Freiheit? Irrational!

Regionalcode auf dem gerade fuer teures Geld gekauften Film?
bubbled.h.: der Hersteller entscheidet darueber, auf welchen Geraeten es laeuft – was mich zusaetzlich zur Entstellung des soeben gekauften Produkts auch in der Auswahl des dafuer benoetigten Abspielgeraets einschraenkt

Indizierte, zensierte Filme (oder Videospiele)?
bubbled.h.: ein benanntes Gremium, bestehend aus Paedagogen, Rentnern, Hausfrauen etc. entscheidet darueber, ob dieses Spiel (oder dieser Film) meine Persoenlichkeit (oder die irgendeines anderen in Deutschland wohnhaften) negativ beeinflussen wird. Anschliessend trifft es diese Entscheidung auch hoheitlich fuer alle minderjaehrigen Deutschen.
Faellt die Entscheidung fuer mich negativ im Sinne der negativen Auswirkung aus, fuer die Minderjaehrigen aber positiv, habe in der Folge auch ich ohne umfassende Recherchen (oder teure und oft zwielichtige Umwege ueber auslaendische Anbieter) praktisch wenig Optionen das Spiel legal zu erstehen

Warten auf den Release einer Musik-CD in Europa (oder extra verschaerft in Deutschland) die in den USA, in Suedamerika oder Asien bereits seit Tagen, Wochen oder Monaten veroeffentlicht ist?
bubbled.h.: es existiert kein einheitlicher Markt fuer Musik. Da jedes Land eigene ‘Verwertungsgesellschaften’ unterhaelt (die hauptsaechlich, aber nicht ausschliesslich die landeseigenen Kuenstler zu vertreten behaupten), muessen CDs quasi je Land einzeln veroeffentlicht werden. Einige Laender sind hier unkomplizierter und schliessen sich im Sinn der Kuenstler und deren Fans zusammen, andere Laender eben nicht. So erscheinen CDs in den drei relevanten Maerkten Europa, USA und Asien zu unterschiedlichen Zeitpunkten (sofern sie ueberhaupt in allen dreien erscheinen). Das absurde daran ist, dass dank des Internets die Welt nur noch auf Landkarten in diesen starren Grenzen feststeckt (und natuerlich in den Gesetzen und Koepfen der langsam in Rente driftenden Generation). So ist es natuerlich technisch und logistisch kein Problem, eine CD weltweit am selben Tag zu veroeffentlichen. Noch einfach wird’s beim Release von digitaler Musik. Server sind von ueberall auf der Welt erreichbar und wenn etwas aus den USA downloadbar ist, ist es das natuerlich (technisch!) auch aus Europa und Asien. Statt hier im Sinne des Konsumenten zu handeln und genau diese Synergieeffekte des weltweiten Netzes zu nutzen wird dem Konsumenten hier ein Stein nach dem anderen in den Weg gelegt. Zwar ist der Zukauf von Exportware aus den anderen Erdteilen nicht verboten, aber bedingt durch logistische Rahmenbedingungen (Versand, zusaetzliche MWST) wird eine importierte CD natuerlich unnoetig teuer. Getoppt wird die Absurditaet noch, wenn die CDs nur in einem der drei Maerke veroeffentlicht wird – dann wird dem Argument “na dann warteste halt ein bisschen bis was nach Europa kommt” naemlich neben der herablassenden Wirkung auch noch die sinnbehaftete Grundlage genommen.
Es ist nicht etwa so, dass es nicht machbar waere – es ist nicht gewollt

Das Spiel ist lokalisiert und laeuft nicht auf der Konsole auf dem Kontinent XY?
bubbled.h. analog zu den Regionalcodes entscheidet die Lokalisierung ueber die Art und den Kaufort meiner Konsole. Es beschneidet und limitiert, beschraenkt und beschaedigt ein Produkt, fuer das ich ganz offenbar bereit war, Geld zu bezahlen. Klar, frueher waren die Entwicklungen einfach weniger global, es gab und gibt noch heute technische Unterschiede zwischen den einzelnen Kontinenten und Laendern. Einige lokale Anpassungen sind gewiss noch noetig. Ich sehe aber auch nur sehr wenig Bewegung in diesem Segment. Noch immer werden Konsolen fuer einen Markt gebaut. Lebt man in einem anderen, muss man die dort vorhandenen “Versionen” der Konsole kaufen – und in der Folge auch die lokalen Preise fuer die Spiele bezahlen sowie darauf hoffen, dass fuer die lokale Version auch alle relevanten Titel veroeffentlicht werden. Das ist absurd. Alle Welt spricht von “Globalisierung” und in so kleinen Inseln, in denen die Innovationskraft so immens hoch ist, wird das einfach ignoriert

