbeginn durch PuenktlichkeitPreiserhöhung. Der Flugverkehr lahmt, die Autobahnen werden nicht ordentlich geraeumt und in vielen Staedten ist (schon wieder…) das Salz am Limit (wo waren die Verantwortlichen im letzten Winter?). Der dafuer zustaendige Mensch mit hoechsten Befugnissen im Land ist Verkehrsminister Ramsauer, der sich derweil lautstark dafuer einsetzt, seine zum Amtsantritt angekuendigten Bemuehungen, in seinem Ministerium die guten, deutschen TugendenSprache zu etablieren. So sehr man fuer oder gegen diese Offensive sein kann, so unzweifelhaft ist, dass Herr Ramsauer derzeit wohl besseres zu tun hat, als sich in Interviews damit zu profilieren, dass er die deutsche Sprache zu retten versucht. Aber nach eigener Aussage hat er die “Noete und Sorgen” der Menschen ja durchaus im Blickfeld – insofern ist die Sache mit den Verkehrsmitteln vielleicht auch einfach nur ueberdramatisch in der Presse dargestellt…
  • Toll fand’ ich ja auch Merkels Neujahrsansprache. Davon abgesehen, dass ihr nun auch wirklich der letzte Funke Glamour abhanden gekommen ist, lohnt sich durchaus der Blick hinter die vermeintlichen Fakten, die sie so grosszuegig mit uns teilt. Dabei stellt man dann ernuechtert fest, dass selbst vermeintliche Grundfesten des Landes nur Nebelkerzen zu sein scheinen. Nicht unbedingt ein Grund, an Vertrauen in dieses Land und seine gewaehlten Volksvertreter zu gewinnen…
  • Wenn wir vorhin das GEMA-Bashing angesprochen haben, muessen wir natuerlich unbedingt das GEZ-Bashing noch hinzuziehen. Ab 2013 veraendert sich das Abzockmodell (sigh!) des oeffentlich-rechtlichen Rundfunks durch die “Rechteverwerter” der GEZ. Ab 2013 wird jeder Haushalt zur Kasse gebeten. War’s bisher schon schwer genug, den Schnuefflern der GEZ auszuweichen, wird das kuenftig zwar unnoetig, dafuer aber auch unmoeglich sein. Ueber den Sinn und Nutzen des OeRR will ich gar nicht reden, das ist aus vielen Blickwinkeln Ansichtssache und die regen Debatten im Internet beweisen, dass hier ein bunter Strauss Argumente zusammengetragen werden kann – fuer beide Seiten. Man geraet im Sog dieser Gebuehrenmodifizierung eindeutig zu schnell in ein “Verbotene Liebe”-Bashing, das ist einigermassen nervig. Ich selbst bin ja ein grosser Fan der Kulturflatrate – die GEZ in allen Haushalten ist ein Schritt in diese Richtung. Zwar wird der falsche Content bezahlt, aber das Gebuehrenmodell, an eine Steuer angelehnt, erscheint mir grundsaetzlich logischer, als einen Apparat wie die GEZ zu beschaeftigen, die wiederum nix anderes tun als Buerger zu gaengeln. So wird sich mittelfristig auch die GEZ selbst subtrahieren, denn der naechste, folgerichtige und konsequente Schritt wird ein Wechsel von OeRR-Gebuehren zur OeRR-Steuer sein. Mal schaun, wann’s soweit ist.
  • Was unbedingt in die GEZ-Debatte gehoert (im krassen Gegensatz zum Inhalte-Geheule) ist der Auftritt der neuen ARD-Intendantin Piel, die sich zum Amtsantritt direkt mal zwischen Groessenwahn (“wir sind bereit fuer Google”) und dem Wunsch, den Menschen noch mehr Kohle aus den Rippen zu leiern (“Tagesschau-App muss kostenpflichtig werden”) verlaeuft – und weil das fuer eine Intendantin der ARD zum Einstieg noch nicht genug Leuchtfeuer ist, wird direkt mal auf den “Geburtsfehler des Internets” hingewiesen – kostenloses. Traumhaft nachzulesen und fuer die Ewigkeit im Herzen und Kopf der Menschen eingebrannt. Wenn solche Sorten Mensch so zentrale Stellen in Deutschlands oeffentlichen Sektoren besetzen duerfen, dann haben wir’s bald geschafft und begeben uns ins digitale Seitenaus. Macht aber auch nix, auf Youtube gibt’s ohnehin nix anstaendiges mehr zu sehen, wenn man aus Deutschland hinsurft und die Pornoseiten werden ja kuenftig sowieso nur noch nachts offen sein (jaja, das Gesetz ist eingefroren – es wird auf die eine oder andere Weise dennoch zurueckkommen, erinnert euch an meine Worte…). Es ist also nur konsequent, die Evolution des digitalen Zeitalters anderen zu ueberlassen.
  • Last but not least kotzt mich derzeit mal wieder dieses latente Terrorgefahr-Gehabe an. Dass wir Deutschen (!) uns ueber Rasterfahnundsartige Selektionen an Check-In-Bereichen auf Flughaefen aufregen, die ja sowieso schon immer vorgenommen wurden (nur bisher schlauerweise, ohne drueber zu reden…), ist nur ein Aspekt. Ja, es gab mal wieder Anschlaege. Ja, es gibt vielleicht viele vereitelte Versuche, Anschlaege zu verueben. Ja, auch in Aegypten schepperts wieder. Ja, die Welt ist ein unruhiger Ort – und ja, das kann einen vollkommen zurecht erschrecken und betroffen machen. Aber ich fuer meinen Teil werde nicht in Angst leben. Diese Entwicklung, die die Menschheit derzeit durchmacht, besorgt mich viel mehr als diese verirrten Seelen, die sich aus welchem Antrieb auch immer mit maximaler Streuwirkung zur Waffe von Extremisten oder extremen Ideen machen. Ich ahne, dass Orwell mit seinen Visionen nicht etwa thematisch daneben liegt – sondern nur zeitlich. Vielleicht ist es mal wieder an der Zeit, meiner Frau dafuer zu danken, dass sie, wie ich selbst ja auch, keine Kinder in diese kaputte Welt zu setzen bereit ist. Ich frage mich, welche Sorte Mensch offenen Auges durch’s einundzwanzigste Jahrhundert spaziert und trotzdem Kinder in diese verlorene Welt setzt. Mehr und mehr verliere ich den Glauben an diese Spezies. Und mehr und mehr druecke ich der Natur die Daumen, dass ihre Bemuehungen, die Menschen vom Erdball zu fegen, baldmoeglichst Erfolg haben werden. Moeglichst noch bevor wir irreparablen Schaden anrichten…
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13 Kommentare zu “Turbulente Wochen…

