Neuer EU-Bloedsinn auf Lebensmitteln

Soso, Hersteller von Lebensmitteln aus dem EU-Raum muessen kuenftig also noch mehr Text auf Ihren Lebensmittelverpackungen unterbringen. Wir hier in Deutschland sind dahingehend ja eh privilegiert, fuer uns aendert sich nich wirklich was – wenn wir aufmerksam einkaufen verbringen wir sowieso schon dreiviertel der Zeit mit dem Lesen und uebersetzen von Lebensmittelzusatzstofflisten – nachdem wir zuvor muehsam die irrefuehrenden Werbeblasen umschifft haben. Aber Ilse Aigner freut sich. Das ist doch mal ne gute Nachricht, die gute hat ja derzeit nicht viel zu lachen.

Die Angaben koennen also wie (fuer die Deutschen) gehabt wenn gewollt auf der Rueckseite erscheinen, muessen wie gehabt mit Schrift in einer ‘Mindestgroesse’ erscheinen, duerfen wie gehabt neben Pflichtangaben ueber Aromen und Zusatzstoffe auch Angaben ueber den gedeckten Tagesbedarf einer 40-jaehrigen Frau enthalten (f. Kalorien, Fett, Zucker, Salz und Kohlenhydraten) – und zwar sowohl fuer die Standardmengen “100g” und “100ml” wie auch fuer den unsaeglichen “pro Portion”-Unsinn. Das ganze – ihr ahnt es, wie gehabt – nicht mit einer von Verbraucherschutz seit Jahren geforderten, leicht erkennbaren Ampel, sondern in einer winzigen Tabelle, die so muehsam zu lesen ist wie eh und je – und es wird nicht leichter, wenn der Einkaufswagen vom Hintermann laufend in den eigenen Hacken einrastet.

Immerhin: Analogkaese darf dann kuenftig nicht mehr Kaese heissen – sondern beispielsweise “Pizza-Mix”. Lebensmittelimitate auch einfach ‘Imitat’ zu nennen traut sich die EU natuerlich  nicht. Dafuer muss nun Koffein extra ausgewiesen werden – das bringt natuerlich den wesentlichen Vorsprung im Kampf gegen die sich immer mehr wie Amerikaner ernaehrenden Europaeer…nicht.
Klar, die Verbraucherschuetzer fordern mehr – und OK2013 positioniert sich dahingehend gleichwertig: Die Ampel muss kommen, alles andere ist ein reines Zugestaendnis an die Industrie. Und fuer skrupellosen Lobbyismus haben wir nix uebrig.
In diesem Sinne liebe Frau Aigner: Da geht mehr. Sich auf so einem Feigenblatt auszuruhen steht Ihnen zwar gewohnt gut, aber den Verbraucher schuetzen Sie damit nicht. Und eben das ist ja an sich Ihre Aufgabe als Verbraucherschutzministerin der Bundesrepublik Deutschland.

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