Youtube-Videos, die ich nicht ansehen darf, weil sich Anbieter und lokaler Rechteverwerter nicht einigen koennen?
bubbled.h.: die GEMA (deutscher Rechteverwerter fuer die Veroeffentlichung von Musik) liegt im Clinch mit Youtube. Auf Youtube laeuft haeufig Musik in Videos. Unterliegt diese Musik im lokalen Markt ‘Deutschland’ den Verwertungsrechten der GEMA (die wiederum ihre vom Gesetzgeber geschuetzte und hoch privilegierte Berechtigung ueberwiegend aus Generalvertraegen mit Musiklabels ableiten), darf diese fuer Ihre Klienten verschiedene Sorten von Gebuehren kassieren. Das ganze folgt einem vollkommen undurchsichtigen Katalog mit Veroeffentlichungsregularien – steigt eh niemand durch, also schickt die GEMA vorzugsweise Rechnungen mit einer Aufsummierung (beispielsweise an Kindergaerten und Weihnachtsmaerkte – aber natuerlich auch an Discotheken, Musikveranstaltungen und Kneipen).
Die GEMA wird also zu einem Zeitpunkt X mit Googles Videoportal in Verbindung getreten sein um die Gebuehren fuer diese oeffentliche Art der Auffuehrung zu kassieren. Youtube kennt das Szenario, hat zuvor in diversen anderen Laendern schon Einigungen mit Rechtverwertern erzielen koennen. Also steigen sie in Verhandlungen mit der GEMA ein. Deren Mindestangebot uebersteigt nach Aussage von Youtube die moeglichen Einnahmen durch Werbung (der einzigen direkten Refinanzierung fuer die auftretenden Ausgaben – wie zum Beispiel Abgaben an Rechteverwerter). In der Folge verbietet die GEMA die Auffuehrung, Youtube fuegt sich und sperrt die Videos.
Fuer den User ist das ein erschreckendes Szenario: Abhaengig vom Standort des Users kann ein Inhalteanbieter den Zugang zu Informationen beeinflussen oder eben auch einschraenken – und davon macht man offenbar regen Gebrauch.
Es bedeutet ausserdem, dass eine schmarotzende Verwertungsgesellschaft wie die GEMA vom Gesetzgeber die weitreichende Befugnis erhaelt, ueber den angezeigten Content im Internet zu bestimmen. Das ist schon grundsaetzlich ein starkes Stueck, wird aber nochmal potenziert, wenn man sich ansieht, auf welche Weise das Geld, dass der GEMA in den Rachen geworfen wird, ausgeschuettet wird. Fragt einfach mal einen Musiker eures Vertrauens nach dessen Einnahmen durch Verwertungsgesellschaften. Die werden zumeisst mit ihrem Plattenvertrag kontern in dem das quersubventioniert schon irgendwo auftauchen wird – aber es gibt durchaus auch direkt angemeldete Musiker und Komponisten bei der GEMA. Die muesst ihr finden und fragen. Die Antwort wird euch (und den Kuenstlern) nicht gefallen
Der GEMA alleine hier die Schuld zu geben ist aber zu einfach. Natuerlich traegt sie in ihrer konservierten Zeitblase der 1960er massiv dazu bei, dass die Problematik erst entsteht und sich dann vergroessert, aber hier sind auch der Gesetzgeber und Youtube selbst gefragt. Es kann nicht sein, dass ein Netz, dass weltweit auf die gleichen technischen Standards setzt, dazu verwendet wird, individuelle Laender individuell zu behandeln. Etwas, dass in Arabien ansehbar ist, muss dies auch in Deutschland, den USA, Brasilien, China und Indien sein. Natuerlich werden hin und wieder Despoten die technischen Regulierungsmoeglichkeiten nutzen um sich selbst einen weiteren Vorteil zu verschaffen. Eine auf Freiheit und Demokratie vertrauende Gesellschaft (was ich der deutschen mal einfach frech unterstelle) darf man auf diese aber Weise nicht vorsetzlich beschraenken. Das naehrt die immer noch viel zu zaghaften Zweifel an der demokratischen Grundeinstellung des Landes. So gesehen ist das zwar wuenschenswert weil diese Zweifel mehr als angebracht sind und unbedingte Unterstuetzung benoetigt, aber die Deutschen reagieren leider viel zu traege hierauf. Aber nur weil eine Einschraenkung nicht dazu fuehrt, dass die Eingeschraenkten sich mit wuetend schwingender Faust erheben, legitimiert das den Gesetzgeber und die Gesetzgebenden nicht dazu, nach eigenem Ermessen weiter im alten Trott zu verfahren