  1. Muriel 8. Januar 2011 um 10:39

    Das mag jetzt eine sonderbare Frage sein, aber isst du eigentlich Fleisch?

  2. sph1nxxx 8. Januar 2011 um 13:58

    Hallo Muriel,

    aeh. Ja. Also ja, ist ne sonderbare Frage ^^.
    Habe jetzt ueberlegt, obs auf den von mir ausgelassenen aber durchaus erwaehnenswerten Dioxin-Skandal gemuenzt ist, auf meinen Mittelfinger oder auf die eine oder ander religioese Anspielung – aber schlussendlich denke ich mir, is doch alles albern, das is ne einfache Frage, die kann man auch einfach beantworten: Ja, grundsaetzlich esse ich Fleisch ;D

    Ich bin gespannt, was nun kommt o0

  3. Muriel 8. Januar 2011 um 14:16

    Nach so viel Spannung kann die Antwort eigentlich nur noch antiklimaktisch sein, deswegen fasse ich sie wenigstens kurz:
    Ich verstehe in dem Fall nicht, welche Abwägung dich zu dem Ergebnis bringt, dass es erfreulich wäre, wenn die Menschheit ausgelöscht würde, um Schaden an der Tierwelt zu vermeiden.
    Offenbar siehst du menschliches Leben in deiner Bewertung ja grundsätzlich in einer völlig anderen Kategorie als tierisches.
    (Ja, ich weiß, das hätte ich auch direkt fragen können. Manchmal bin ich einfach ein Blödmann bisschen komisch.)

