Guck’ ma, Tiere in der Stadt…

Heute auf dem Weg zur Arbeit fuhr ich an einem Auto vorbei. Typ Opel Omega oder Astra, Kombi, Schwarz oder dunkelblau. Ich hielt schraeg hinter dem Wagen, wartete auf meine gruene Welle und starrte etwas teilnahmslos in dieses Auto oder wohl eher: durch dieses Auto hindurch. Gedankenversunken nahm ich zur Kenntnis, dass der Wagen innen wie ein Supersportler aussah – jedenfalls von meiner Position aus. Chromfarbener Kaefig, der sich quasi durch den gesamten Fond schlaengelte, samt allem, was bei einem Kombi halt so als Ladeflaeche durchgeht. Sah so aus, wie man die Bilder aus dem Fernsehen zur Rallye Paris Dakar oder vom NASCAR kennt – alles mit verstaerkten Alustreben, damit bei einem Crash zumindest die Fahrerkabine noch intakt bleibt und man sich mit letzter Kraft aus dem Schrott pellen kann.

Wie auch immer. Aussen sah der Wagen jedenfalls eher mau aus, ziemlich runtergekommen, schmutzig, salzig – typischer “kurz-nach-Winter-Citylook” eben (gibt’s auch im Fernsehen, auch bei den Rallye-Wagen. Nur die Reklame-Aufkleber fehlten). So bemerkte ich, kurz bevor ich wieder anfuhr, meinen gedankenverlorenen Fehler: Die Ueberrollbuegel, Querstreben und Saeulenverstaerkungen waren tatsaechlich Begrenzungen eines Kaefigs. Fuer Hunde, anzunehmenderweise. Aber die groesse liess Rueckschluesse zu, dass man auf die Weise auch eine Horde Schweine zeitgleich haette transportieren koennen.

Mir schoss kurz die Frage durch den Kopf, wem dieser Kaefig denn wohl dienlich sein soll – bei nem anstaendigen Unfall wird ein derart fixierter Hund durch die kantigen Staebe filetiert und landet in Scheibchen an der Windschutzscheibe. Bei ner saftigen Kurve drueckts das Viech sicher auch unangenehm in die ‘Eisen’. Kids von der Rueckbank koennen zwar nicht reingreifen, aber immerhin mit Wasserpistolen reinballern. Also vermute ich, der “Schutz”, den diese Konstruktion erzeugen soll, dient erstrangig den menschlichen Mitfahrern. Den KindernMenschen auf der Rueckbank, dem Beifahrer, dem Fahrer.

Dieser Gedanke brachte mich auf kleinen Umwegen zur Haustier-in-der-Stadt-halten-Diskussion in meinem Kopf. Viele meiner Freunde halten Tiere, Fische, Katzen, Hunde, frueher auch mal Ratten, Chinchillas, Meerschweinchen, Zwergkaninchen. Keine grossen Exoten vondenen ich wuesste, der ‘deutsche Default’ halt – was man so in der Zootierhandlung kaufen kann. Ich selbst hatte mal einen Wellensittich als ‘kleiner Bub’. Seither verzichte ich auf Haustiere. Frueher aus Desinteresse, heute aus Ueberzeugung.

Ich finde, Tiere gehoeren nicht ins Haus. Ist paradox, denn ich finde, das gilt auch fuer Tiere, die gemeinhin als “Haustiere” bekannt sind. So grundsaetzlich denke ich, Tiere sollten nicht in Wohnungen, Haeusern mit kleinen Garten und ueberhaupt und grundsaetzlich nicht in der Stadt gehalten werden.
Weder Hunde, noch Katzen, schon gar nicht Voegel oder Exoten.
Sie alle haben ein Leben hinter Gittern, Glas oder in Mauern eingesperrt nicht verdient.
Nun bin ich nicht so der riesen Tiernarr, es ist also nicht so, dass ich jetzt losrenne und sie befreien werde. Aber ich moechte sagen duerfen, ich finde, wer Haustiere haelt, ist ein Tierquaeler und Tierfeind, ohne dafuer den geballten Zorn der “komm-tutti-tutti”-Fraktion auf mich zu ziehen.

Wenige Kilometer spaeter, schon wieder stand ich an einer roten Ampel, sah ich dann dieses wundervolle Bild: eine kleine Promenadenmischung macht sich’s neben einem Baum am Strassenrand grad gemuetlich, drueckte die Backen sportlich und geuebt auseinander und hinterliess eine Markierung, die es in sich hatte. ‘Frauchen’ wie sich ihre Besitzern sicher gerne selbst nennt, wenn sie mit dem Koeter spricht, guckte sich nach getaner Arbeit hektisch einmal um und stolzierte davon. Das ganze kostet in Berlin richtig Asche, achtet aber eh niemand drauf (wuerd’ ich mal angesichts der immer noch rumliegenden Haufen zumindest mal annehmen), daher der umherirrende Blick samt panischem Ausdruck.
So leide also auch ich unter den Haustieren anderer. Und schon deswegen gehoeren Tiere nicht in die Stadt. Und eben auch nich in Haeuser. Und schon gar nicht in Metallkaefige in Autos.

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3 Kommentare zu “Guck’ ma, Tiere in der Stadt…

  1. Skaar himself 22. März 2011 um 14:56

    du bist ein schlechter mensch, aber das weißt du :D

  2. Skaar himself 22. März 2011 um 14:59

    „Der Hund ist mir das liebste, ‚oh mensch‘ sagst du sei Sünde. Der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde“

  3. sph1nxxx 24. März 2011 um 10:25

    Naja, aber wenigstens bin ich nur zu mir und anderen Menschen schlecht. Die koennen sich wehren :op

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