MP3s grosser Onlinehaendler, die man nur Downloaden darf, wenn man aus einem bestimmten Land kommt?
bubbled.h.: neulich wollte ich einen Song von einem Musiker meiner Wahl downloaden. Er veroeffentlichte diesen Song kostenlos via amazon.com, der US-Version von Amazon. Der Link ging auf, ich wurde genoetigt mich anzumelden, anschliessend wurde mit der Download verwehrt. Weil ich nicht in den USA sitze (ob das anhand meiner Logindaten oder anhand meiner Verbindungsinformation ermittelt wurde bleibt mir verborgen), duerfe ich das MP3-File nicht auf meinen PC laden.
Das Grundthema ist das gleiche wie bei den Veroeffentlichungen auf CD, nur dass hier noch einmal schmerzlich klar wird, wie wenig vom Gedanken des freien Internets uebrig geblieben ist. Konservative Politiker vermerken gerne, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sei, dass hier die gleichen Regeln gelten wie auch in “der echten Welt”. Da haben sie natuerlich grundsaetzlich recht. Umso erstsaunlicher ist der Umstand, dass sich die einzelnen staatlichen Institutionen nicht daran halten.
Wenn ich beispielsweise in die USA reise und mir von dort einen Karton Jeans zuschicke, wird mir zunaechst einmal gewerbsmaessiger Handel unterstellt. Wenn ich irgendwie belegen kann, dass ich die Jeans fuer mich benoetige, steht dem Versand und Empfang nichts mehr im Wege. D.h. ich DARF grundsaetzlich Dinge aus anderen Laendern zugeschickt bekommen. Wieso aber gelten hier im Internet Sonderregeln? Hier darf ich Dinge aus den USA nur dann kaufen und mir zuschicken, wenn der Anbieter das gestattet. Wenn ich in den USA oder Asien das MP3-Dingens auf alternativer CD kaufe und mir zuschicke muss ich hoechstens zwei mal Steuern bezahlen (einmal beim Kauf in Asien und einmal verwirrenderweise bei der Einfuhr nach Deutschland). Aber ein Download wird mir verwehrt, weil ich in Deutschland wohne?
Revolutionaere Entwicklungen wie P2P, BitTorrent, IRC und und und sind alles gute Beispiele fuer einen moeglichen Umgang mit dem Medium WWW. Von dort, aus einem vermutlich haeufig zwielichtigen und zweifelhaft geschaeftigen Bereich kommen die Innovationen, die Vormachen, wie der Umgang sinnvoll waere. Nicht, weil ich alles kostenlos haben will. Sondern weil es die im Internet nicht vorhandenen Grenzen aufzeigt. In der Ueberirdischen Welt denken die Menschen in den engen Beschraenkungen des zwangzigsten Jahrhunderts. Die auf Landkarten aufgezeichneten Begrenzungen an den Aeusseren Gestaden der Laender existieren aber nicht in der Welt des Internets. Es wird in einer Sprache gesprochen, es existiert eine Zeitzone, es gibt keinen Zoll, keine Grenzuebergaenge, keinen Stacheldraht und keine Mauer. Dies zu erkennen ist gewiss fuer jede Form von etabliertem Geschaeftsmodell schwierig, weil es oft bedeutet, dass alles, was man bisher ueber das Kaufverhalten der Menschen zu sagen wusste ploetzlich hinfaellig ist – aber es nicht zu akzeptieren und konsequent abzulehnen fuehrt ueber kurz oder lang nur zum naechsten Gefecht mit rechtlich zweifelhaften aber moralisch einwandfreien Waffen in der Schlacht um die persoenliche Freiheit. Ja, nun kann man sich recht einfach hinstellen und die Gehirnwaesche des deutschen Rechtssystems als Schild verwenden:
“kino.to ist doch illegal!"; “BitTorrent? Darf man nicht benutzen!”;
Vielleicht ist die groesste Schwierigkeit im Prozess des Verstehens nicht die komplexe Technik selbst – sondern sich aus der Spirale des Zweifels zu befreien, in der man sich durch die umtriebige PR von etablierten Rechteverwertern gelegentlich wiederfindet.
Aus einer Idee muss Geld generiert werden, wenn man damit reicht werden moechte. Wem das nicht gelingt, wer nur die Idee vorweisen kann, darf sich schlussendlich nicht beklagen, wenn er am Ende nicht reich wird. Daraus eine Schuldfrage zu konstruieren ist moralisch bedenklich und spricht gegen alles, wofuer eine freie, demokratische Nation stehen muss