  4. sph1nxxx 8. Januar 2011 um 15:00

    Hm. An sich simpel: Der Mensch uebertreibt seinen Vorstand in der natuerlichen Ordnung der Erde. Es genuegt ihm nicht mehr, im Grunde das einzige Tier zu sein, das keine natuerlichen Feinde zu fuerchten braucht – er muss es noch weiter und weiter treiben. Als einzige Spezies in der Geschichte der Erde sind wir in der Lage, natuerliche Selektion zu ueberlisten – das ist toll fuer die Menschen und umso schlimmer fuer alle anderen Spezies und die Natur dieser Erde – denn es fuehrt zu einer Spirale des Ungleichgewichts auf dieser Erde.
    Tiere zu essen gehoert zur Natur des Menschen. Es bereitet mir keine Kopfschmerzen, an der Spitze der hierarchischen Ordnung der Lebewesen dieses Planeten zu stehen, ich sorge mich nicht um die unter mir liegen Rangordnung. Ich sorge mich ausschliesslich um den Einfluss des Menschen auf diese Ordnung. Und zwar nicht die unmittelbare – ich esse ein Steak, die Kuh ist tot. Sondern um die mittel- und langfristige.
    Ich denke, der Lebenszyklus der Erde waere ohne die Stoerfeuer der Spezies Mensch wesentlich homogener und ungestoerter. Das beweist jede Tierdokumentation im Fernsehen, aus der hervorgeht, dass jede Spezies einen natuerlichen Auftrag hat. Mit welcher Arroganz stellen wir uns hin und unterwerfen diese Ordnung, dieses System? Wir tun’s, weil wir’s koennen.

    Vielleicht ist auch genau das unsere Bestimmung. Vielleicht ist die Natur NICHT das ausgeglichene Gleichgewicht der Erde, fuer die ich es halte. In dem Falle haette ich mich geirrt und die Menschheit wird sogar unbedingt benoetigt, um sie zu unterwerfen. Damit koennte ich aber auch gut leben – die Erde gibt’s schon ne Weile laenger als den Menschen, und so wie’s derzeit aussieht wird es sie auch nach dem Menschen noch geben. Wenn auch in etwas veraenderter Form. Aber das tut jede dominierende Spezies auf der Erde – ihr ihren Stempel aufdruecken. Es waere also auch dann kein – haha – Weltuntergang, wenn die Menschheit sich ins Nichts aufloesen wuerde, obgleich ihr Auftrag unerfuellt bliebe.
    Ich habe einfach meine Zweifel, dass das Oekosystem der Erde fuer unsere Geschwindigkeit ausgelegt ist. Und nicht zuletzt die Veraenderung des Klimas auf der Erde gibt mir recht.
    Eine Kuh zu essen, die gezuechtet wurde, damit ich sie esse, bereitet mir keine schlaflosen Naechte. Zu wissen, dass ich letztlich im Namen meiner Spezies die Schuld dafuer trage, dass tausende Tierarten ausgerottet wurden und werden, nur weil wir als Krone der Schoepfung das KONNTEN, durchaus. Und es geht ja weiter. Tierschutzparks, Aufwilderungsgebiete, Naturschutzgebiete sind nur ein Tropfen auf dem heissen Stein – und ueberdies ein temporaeres Phaenomen. Der Mensch braucht die Flaeche zum Leben – und er wird sie sich ueber kurz oder lang einverleiben. Das ihn dabei niemand wird aufhalten koennen, das ist es, was mir wirklich Sorgen bereitet.

  5. Muriel 8. Januar 2011 um 15:11

    Du glaubst, dass es einen inhärenten Auftrag für uns in der Natur gibt, und dass wir den zu erfüllen haben?
    Interessant.
    Wo käme der denn her, und wie begründest du unsere Verpflichtung, zu gehorchen?
    Und wenn du glaubst, dass das uns umgebende Ökosystem für etwas ausgelegt ist, glaubst du dann auch, dass da ein Bewusstsein ist, dass das getan hat, oder hast du das nur der Einfachheit halber so formuliert?

