Wacken 2014 – long story short…

…dieses Jahr WOA war leider eher enttäuschend für mich. Mittwoch Abend habe ich mich noch traditionell vom diesmal exorbitant großen Widerstand im Camp, zwischen all den das Wochenende prägenden “Kuemmerling, Kuemmerling, gute Freunde trinken gerne Kuemmerling”-Rufen und der wilden, aber lauten, Vorstellung, dass man Mittwochs nicht sein Festivalbändchen holt, loslösen können, die anschließende Suche nach Verbündeten im Biergarten war aber leider vergleichbar mit dem Durchhaltevermögen bei Bands an dem Abend: Es endete demnach im Camp, bei, was soll ich sagen, Kuemmerling (Merke: Kuemmerling wird in einem 19-Personen-Camp auch merklich dezimiert, wenn man nicht in der Nähe ist…)…

Das war btw ein Vorhaben, das vorher von einer Splittergruppe von 10-Jahres-Jubilaren zum offiziellen 25-jährigen Wacken ausgerufen haben: 5 olympische Ringe an Kuemmerlingen möge das Camp vorzugsweise am ersten Abend, definitiv aber im Verlaufe des Festivals zerlegen. Für jeden Ring braucht es ~65 Kümmerlinge, wir hatten vorsichtshalber ungefähr ~500 mit. Lange nicht jede/r im Camp trinkt diesen Kram, also bleibt natürlich mehr für alle anderen ;o)
Und ich kann mit Sicherheit sagen, dass auch Dosenstechen und Biertrichter dieses Jahr von Minute 1 an zum Alltag zählen. Nicht für mich, soweit sollten meine Erfahrungen Konsistenz aufweisen, aber im Camp. Ich kann für 2014 erstmals Rangeleien und das permanente Gefühl addieren, im unmittelbarer Nachbarschaft (und ja, auch für mein Zelt) das “oh mein Gott hoffentlich krachen die nicht besoffen in unser Camp”-Gefühl addieren – nicht jeder hat diese Stoßgebete gesprochen, also wurde auch nicht jeder erhört…)
Ich würde das sehr gerne mit einer Aussage eines Mitreisenden umschreiben, die mir dafür sehr gut gefällt: “Wacken ist ein Urlaub für die Seele”. Ich unterstreiche das mit jeder Faser meines Seins, es ist in der Tat genau das: Maximales Befreien von Konventionen, an die wir uns die restlichen 360 Tage im Jahr gebunden fühlen. Daher erfolgt das Gefühl, das diesjährige Asi-Camp in der Umgebung zu sein, wertfrei: Ich bin definitiv lieber in diesem Camp als in jedem anderen. Egal, welche Qualität es hat ;o)

Donnerstag hatte noch einige Highlights. darunter definitiv das rumhängen im Wackinger, eher belastend als erheiternd waren die enttäuschenden Bandbegehungen von Hammerfall und Steelpanther – ich bin relativ sicher, ich war abends dann noch in der Shishabar, ich erinnere mich dunkel am Met und Zigarren und so – aber ansonsten ist dort viel Dunkelheit, wo Feuer sein sollte.

Das ist bedauerlicherweise die direkte Überleitung zu Freitag, der super startete (sieht man mal vom 4-Stunden-Wartemarathin im Dorf nebenan ab, der eigentlich als Suche nach ner Dusche und nem WC begann, aber ehrlicherweise eher als Frühshoppen in brütender Hitze mit Gruselgeschichten vom Wirt, der vom am Vorabend von einem Taxi erfassten Dorfbewohner zu berichten wusste, endete), aber bitter endete: Nachdem ich mich den ganzen an der festlichen Tafel im Camp gelabt habe (und derweil diverse geplante Bands mit dekadentem Durchwinken nicht besucht habe), spürte ich abends, auf dem Weg zu den wenigen, für mich wirklich wichtigen Bands, ein nicht nur leichtes, sondern merklich bedrohliches Unbehagen in der Magengegend. Wir standen noch ein paar Minuten bei Hell rum, am Ende blieb mir leider nichts übrig, ich musste, mich Kräutertee bewaffnet (Mama Marc, Dein Sohn ist echt ein feiner Kerl, das hast Du sehr gut gemacht!!), den Rückweg ins Camp antreten. Die Nacht war entsprechend unerfreulich, der sich anschließende Samstag leider im Ganzen genauso: diverse Bands vom ohnehin eher unterdurchschnittlichen Line-Up habe ich nicht gesehen, habe mir stattdessen im Camp den Bauch gekrault. Abends habe ich mich nochmal ins Infield gezwungen – und hey, es gab dort immer noch Tee, voll super – aber außer einem ganz lustigen, aber nicht überragenden Auftritt von Amon Amarth (lustig vor allem, weil der 2,50m-Hüne von Sänger so ungefähr 2,8 im Turm hatte, was verstärkt durch die Bühnenkonstruktion und das Wetter zu sehr lustigen Effekten führte) war ich nicht mehr in der Lage, weitere Zeit auf einem superanstrengen Wacken zu verbringen.

So bin ich noch am Abend mit meinen Hinfahrern zurück nach Berlin gedüst – absolut unüblich und am Ende natürlich auch sehr anstrengend, aber durch meine Magenprobleme (und nein, das war kein Kater…) definitiv die richtige Entscheidung.

Diese Erfahrung hat mich einiges gelehrt, immerhin resultiert sie aus einer Reihe von vielleicht nicht, vielleicht doch, zusammenhängenden Ereignissen, auf jeden Fall aber legt sie mir viele Verhaltensweisen nahe, die ich im nächsten Jahr verändern sollte und werde. Klar, dann wird wieder alles anders und so, aber es ist, abgesehen vom Rookie-Jahr, das Jahr mit den wichtigsten Erfahrungen. Insofern schaue ich ich trotz weinenden Auges mit einem Lächeln zurück, denn es gab abseits meiner persönlichen Schwächen echte Lustmomente im Camp und im Rest der Erfahrung Wacken – dazu zählen sicher die “Wer schwankt, hat mehr vom Weg”-Parolen auch viel Einheit und Brüderlichkeit in einem solch großen Camp. “Klar” gab es auch Geraufe, Gepöbel, in’s Camp Gereihere – aber es ist ausgesprochen Schön, einem solchen Camp und Freundeskreis anzugehören. Ich hoffe inständig, jede/n Einzelne/n nächstes Jahr wieder zu sehen, und verspreche mich in besserer Verfassung zu präsentieren.

Wacken – Rain or Shine.

\m/

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