Unbegruendete Schuldvermutung in Form von “Raubkopierer sind Verbrecher”-Trailer vor dem grade fuer teures Geld erworbenen Kinofilm-Vergnuegen (oder gerne auch zum Auftakt in die neue, teure DVD)?
bubbled.h.: auf jeder zweiten DVD, BluRay und auch vor jedem zweiten Film im Kino erhalte ich die typischen “Raubkopierer sind Verbrecher”-Flames. Die damit unterstellten Zweifel an meiner Redlichkeit sind wahrscheinlich der Gipfel der Unverschaemtheit.
Ich folge dem Ruf des “exklusiven Erlebnisses” indem ich mir einen Film in hoher Qualitaet und mit Hardcover zum Aufstellen im Regal kaufe.
Oder ich bezahle 14 Euro fuer einen Film in 3D, zusaetzlich nochmal zehn Euro fuer einen Drink und etwas zu knabbern, lade meine Freundin ein und bin auf diese Weise schnell 40€ und mehr los fuer einen Film, von dem ich erst hinterher sagen kann, ob er es wert war. Geld-Zurueck-Garantie gibt’s aber nicht, auch die schlechten Filme muss ich voll bezahlen.
Und fuer beides soll ich akzeptieren, dass mir vor Beginn des Film erklaert wird ich waere ein Raubkopierer und gehoerte ins Gefaengnis (wenn ich nicht zur Zielgruppe zaehlte, wuerde ich den Trailer wohl kaum zu sehen bekommen…)? Ihr tickt doch nicht ganz sauber. Meinetwegen schickt den Napsterern das als E-Mail. Oder zwingt die User, die BitTorrent zur Vervielfaeltigung nutzen dazu, sich den Trailer zwei Stunden am Stueck anzusehen. Aber verschont mich damit, wo ich grade erst schweren Herzens den Gegenwert eines professionellen Blowjobs gegen ein ungewisses Filmvergnuegen getauscht habe. Das ist ganz gewiss kein kundenbindendes Verhalten. Es sagt mir vielmehr, dass ihr glaubt, trotzdem ich bereit bin eure Mondpreise zu bezahlen, haltet ihr mich fuer einen Verbrecher. Trotzdem ich akzeptiere, dass der halbe Liter Mineralwasser fuenf Euro kostet und ich alternativ keinesfalls eigene Getraenke mit in den Saal bringen darf, behaltet ihr euch das Recht vor meine Tasche nach Kameras zu filzen. Zu keinem Zeitpunkt fuehle ich mich exklusiv oder privilegiert, immer nur genoetigt und gedraengelt. Und beobachtet. Das ist (neben den sonstigen typischen Gruenden nicht ins Kino zu gehen) uebrigens auch der Grund, wieso ich deutlich weniger ins Kino gehe als noch vor fuenfzehn Jahren. Aber glaubt ihr nur einfach weiter daran, dass kino.to und BitTorrent schuld daran sind, dass ihr weniger Gewinne generiert…

All diese Fehler im System haben (mindestens) drei Gemeinsamkeiten:

> Sie existieren in ausgewachsener Form nur in Deutschland, heranwachsende Versionen davon gibt’s natuerlich ueberall, die paranoiden Deutschen sind offenbar ein beliebtes Vorbild fuer die Welt…