  6. sph1nxxx 8. Januar 2011 um 15:57

    Schwer zu sagen.
    Wenn man sich das Oekosystem ansieht, erscheint es einem ungewoehnlich, dass es eine Spezies geben soll, deren einzige Verpflichtung dem System gegenueber ist, sich ihm nicht unterzuordnen.
    Das Zusammenwirken der natuerlichen Ordnung folgt im Grossen und Ganzen sich immer wieder erneuernden Mustern, die, je weiter man diesen Pfad entlang wandert, immer eindrucksvoller und eindeutiger werden. Es scheint, als haette jede lebendige Spezies und auch die meissten Pflanzen eine ganz bestimmte Aufgabe – deren Erfuellung hat Auswirkungen auf das sie umgebende System, da es fast immer Nutzniesser des Wirkens gibt – die widerum auch Aufgaben erledigen, von denen wieder andere profitieren. Ein Kreislauf des Lebens – klingt vielleicht abgedroschen, ist aber fuer mich durchaus sichtbar.
    Das ist gewiss Ergebnis jahrtausende langer Evolution, nicht’s bewusst initiiertes. ich tu mich jedenfalls schwer mit der Akzeptanz einer „hoeheren Macht“ die sich den Kram ausgedacht haben soll.
    Fakt ist aber, dass der auffaelligste Stoerer in diesem Zyklus der Mensch ist. Wenn wir es wollen, fischen wir die Meere leer. Wenn es unser Wunsch ist, toeten wir so lange Elefanten, bis wir uns genoetigt sehen, die letzten paar zu beschuetzen, um nicht alle auf dem Gewissen zu haben. Von den tausenden Tierarten, die wir bereits auf dem Gewissen haben, ganz zu schweigen. Wir sprengen fuer Diamanten solange die Erde weg, bis der Lebensraum fuer Millionen Tiere vernichtet ist. Den Regenwald holzen wir nach belieben ab, wir lenken Fluesse um, brechen durch Erwaermung der Erde die Polarkappen in Stueckchen. Wir vergiften ganze Landstriche mit radioaktivem Material. Wir pieken zur Deckung unserer wie auch immer grade gearteten Beduerfnisse immer solange ins System, bis etwas zu Bruch geht. Dann bemerken wir den Irrtum und bemuehen uns um Schadensbegrenzung.

    Wenn man sich das Zusammenwirken von Pflanzen mit Tieren mit Tieren mit Pflanzen ansieht, wird eine Symbiose deutlich, die mich daran glauben laesst, dass dieses Zusammenwirken dem natuerlichen Zyklus dient – der Erhaltung allen Lebens, alleine um der Erhaltung des Lebens willen. Wenn ein Mistkaefer den Elefanten-Mist wegrollt, tut er sich selbst einen Gefallen, aber er tut eben auch seiner Umgebung einen gefallen, weil nicht die ganze Steppe mit Elefanten-Mist zugemuellt ist. Jedes Wirken von jeder Spezies scheint sich in eine Ordnung einzufuegen, in der ein Gleichgewicht herrscht. Einzig der Mensch passt nicht so recht in diese Ordnung.

    Es bleibt der letzte Zweifel, ob’s vielleicht einen Grund hat, dass sich unsere Entwicklung so sehr gegen diese natuerliche Ordnung wendet. Vielleicht ist genau das der Weg, den die Evolution uns zugedacht hat. In dem Fall haette ich halt unrecht und ich sabotiere die Evolution, indem ich mich aus dem Genpool entferne. Angesichts des Status der Menschheit in der Welt erscheint mir das aber sowieso nur als ein sehr kleines Zeichen – es wird den Weg nicht veraendern, den die Welt derzeit geht. Macht auch nix, auch andere Tierarten versagen vereinzelt.

    Ich halte die Welt an Orten, in denen der Mensch (jetzt noch) das Ziel verfolgt, diese Orte weitgehend sich selbst zu ueberlassen, fuer friedlicher, homogener, stimmiger. Dort, in diesen weitgehend unberuehrten Gegenden herrscht ein Gleichgewicht, das ich ueberall dort vermisse, wo der Mensch die Herrschaft hat und dies auch auslebt. Und angesichts der Art, wie die meissten Menschen miteinander, mit ihren Mitmenschen und -Tieren umgehen halte ich es nicht fuer notwendig, die Verantwortung fuer neues Leben zu uebernehmen.
    Es ist nicht wirklich so, dass ich der Menschheit die Ausloeschung wuensche – ich habe einen gewissen Selbsterhaltungstrieb. Aber ich habe meine Zweifel, dass die Welt bereit ist fuer diese Menschheit.

    Eine Verpflichtung, einer wie auch immer gearteten Verantwortung der Erde gegenueber, die uns mit Wasser, Nahrung und Sauerstoff am Leben haelt, respektvoll und ruecksichtsvoll gegenueber zu treten, besteht wohl nicht, erkenne ich auch nicht. Aber ich betrachte es deswegen dennoch als Fehler, in den Kreislauf der Erde auf diese Weise einzuwirken.
    Das Oekosystem um uns herum ist auf eine Weise miteinander verknuepft, die mich ehrfuerchtig zweifeln laesst, ob es richtig ist, diesen Zyklus zur Arterhaltung derart zu manipulieren. Und sind wir mal ehrlich – die Menschheit halt zuletzt vo 10.000 zur Artenerhaltung was erledigt. Seither tun wir’s zur Machtsteigerung – die entspringt noch dunkleren Gegenden des menschlichen Gehirns als eben jener notwendige Antrieb, sich und die seinen am Leben zu halten.

