Ach und P.S.:

Ach herrlich, ich könnt mich ja in Rage reden. Wie absurd ist es denn bitte, dass ich etwa ein Buch, dass im Handel vergriffen ist, nicht als digital kopierte Version auf irgendeiner zwielichtigen Seite runterladen darf, weil ich damit das Urheberrecht verletze.
Ich wollte vor einigen Jahren mal Final Fantasy VII für PC kaufen. Das Spiel gab’s damals nicht (und gibt’s auch heute soweit ich weiß nicht) mehr im Handel, es war einfach ausverkauft. Ich habe mir also eine Kopie besorgt. Kostenlos, von einem Bekannten. Dem Markt habe ich damit nicht geschadet (er bot es ja nicht mehr an). Dem Künstler nicht (der Markt bot es halt nicht mehr an, es sind nicht nur keine Einnahmen mehr aus dem Produkt zu erwarten, Einnahmen aus dem Produkt sind zweifelsfrei AUSZUSCHLIESSEN!). Meinem Bekannten habe ich geschadet – weil er als “Uploader” der eigentliche Verbrecher im engen Focus der Urheberrechtsparanoiker ist. Mir selbst habe ich geschadet, weil’s zumindest rein theoretisch natürlich zumindest teilweise mein ‚Vergehen’ ist, die Kopie zu organisieren.
Ich hab damals beim Hersteller angefragt, die deutsche Dependance sagte mir auf den Kopf zu, es gäbe keinerlei Anzeichen für die Veröffentlichung eines ReReleases des Spiels. Bei Ebay hätte ich eine Version bekommen können. Zu Sammlerpreisen. Weder der Produzent, noch die Spieleprogrammierer, kein Publisher hätten davon je einen Cent gesehen. Nur Ebay und der Händler dort. Das erschien mir nach einiger Überlegung auch nicht der Beste Weg zu sein.

Es ist so unfassbar absurd, dass analoge Weltanschauungen (eine Kopie kann nicht beliebig oft weiterkopiert werden – geht halt nicht, isso) auf die digitale Welt migriert werden sollen, statt sich mal eingehend mit der Wirklichkeit zu befassen und Dinge wie das Urheberrecht ins digitale Zeitalter zu transferieren.

Und fürs Protokoll: Ja, wenn’s möglich wäre gälte das auch für die Kopie der Mona Lisa oder der Akropolis. Kunst wird nicht zu Kunst nur weil’s selten ist. Das glauben die paar Idioten die sich vierteljahrundertlich beim Bieten auf eine schnöde Briefmarke um Millionen überbieten – die meisten klar denkenden erkennen Menschen erkennen das Schöne in der Kunst, nicht in seiner Einzigartigkeit. Zumal man einfach anerkennen muss, dass die Gesellschaft und die Erde, die Technik und die Menschen sich ändern. Heute ist es möglich ein MP3 von einem Ort zum andern zu schicken – in No Time. Ging halt früher nicht. Und genau darum ist das Argument “war noch nie okay” so surreal.

Ach und P.S.: Meine Kopie von FFVII ist längst im Müll. Die Kopie war fehlerhaft. Aber immerhin war sie kostenlos.
Jaja, haters gonna hate – so what.

Maximale Unterstützung f. digitale Gesellschaft und das Urheberrecht im 21. Jahrhundert

Advertisements

Mit Tag(s) versehen:

Ein Kommentar zu “Ach und P.S.:

  1. Peter Siegmund (@mars3142) 25. November 2011 um 17:49

    Gute Argumentation. Heute würde ich dann auf Seiten gehen wie z.B. http://www.abandonia.com/ – doch die gab es damals halt auch noch nicht ;)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: