Frauenquote? Wirklich? Schwachsinn!

Okay, jetzt mach ich mich vermutlich schrecklich unbeliebt bei einigen und es folgen jetzt einige wilde und unbelegte Thesen, aber auf denen sitze ich und über diese grüble ich jetzt schon ne ganze Weile, daher mal Butter bei die Fische:
Frauenquoten sind einseitig, produktionshemmend, feindselig und ausgesprochen unfair. Frauenquoten haben nicht (und hatten nie) das Ziel, die “männlich dominierten Chefetagen” mit starken, karriereorientierten Frauen zu durchsetzen – sie waren immer nur und konsequent ein Wunsch nach dem “Freihalten von Plätzen” – falls mal eine Frau vorbeirauscht, die da gerne mal gucken will, wie es sich so anfühlt – wenn auch vielleicht nur kurz und nur, um mal zu sehen, wie diese Seite am Buffet aussieht.

Grundsätzlich bestehe ich auf den Standpunkt, Gleichbehandlung zu favorisieren. Ich will weder ein eventuell bestehendes Konstrukt männlicher Dominanz um jeden Preis aufrecht erhalten (das ja auf den ersten Blick durchaus existiert), noch möchte ich, dass jemand, aus welchen spezifischen Gründen auch immer, eine Bevorzugung genießt. Ich bin relativ überzeugt vom Leistungsprinzip und der Ansicht, dass nicht etwa Geschlecht, Konstitution, Herkunft oder Alter entscheidend sind für die Antwort auf die Frage, wer einen Job besonders gut machen kann, sondern einzig die Tatsache, wer einen Job besonders gut machen kann!
Ich kann das relativ guten Gewissens, da ich männlich, gesund und leistungsfähig bin – und weder etwas geschenkt bekomme noch Bevorzugungen irgendeiner Form genieße. Das ist relativ deutlich an meiner finanziellen und beruflichen Situation zu erkennen, in der ich zwar nicht am Hungertuch nage, aber auch relativ weit davon entfernt bin, “Karriere” zu machen. Ich muss mir meine kleinen Schritte hart erarbeiten und ich habe nicht den Eindruck, dass mir jemand etwas in den Arsch bläst. Genug der Verteidigung, auf zum Angriff:

Frauen haben gegenüber Männern einen gravierenden, anatomischen Vorteil: Sie können Kinder gebären. Nach der Besamung sind wir Männer im Grunde raus aus der Gleichung, wenn wir uns dann aus dem Staub machen, wird trotzdem alles seinen Gang gehen. Schwangerschaft, Geburt, Aufzucht – toller Trick. (Von mir) vollkommen unbestritten ist, dass die Frau dadurch eine besondere, enge und nachhaltige Beziehung zum Kind aufbaut. Schon biologisch muss diese Bindung enger sein als alles, was ein Vater für seine Nachfahren empfinden mag.
Das führt NATÜRLICH dazu, dass Frau sich nach der Entbindung und inmitten der Aufzucht um ihre Kinder kümmern möchte und noch 2 bis 30 Jahre die Mutti raushängen lassen will – wen wundert das denn bitte? Diese 2 bis 30 Jahre, finde ich, soll sie auch erhalten. Und zwar in vollem Umfang. Das muss, in einer Gesellschaft wie der unseren, machbar sein. Basta. Wenn Mann das möchte und in Absprache mit der Frau, soll auch Mann das tun dürfen, selbstverständlich und ungefragt – aber bitte mit den selben Konsequenzen.
Denn was nicht machbar sein muss, ist, dass ihr Job in diesen x bis y Jahren unbesetzt bleibt. Dass ihr einstmals erarbeiteter Job, den sie, im besten Fall, aufgrund ihrer Qualifikation erhalten hat, noch immer auf sie wartet. Koste es, was es wolle. Das ist etwas, dass muss man sich halt einfach vor Augen führen: Will ich Kinder? Dann fressen die nunmal Zeit. Mindestens die Zeit, die es braucht, das Kind zu zeugen, zu “züchten” und auszutragen. Danach mag es Optionen geben, und die mag man auch ziehen mögen – aber alles, was in dieser Zeit über den Zeitraum eines Urlaubs hinausgeht, ist einfach ungesund für alle Seiten. Den Arbeitgeber (der ne Stelle bezahlt, deren Arbeitskraft er dennoch ersetzen muss), die Kollegen (die diese Arbeitskraft sind), ja selbst die Frau selbst wird dadurch unter Druck gesetzt und zur Eile gedrängt. Vollkommener Quatsch. Klar, wenn sie dann nach wie viel Zeit auch immer zum Arbeitsplatz zurückkehrt, muss sie halt bei Null anfangen. Genau dort, wo sie begonnen hat, als sie aus der Schule kam (oder aus dem letzten Job oder was auch immer). Woher kommt diese Grundsatzhaltung, dass ein Anspruch darauf besteht, dass alles noch beim Alten ist? Ganz egal, wie viel Zeit und Geld ich mit diesem Wunsch, ein Kind zu machen, verbrannt habe?