  7. Muriel 8. Januar 2011 um 16:15

    @Manticora: Zuerst mal vielen Dank, dass du dir die Mühe machst, mir so ausführlich zu antworten.
    So ganz ist mir dein Standpunkt aber trotzdem nicht klar geworden. Das fängt schon damit an, dass du gleich zu Beginn mit einer Verpflichtung gegen dem Ökosystem argumentierst, um dann gegen Ende eine Verpflichtung zu verneinen.
    Und deine These von der wundervoll symbiotisch-harmonischen Natur leuchtet mir auch nicht ein. Über 99% aller Arten sind ausgestorben. Vielleicht bin ich derjenige der falsch liegt, aber aus meiner Perspektive hast du ein völlig überromantisiertes Bild von Ökosystemen. Was ist stimmig, homogen und friedlich daran, wenn ein Schimpanse die Kinder eines Rivalen tötet, Ameisenstaaten gegeneinander Krieg führen oder Bäume miteinander um Ressourcen kämpfen?
    Und darüber hinaus sehe ich immer noch nicht, wie das ethische System aussieht, aus dem eine Verpflichtung folgt, auf eine bestimmte Weise damit umzugehen.
    Wenn du sagen würdest, dass wir uns selbst schaden, indem wir die Natur um uns zu sehr verändern, dann könnte ich das verstehen.
    Wenn du sagen würdest, dass wir kein Recht haben, Tierleben geringer zu bewerten als menschliche, könnte ich das verstehen.
    Mir scheint, dass du sozusagen aus einer ästhetischen Perspektive argumentierst und meinst, dass du die Welt ohne Menschen irgendwie schöner fändest. Aber da dann keiner mehr da wäre, der das zu schätzen wüsste, würde mir diese Argumentation auch nicht einleuchten.
    Wie ich am Anfang schon kurz sagte, klingt überall in deinem Kommentar diese Idee durch, es gäbe für die Evolution, unseren Planeten oder das Leben an sich ein vorgegebenes Ziel oder eine „natürliche Ordnung“, aber ich sehe nicht, wie du diese Idee konsistent begründet hättest oder auch nur könntest.

  8. Muriel 8. Januar 2011 um 16:15

    Ups. Warum schreibe ich denn da plötzlich „@Manticora“? Naja, kannst du dir einfach wegdenken.

  9. sph1nxxx 9. Januar 2011 um 13:10

    Ach naja. Die Menscheit in ihrem aktuellen Stadium erinnert mich an Schueler, die grade feststellen, dass alle ihre Aktionen Konsequenzen haben. Sie lernen aber sehr langsam, mit dieser Verantwortung fuer sich und andere umzugehen.

    So hat die Menschheit eine Verpflichtung der Erde, der Natur und der natuerlichen Ordnung gegenueber – die ergibt sich simpel aus ihrer Existenz. Ob ein Schueler aber seine ihm aufgetragenen Hausuafgaben macht oder nicht, hat erstmal keine unmittelbaren Auswirkungen. Die dafuer kassierte „6“ ist nur eine vage Andeutung, die sich erst am Semesterende in schriftlich fixierter Tatsache manifestiert.
    Die Menschheit kann sich dieser Verantwortung also entziehen – mit allen daraus entstehenden Konsequenzen. Aber die moralische Verpflichtung kann man nicht wegdiskutieren. Macht geht nimmer mit Verantwortung einher. An der Spitze der Nahrungskette eines so komplexen und riesigen Oekosystems zu stehen bedeutet automatisch auch, die groesste Verantwortung zu deren Erhaltung inne zu haben.

    Ja, mag sein, dass ich die Welt ausserhalb der Grenzen menschlicher Einwirkung zu romantisch sehe. Soweit das meine Erfahrungen betrifft folgen Instinktive Handlungen aller Tierarten immer nur der Arterhaltung. Abgesehen von der Spezies Mensch hat keine Tierart den Wunsch oder Drang, die Weltherrschaft an sich zu reissen. Dabei haben einige durchaus die Befaehigung dazu. Aber sie alle begnuegen sich mit ihrer Stellung in diesem System. Ausser eben der Mensch.

