3D? Das Leben ist doch nervtoetend genug –.-

Liebe Filmindustrie,

dieser 3D-Hype muss aufhoeren, wirklich.
Ich war gestern in Transformers 3. Natuerlich 3D. Seit Anfang der 90iger damit meine erste echte 3D-”Erfahrung”, damals hiess das ganze noch “virtual reality” und war ein Erlebnis (die paar Ausnahmen im Kino mal aussen vor gelassen). Bei Thor vor einigen Wochen konnte ich mich noch druecken, zufaellig liegt das einzige Kino in Berlin, dass Thor in 2D angeboten hat, in unmittelbarer Naehe zu meinem Wohnort.

Bei Transformers nun war es eine gruppendynamische Entscheidung und ich nahm es als willkommenen Anlass meine Vorbehalte gegen 3D auszuraeumen, zu bestaetigen oder wenigstens gegen neue einzutauschen.

Also sass ich dann mit dieser albernen Shutterbrille im Kino. Vorneweg: die paar armseligen 3D-Effekte haette man sich schenken koennen, das wertet den Film beim besten Willen nicht auf. Die Brille selbst war halt so ein “one size fits all”-Modell, entsprechend unkomfortabel war sie (Druck auf der Nase, zu lange Buegel).
Viel schlimmer aber ist: Da Shutterbrillen eben technologisch so funktionieren, dass sie wechselweise abgedunkelt werden, kann man genau das auch “sehen”: Es flackert. Und zwar nervtoetende 150 Minuten lang (inklusive Pause, die offenbar ebenso wie 3D-Brillen wieder in Mode kommen – frage mich, wieso keine Werbespots gezeigt wurden sondern nur ein Standbild eines Sportartikelherstellers…).
Die paar 3D-Momente die sich gelohnt haetten wurden mit Unschaerfe (jedenfalls mir gelingt es nur schwer zu fokussieren hinter dieser Brille) und Flackern getruebt, die gesamte Zeit ueber war es total anstrengend durch diese Brille zu gucken und diese Unschaerfe zu ignorieren. Hinterher war ich total ausgelutscht (was allerdings auch am vorabendbedingten Wasserentzug liegen koennte ^^) und muss sagen: Das is wie Anfang der 90iger, keine Veraenderung zu den 3D-Sachen von damals. Ja gut, ein bissl mehr wird schon gemacht als damals – aber dann wird’s halt auch oft wieder uebertrieben. Einige Szenen und Einstellungen vermitteln den unbedingten Eindruck, nur gedreht und geschnitten worden zu sein, um dieses 3D-Erlebnis zu pushen. Total unnoetige Kamerafahrten wurden in den letzten 20 Jahren einfach weggelassen, man nahm sich Zeit fuer’s Wesentliche. Heute werden sie wieder eingefrickelt um etwas raeumliche Tiefe zu erzeugen und dem Kunden so das Gefuehl zu geben, in einem echten dreidimensionalen Event zu sitzen. Als Ausgleich verlaengert man den Film und kann Pausen einbauen (Standbild hin oder her, ein Spot wurde gezeigt und beides zusammen wird’s sicher nicht kostenfrei geben..) und Ueberlaengeueberschlag einstreichen.

Und das alles fuer 14€. 14€ fuer einen Kinofilm mit Unterbrechung, der gewollt unscharf ist und ueber die gesamte Laufzeit flackert…Grandios.

Das war auf jeden Fall mein letzter 3D-Film. Alleine das Flackern ist zum aus der Haut fahren, aber in Verbindung mit der Unschaerfe und dem Preis ist das definitiv ein Grund, diesen Hype wie schon vor 20 Jahren einfach vorueberziehen zu lassen. Und ich freue mich auf Transformers auf BluRay – diesmal in 2D und ohne Pause…

Naja mal schaun, vielleicht schaue ich ihn mir auch vorher noch auf irgendeinem Downloadportal an – ich finde, fuer 14€ habe ich das Recht erkauft, ihn wenigstens einmal auch “richtig” sehen zu koennen…

Bei 14 € fuer einen Film duerft ihr euch nebenbei bemerkt nicht wundern, wenn die Leute den Kram lieber downloaden als regelmaessig zu bezahlen. Das ist einfach zu viel. Zumal wenn man hinterher sieht, wie gross die Diskrepanz zwischen Produktion und Erloes ausfaellt. Etwas mehr Fairness waer mal nett…

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3 Kommentare zu “3D? Das Leben ist doch nervtoetend genug –.-

  1. Anonymous 15. Juli 2011 um 13:59

    OMFG, wie schon mal erwähnt:
    verbitterter, alter mann.

    Fehlt nur noch dass dir bei Ego-Shootern schlecht wird.
    Das ganze nennt man dann „motion-sickness“ mein schatz.

  2. Anonymous 15. Juli 2011 um 14:01

    such dir nen kino ohne scutter brillen, sondern welche mit polarisierten gläsern —> kein flackern

  3. sph1nxxx 19. Juli 2011 um 17:24

    Ach naja. Solange irgendein Kino meiner Erwartung (also etwas groesser als mein Fernseher daheim…) die Filme in 2D bringt, schaue ich sie in 2D. Ich kann dem Markt wenigstens mein Kapital entziehen. Das wird keine Revolution erzeugen, aber steter Tropfen hoelt den Stein. Und ganz ehrlich: Ich kenne viele, denen der 3D-Hype aus den diversesten Gruenden aehnlich auf den Kranz geht. 3D ist schon wieder auf dem absteigenden Ast, die deppen die die Brillen bauen wissen’s nur noch nicht…

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