So, das is das eine, hat aber natürlich noch nicht sehr viel mit der Frauenquote zu tun. Aber über Umwege dann doch: Mit diesem Wissen bewaffnet, dass Frauen biologische Zeitbomben sind in einem Umfeld, in dem es womöglich auf jede Minute Arbeitskraft ankommt, ist es nur allzu verständlich (aus Unternehmersicht!), diejenigen auf Schlüsselpositionen zu setzen, die absehbar beliebig lange dort verharren können und absehbar immer da sind. Das ist bei Männern eher der Fall – eben weil sie, selbst wenn sie sich mal um die Vollzeiterziehung eines Kindes kümmern wollten, einen ungleich höheren Rückzugsschwung haben. Ihre Biologie schreibt ihnen nicht vor: “Verbring noch etwas mehr Zeit mit dem Kind”. Jaja klar, das kann auch mal ins Auge gehen weil ein Mann halt auch mal einvernehmlich die Vollzeiterziehung übernehmen mag (oder von einem scheiss Bus überfahren werden kann…) – aber in den allermeisten Fällen dürfte die Rechnung hinhauen. Das ist auch der Grund, wieso ich behaupte, dass die vielzitierte "Männerdomäne” eine Mär ist – es ist vielmehr eine Zuverlässigkeitsdomäne. Als Unternehmer verpflichte ich mich meinen Mitarbeitern, aber auch meinem Geldbeutel gegenüber, das Unternehmen möglichst effizient zu führen. Dazu zählt definitiv, die Anzahl der Übergaben durch Mitarbeiterfluktuation gering zu halten.* Und wenn das bedeutet, dass ich mich nur mit jungen, hässlichen Junggesellen umgebe, dann bedeutet es das. Wichtig ist, für den Unternehmer, dass der Laden läuft. Wenn ich dieses Gefühl bei einer Frau habe, und sie nunmal die beste für den Job ist – zeigt mir einen Unternehmer, der dann auf den hässlichen Junggesellen setzt… Blödsinn.

Eine gesetzliche Frauenquote würde demnach bedeuten, dass ich jemanden wegen ihres Geschlechts aber ungeachtet ihrer Qualifikation, ihrer Eignung und ihrer Zuverlässigkeit einen Job anbieten muss, den ich ihr nicht anbieten würde, wenn ich die freie Wahl hätte – und Qualität entscheiden lassen dürfte.