    Natuerlich ginge er „der Welt“ besser ohne die Menschheit. Die Menschheit alleine trachtet nach ihrer Zerstoerung (nicht als Ursache, aber als Wirkung). Nur weil das niemand bewusst bemerken wuerde, aendert es nicht den Effekt.

    Eine konsistente Argumentation habe ich in der Tat auch nicht – es ist ja eher sowas wie ein Gefuehl, eine Ahnung. Es ist nachweislich so, dass die Menschen den Planeten krank und kaputt machen. Aber darueber hinaus gibt es ja eben kein uebergeordnetes Skript, kein Drehbuch, nach dem das Leben sich richtet. So muss eben jede Spezies seine Bestimmung selbst herausfinden. Der Mensch alleine ist in der Lage, zu entscheiden, ob abseits der Arterhaltung noch weitere Ziele verfolgt werden muessen – und zu welchem Preis…

    Es ist vor allem eben ein Gefuehl, das mich beschleicht, wann immer ich die direkten Auswirkungen sehe, die menschliche Einwirkung auf meine Umwelt hat. Und ich lebe in Berlin, ich bin also permanent von ihr umgeben.
    Ich bin kein „Oeko“, ich profitiere selbst zu grossen Teilen auch vom technischen Fortschritt und mache davon rege gebrauch. Ich sorge mich nur um das fehlende Gleichgewicht.

  10. Muriel 9. Januar 2011 um 14:50

    Ich denke, so langsam können wir zum Ende kommen, und ich will auch deine Zeit nicht über Gebühr in Anspruch nehmen, aber ich glaube, dass du dich irrst. Nicht nur, weil ich deiner ethischen Bewertung nicht zustimme (Ich glaube nicht einmal, dass es möglich ist, eine Verpflichtung gegenüber einem Planeten zu haben, oder dass es so etwas wie eine natürliche Ordnung gibt. Ordnung ist etwas Konzeptionelles.), sondern auch, weil ich denke, dass du in Bezug auf Tatsachen falsch liegst.
    Zwei Beispiele dafür sind mir besonders aufgefallen:
    Wir zerstören nicht den Planeten. Wir könnten es nicht einmal, wenn wir es wollten. Niemand behauptet im Ernst, wir würden das tun. Sogar wenn wir jetzt sofort unser ganzes Trachten darauf richteten und unser gesamtes nukleares Arsenal dazu einsetzen würden, könnten wir meines Wissens keinen Schaden anrichten, der nach ein paar Jahrtausenden oder vielleicht auch hunderttausenden von Jahren (ein Wimpernschlag, geologisch gesehen) überhaupt noch erkennbar wäre.
    Keine Tierart „begnügt“ sich mit ihrer Position. Sie alle kämpfen, so gut sie können, gegeneinander, gegen andere Tierarten, gegen uns. Und ich sehe nicht, wo die Menschheit die Weltherrschaft „an sich reißen“ würde oder wollte, oder was du unter Weltherrschaft verstehst.
    Aus meiner Sicht ist Ethik nicht etwas, was man aus „natürlicher Ordnung“ rechtfertigen kann. Es sind Regeln, die wir erfinden, um auf diesem Planeten vernünftig miteinander leben zu können. Eine Grundregel, auf der man meiner Meinung nach die meisten anderen aufbauen kann, ist die, dass wir verpflichtet sind, kein unnötiges Leid zu verursachen. Von da an wird es stetig komplexer, und eine wichtige Frage im Aufbau so eines ethischen Systems ist die, wie wir Leid bewerten. Mit den meisten Leuten besteht schnell Einigkeit, dass Menschen höher zu bewerten sind als Tiere (meiner Meinung nach, weil sie ein komplexeres Bewusstsein haben, vielleicht auch deshalb, weil ich eben einer bin), aber bei der genauen Bewertung wird es dann wieder schwierig.
    Warum erzähle ich das alles? Ach ja, um kurz meine fundamentale Position in Bezug auf Ethik darzustellen und zu erklären, warum eine „natürliche Ordnung“ kein Argument ist. Dass etwas schon lange so war, hat nichts mit der Frage zu tun, ob es richtig ist.