> Sie diskriminieren, limitieren, beschraenken

> Ich weigere mich, sie zu akzeptieren

ja, ich lebe nun schon einige Dekaden auf dieser Erde, in dieser Gesellschaft, zwischen diesen deutschen Felsen aus Regeln, Selbstgerechtigkeit und Furcht vor der eigenen Vergangenheit. Ich hab bisher alles gefressen, jede GEMA-Ungerechtigkeit, jede USK-Individualitaet, jede auf dem Ruecken des Jugendschutzes zu Tode gerittene Gesellschaftsreglementierung, jegliche Terrorabwehr, alle Massnahmen zur Eingrenzung von Gewalt von pubertierenden Arschloechern, die nur aus “Langeweile” andern die Seele aus dem Leib treten… Aber dennoch: ES REICHT

Was ist denn das fuer eine Gesellschaft, die zumindest anteilig davon ueberzeugt ist (oder werden kann, denn ganz offenbar ist die gesellschaftliche Gehirnwaesche im fortgeschrittenen Stadium…), dass eine “Vorratsdatenspeicherung” zur Terrorabwehr dient? Oder flaechendeckende Ueberwachung zur Straftatenverhinderung beitragen kann? Welche Gesellschaft akzeptiert denn urteilsfrei die Diskriminierung durch herkoemmliche Medien, nur weil die es nicht verstehen, neue Kanaele fuer ihre Inhalte zu nutzen – wo doch die Technik dafuer laengst gegeben ist?

Nochmal fuer Zweifler:

Nee echt, noch ein unterstuetzendes ‘:’ :

– Vorratsdatenspeicherung erzeugt keine nennenswerten Ergebnisse in der Verbrechensbekaempfung

– Die Indizierung und das Verbot von Filmen und Videospielen die vermeintlich jugendgefaehrdend sind schraenkt nicht etwa eben jene Jugendlichen (halloho? digital natives!…) ein, sondern all jene, denen der virtuelle Underground eben keine zweite Heimat ist. Und damit witzigerweise jene Klientel, die bereit und in der Lage ist, in dem anhaengenden Markt Geld zu investieren.

– Jemanden dabei zu filmen, wie er einem anderen die Scheisse aus dem Hirn pruegelt hat noch keinen davon abgehalten, der anderen die Scheisse aus dem Hirn gepruegelt hat. Ueberwachung != Sicherheit.

 

Hoert, in Dreiteufelsnamen, auf, unter dem Banner der Terrorabwehr, des Schutzes der Bevoelkerung und vor allem dem Schutz der Kinder Ueberwachungs- und Reglementierungselemente zu installieren. Wenn uns die Geschichte eines gelehrt hat, dann doch ganz gewiss, dass eine Gesellschaft, ein Volk, umso produktiver und wirtschaftlich potenter ist, je freier sie sich fuehlt. Die immer gleichen Fehler zu wiederholen ist weder ein gutes Vorbild fuer nachfolgende Generationen noch eine effiziente Vergangenheitsbewaeltigung. Es ist nur das Wiederholen von Fehlern.

Dass ihr das Internet nicht versteht ist der Generation, der ihr das Leben zu erklaeren versucht, durchaus klar. Deshalb reagiert sie auch wie sie es fuer richtig haelt. Auf eure Sammelwut reagiert sie mit dem Verweigern von Auskunft. Auf eure Verbote reagiert sie mit dem Umgehen von Verboten. Auf die Sperrung von kino.to reagiert sie mit kinox.to. Auf die Indizierung und das Verbot von Filmen und Spielen reagiert sie mit dem Download ueber Proxyserver, VPNs, mit dem Austausch via usenet, IRC, diverse P2P-Software und ganz gewiss noch auf anderen Wegen, die mir nicht gelaeufig sind. Dennoch pflichte ich ihnen allen bei.

Der Versuch, bei einer Generation (von angehenden Waehlerstimmen…) Punkte zu sammeln waehrend man ihnen mangels Wissen und Verstaendnis ein ums andere mal die Freiheit beschneidet gleicht so sehr dem Versuch eines behaemmerten Hundes, sich selbst in den Schwanz zu beissen und dabei stundenlang im Kreis zu rennen…

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