Was mich gleichsam irritiert ist die Tatsache, dass die Frauenquote ja nur bei “Vorstandsposten” und in “Geschäftsführungsetagen” gefordert wird. Natürlich verstehe ich so grundsätzlich, dass “auf dem Bau” und “in der Technik” eher konstitutionelle als ideologische Hürden genommen werden müssen – aber denken wir den Gedanken mal zu Ende: Wenn man es konsequent machen sollte, müsste in einem Unternehmen, dass 2000 Maurer, Tischler, Schreiner und Dachdecker beschäftigt und das mit einem Verwaltungsapparat von 20 Leuten bewerkstelligt eine Geschäftsführung aus beispielsweise 2 Frauen und 2 Männern bestehen. Die 2000 Maurer, Tischler, Schreiner und Dachdecker hingegen dürften ruhig Männer bleiben. Verstehe. Ja, den Spieß kann man auch umdrehen und auf Kindergärten anwenden zum Beispiel. Nur sind meiner Erfahrung nach hier die “Chefetagen” so man sie so nennen mag, eh konsequent mit Frauen besetzt. Beklagt sich ja auch niemand drüber. Oder doch?
Okay, am Ende zu polemisch, is mir klar. Aber so grundsätzlich verstehe ich das mit der Frauenquote echt nicht. Welche Sorte Frau will denn bitte einen zwangsgeräumten Stuhl haben – alleine und ausschließlich aufgrund ihres Geschlechts? Selbst wenn wir mal die paar Damen in die Gleichung mit aufnähmen, die es toll fänden, sich dort aushalten zu lassen – wieso sollten wir das unserer Volkswirtschaft antun wollen? Weil es ein Lernprozess ist? Unsinn: Ich behaupte, eine Frau, die die entsprechende Qualifikation und den Wunsch mitbringt, schafft’s auch ohne Quote in jede beliebige Position. Widerlegen geht nicht. So what?

 

* Ja, es gibt auch Firmen (und Jobs), da spielt das weniger eine Rolle – aber in denen greifen ja auch andere Gesetze und Mechanismen. Und es wird ungleich seltener wegen geschlechtlicher denn wegen menschlicher Ungerechtigkeit gejammert. Anderes Thema demnach.

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Ein Kommentar zu “Frauenquote? Wirklich? Schwachsinn!

  1. ??? 6. Oktober 2013 um 18:51

    Als ich heute früh meinen Briefkasten leerte, fand ich zwischen unzähligen Liebesbriefen auch ein Exemplar einer großen, weltweit angesehenen Literaturzeitschrift, auf deren Titelseite das Erscheinen meines nächsten Buches „The best of fast alle Bücher“ angekündigt war. Leider schien der Journalist, der die Ankündigung verfasst hatte, mich nicht besonders zu mögen, denn er bezeichnete mich als einen selbstverliebten Aufschneider. Und er behauptete, ich würde keine Gelegenheit auslassen, allen Leuten entgegenzuschreien, was für ein toller Typ ich doch wäre. Überhaupt sei diese Veröffentlichung nur ein erbärmlicher Versuch, mich ohne ein wirklich neues Produkt ins Rampenlicht zu schummeln. Und die meisten meiner Ergüsse seien nichts weiter als eine einzige Schleichwerbung für mich selbst. Was für eine Frechheit! Okay, im Grunde könnte so ein Artikel jemanden von meinem Format absolut kaltlassen. Denn wer einen derartigen Unsinn schreibt, katapultiert sich damit nur selbst ins journalistische aus, weil er bald schon von der Fachwelt nicht mehr ernst genommen werden kann. Wahrscheinlich ist der arme Wicht längst gefeuert und sein Ex-Chefredakteur wird sich bei mir persönlich entschuldigen.
    Doch ich bin ein verletzlicher Charakter und deshalb ging mir das sehr nahe.Traurig schlurfte ich vom Zufahrtstor meines Anwesens zurück in die Villa und warf mich weinend ins große Wasserbett. Tränen rollten über mein bildhübsches Gesicht und fielen auf den seidenen Bettbezug, der sich sanft an meinen muskolösen Körper schmiegte. Über eine Stunde lang starrte ich stumm auf die Wände meines Schlafgemaches. Selbst das verschmitzte Lächeln der Mona Lisa rechts neben dem Kamin vermochte meine Stimmung nicht zu heben. Doch irgendwann bekamm ich Hunger und so schleppte ich mich an der Orangerie vorbei in die Küche, wo sich zu meinem Entsetzen Berge aus dreckigem Geschirr von der gestrigen Pool-Party auftürmten. Und weil ich in diesem Moment überhaupt keinen Bock hatte, mich für mein Frühstück durch dieses Chaos zu wühlen, rief ich den Pizzaservice an und machte es mir im Schatten der alten Pinie halbwegs bequem.Da sitze ich nun hungrig, enttäuscht und versuche, all meinen Schmerz auf Papier zu bannen. Ich kann mir Zeit lassen. Erfahrungsgemäß dauert es mindestens eine Stunde, bis der Helikopter eintrifft. Manchmal hasse ich diese Insel.

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