    Und, ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel, ich habe wirklich ganz stark den Eindruck, dass du selbst bei Vielem nicht genau weißt, was du meinst. Mir geht es auch manchmal so, deswegen versteh es bitte nicht als Beleidigung, aber wenn du kurz nacheinander schreibst:

    Eine Verpflichtung, einer wie auch immer gearteten Verantwortung der Erde gegenueber, die uns mit Wasser, Nahrung und Sauerstoff am Leben haelt, respektvoll und ruecksichtsvoll gegenueber zu treten, besteht wohl nicht, erkenne ich auch nicht.

    und:

    So hat die Menschheit eine Verpflichtung der Erde, der Natur und der natuerlichen Ordnung gegenueber – die ergibt sich simpel aus ihrer Existenz.

    dann indiziert das für mich, dass du dir selbst nicht ganz darüber im Klaren bist, was du denkst und warum, und dass dein Schluss sich vor allem aus einem diffusen Gefühl ergibt, das viele Menschen teilen, das aber dadurch nicht fundierter wird.

  11. sph1nxxx 10. Januar 2011 um 08:47

    Okay, da war ich wohl etwas unscharf. Natuerlich zerstoeren wir nicht den Steinklumpen, dessen Kern uns davon abhaelt, ins All hinauszudriften. Den gibt’s, da sind wir uns offenbar einig, schon ne Weile laenger und er wird uns aller Voraussicht nach ueberstehen. Mal davon abgesehen, dass die nuklearen Sprengkoepfe einigen Theorien nach durchaus die Kraft besaessen, uns aus der Umlaufbahn zu schiessen – aber das koennte auch einfach nur eine urbane Legende sein, weiss ich nicht und habe ich auch nicht verfolgt.
    Wir geben uns aber durchaus grosse Muehe, das, was wir als „lebendig“ kennen, auszuloeschen. Das gilt eben fuer alles, was wir auf dem Weg, unsere eigene Entwicklung fortzusetzen, nebenbei zerstoeren, aber es gilt natuerlich auch fuer uns selbst. Natuerlich unterliegt der Mensch seinen Urinstinkten nicht weniger als die anderen Lebewesen, insofern ist es okay, wenn wir unsere Mitmenschen hoechstselbst toeten – sofern es dem eigenen Zweck dient. Inzwischen haben wir aber eine Gesellschaft geformt, in der dieses Verhalten abnorm behandelt wird – was zur Folge hat, dass wir weit weniger Menschen mit dem Knueppel eins ueberbraten als wir uns wuenschten tun zu koennen.
    Bei Tieren und Pflanzen liegt unsere Hemmschwelle geringer (natuerlich, da sie uns schon biologisch unterlegen sind), da kennen wir weniger Skrupel. Nur wenige Menschen waeren so skrupellos, ganze humanoide Bevoelkerungszuege auszuloeschen, nur weil sie es koennen und weil ein innerer Antrieb ihnen dies vorgibt. Bei Tieren und Pflanzen haben wir da weniger Skrupel. Und in der Tierwelt ist dieses Verhalten einmalig. Keine andere Spezies vernichtet untergeordnete Spezies nur des Vernichtens wegen.
    Denn unserer eigenen Entwicklung dient es nur bedingt, wenn wir Thunfisch essen oder Elfenbeinohrringe tragen. Das tun wir aus reiner Ueberlegenheit und einer bewussten Eitelkeit heraus. Dahingehend sind wir nicht einmalig – aber die Methoden sind doch schon etwas rustikaler als bei anderen Spezies.

    Tiere (und Pflanzen) reagieren aus einer Selbsterhaltung heraus. Ich mag hier tatsaechlich im Irrtum sein, bin weder Veterinaer noch sonstwie Fachmann auf dem Gebiet. Tatsache ist aber, dass bei allem, was ich ueber die meissten Tiere und Pflanzen weiss, sie zur Arterhaltung expandieren. Kein Loewe macht sich die Muehe, ein Gnu zu erlegen, wenn er oder die seinen keinen Hunger haben. Kein Eisbaer fischt sich eine Robbe, wenn er oder die seinen keinen Hunger haben. Elefanten rennen nicht durch afrikanische Doerfer und hauen alles zu klump, gleichwohl sie es wohl koennten. Und Krokodile bewegen sich ohnehin nur, wenn sie Hunger haben. Sind jetzt nur Beispiele aus der offensichtlichen „hoeheren“ Ebene der Pyramide – aber das gilt fuer die meissten untergeordneten Tierarten (afaik) ebenso.
    Jede Form von Expansion kostet Ressourcen und Kraft – und die meissten Tiere schenken sich das, sofern die eigenen Kinder genug zu futtern haben.

    Naja, also das ganze Thema, wo kommen wir her, wo gehen wir hin und wie kommt’s, dass wir jetzt hier sind, ist auch eine ganze Ecke zu gross fuer meinen Verstand. Der Platz der Menschen auf der Erde erschliesst sich mir nichtmal ansatzweise – weder verstehe ich, was wir hier tun, noch wo wir hinsollen. Vielleicht „sollen“ wir auch gar nix sondern hier einfach nur n paar Jahre unsere Eier schaukeln und dann den Stab weitergeben. Diese Rueckfragen an mich und meine Existenz fuehren ja eben gerade leider NICHT zu klaren Antworten und eindeutigen Pfadangaben. Insofern ist es eine fuer mich gueltige Entschuldigung, dass ich eben keine genaue Vorstellung davon habe, wie man so etwas komplexes wie „unseren Auftrag“ beschreiben koennte.
    Ich beanspruche keinen festen Standpunkt in dieser Hinsicht – wie denn auch? Ich kann’s nicht beurteilen. Weder habe ich einen uebergeordneten Blick, noch bin ich ein geneigter Philosoph. Ich habe nur abends das ungute Gefuehl, fuer diese Welt nicht das geleistet zu haben, was sie verdient haette. Mehr ist’s an sich nicht.
    Und ich betrachte den Menschen eben doch als zu einem Oekosystem zugehoerig. Wir sind ebenso an diesen Planeten gebunden wir alle anderen Pflanzen und Tiere. Das zu negieren bringt einen selbstverstaendlich auf andere Ergebnisse hinsichtlich der Bedeutung des Menschen fuer die Erde – aber mir ist ehrlich gesagt nicht klar, wie sich das Vorhandensein der Menschen (oder Tiere oder Pflanzen) auf der Erde sonst erklaeren sollte, wenn nicht ueber das Vorhandensein eines Lebenszyklus.
    Dieses „Gegenargument“ bleibtst Du bislang auch schuldig – meinen, nicht belegbaren und (durchaus richtig) aus einem ‚diffusen Gefuehl“ heraus entstehenden Beitraegen zum Thema die Kraft aus den Argumenten zu ziehen ist halt nicht der Ansatz zu einer anderen These.
    Wenn ich Dir also blind folgen wuerde (was ich nicht tue) haette ich jetzt nur „Argumente“ weniger – und die auch nur, weil Du die meinen bestreitest.
    Substantiell eben auch nicht mehr, nur eine andere Sichtweise.

    Beleidigt bin ich hingegen nicht, wieso auch. Mir ist ja klar, dass meine Argumentation zu diesem Thema eher „vage“ ist. Das liegt eben in der fehlenden Schaerfe, mit der ich drauf schauen kann ;)

  12. Muriel 10. Januar 2011 um 15:04

    Ich halte es jetzt wirklich kurz, um langsam zum Abschluss zu kommen:
    Natürlich sind wir teil des Ökosystems der Erde, und natürlich sind wir als Ergebnis einer langen Evolution hier, da widerspreche ich dir gar nicht.
    Ich stimme dir zu, dass es eine gute Idee ist, sich über die Konsequenzen unseres Handels Gedanken zu machen und möglichst wenig zu zerstören, das wir nicht zurückbringen können.
    Was mich stört, ist, dass deine Thesen anscheinend erstens auf unwahren Tatsachenannahmen stützen (zum Beispiel sind wir nicht einmal grundsätzlich in der Lage, das Leben auf diesem Planeten auszulöschen, und unser Ökosystem ist voll von Arten und Gruppen von Lebewesen, die danach streben, einander zu vernichten) und zweitens auf unbegründeten Behauptungen einer „Verpflichtung“ gegenüber einem Konzept, von dem du selbst keine klare Vorstellung hast.
    Wir sind die Quelle und der Maßstab unserer Ethik, und du bewertest unser Leben anscheinend auch deutlich höher als das anderer Tiere, sonst fändest du es nicht in Ordnung, sie zu essen. Ich finde es deshalb absurd zu behaupten, es wäre besser, wenn wir ausgelöscht würden. Für wen? Und warum sollte seine Perspektive dir wichtiger sein als unsere bzw. deine eigene.

  13. Humanized? Oder nicht! « manticora 28. Januar 2011 um 14:45

    […] stellen sich mit ihren Pornoautos asozial in zweite und dritte Reihen (oder gleich auf anderer Leute Parkplatz). […]

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