Ihr wolltet das doch so…

Muss mich mal wieder auskotzen…

1.: Neulich las ich etwas, dass mich schon irgendwie geschockt hat. Offenbar gibt’s in der “gebildeten Klasse” der USA – das sind im Wesentlichen die mit Collegeabschluss – nicht genug Männer, was dazu führt, dass viele Frauen dieser Klasse einsam und allein sind.

Ach was.

Den Autor scheint das dennoch zu überraschen (ist halt Amerikaner, die haben noch länger den Kopf im Arsch als die Europäer), dabei ist es ganz offensichtlich: Seit Jahrzehnten indoktrinieren Frauen, dass Mädchen in der Gesellschaft wie Scheiße behandelt werden. Diese Frauen kämpfen an vielen Fronten (ganz viele davon finde ich richtig und wichtig, nur falls das hier anders verstanden werden will oder wird) und schießen gelegentlich übers Ziel hinaus. Das hatte ich früher schon angemerkt.
Ich habe in der Vergangenheit endlos viele Studien und Beiträge von mehr oder weniger ernstzunehmenden Menschen gesehen und gelesen, die sich so im Allgemeinen mit dem Schulsystem befasst haben. Egal ob dem deutschen, dem europäischen Minimalstandard oder dem amerikanischen. Alle eint, nicht unbedingt als Kernaussage aber auf jeden Fall im Kontext, die Ansicht, dass Schulsysteme dieser Welt für Mädchen gemacht sind. D.h. Mädchen schneiden in der Schule besser ab. Prinzipiell und aus elementaren Gründen des Systems, dem die Schüler halt zwangsunterworfen werden. Das war auch meines Wissens nach nie anders, lediglich im Anschluss daran hat sich was verändert in der Gesellschaft: Früher sind die Jungs mit ihren Abschlüssen halt weitergezogen, haben was gelernt, Karriere gemacht und so weiter und so fort. Heute sitzen diese Jungs im Wesentlichen in den Führungsetagen derjenigen Firmen, denen Staaten inzwischen Frauenquoten aufzwingen, damit sich das mal ändert. Heute, und das geht ja schon ein paar Jahre so (sexuelle Revolution und so…), tendieren Frauen eher dazu, aus ihrem Potenzial im Allgemeinen und ihren Vorteilen im Schulsystem im Besonderen was zu machen. Das mag Klischeehaft klingen, aber jede ernstzunehmende wissenschaftliche Arbeit bestätigt das ja: Heute lassen sich die Mädels nicht direkt am Ende der Mindestschuldauer schwängern und leben fortan glücklich als Hausfrau – nein, heute beteiligen sie sich aktiv an der Familienplanung und –verwirklichung. Im Kontext bedeutet das, dass sie eben eher mal noch n paar Jahre College dranhängen und “was anständiges lernen” – eben etwas, dass diese leistungsorientierte Gesellschaft belohnen wird statt “nur” die Kinder großzuziehen.

So, und nun gehen wir mal los und prüfen, was passiert, wenn eine subventionierte Gruppe in einem beliebigen System entscheidet, die gegebenen Vorteile voll auszuspielen. Richtig, sie dominiert das System fortan. Aber statt das zu ändern und endlich mal auf die Idee zu kommen, dass dieser radikale Feminismus hie und da am Ziel vorbeiballert, wird lamentiert, dass die Kerle einfach zu blöde sind.
Ich will gar nicht erst den Kontext eingehen, dass es offenbar sowas wie “Klassengrenzen” gibt, über die hinaus Frauen sich nicht binden (wollen). Das tun Männer heute auch, ist aber ebenso sozialisiert: Früher (sigh) hat diese Gesellschaft Männer nicht verachtet, die sich jemanden zu Frau nehmen, die lediglich Hausfrau und Mutter sein möchte. Heute ist das eher ein gesellschaftliches Tabu – und zu teuer nebenbei bemerkt. Wie viele Männer des “Mittelstandes” verdienen bitte genug Geld, sich, eine Frau und mindestens ein Kind zu finanzieren. Ich kenne nicht einen (das muss jetzt nix bedeuten, ist aber halt der Referenzwert, den ich mal so heranziehen muss). Das Leben ist einfach teurer geworden – bisweilen unerschwinglich. Und ja, die Familie muss selbstverständlich immer die neusten iPhones haben (auch sone Sozialisationssache)…

 

2.: Ihr behämmerten Radfahrer, die ihr
– morgens um 7, bei leichtem Nieselregen, auf einer Hauptstraße, bei Vorhandensein eines halbwegs gut befestigten Radweges, auf der Straße fahrt. Ihr seid für Autofahrer nicht zu erkennen. Auf den Windschutzscheiben der Autos, die ihr wahlweise mit Dunkelheit überrascht oder mit blitzlichtartigem Geflacker eurer LEDs blendet, befinden sich diverse Sorten Regenwasser, dazu sind Laternen an, Gegenverkehr, Autos vor uns und hinter uns, vorne geht die Sonne auf, hinten ist Dunkelheit. Und plötzlich taucht ihr aus dem Nichts auf. Das könnt ihr so machen, seid dann aber, unter diesen widrigen Bedingungen, ebenso gefährdet wie jedes Auto, dass um die Uhrzeit ohne Licht fährt. Oder wild bremst oder dergleichen Unfug macht.
– mitten in der Nacht, schwarz gekleidet, ohne irgendein Licht am Rad, durch Wilmersdorf fahrt. Und euch dann noch aufregt, wenn ihr nicht gesehen werdet…

 

3.: Ihr blöden Tussies, die ihr darüber weint, dass die Männerschaft nur noch aus verweichlichten Hipstern und Mädchen mit Bart bestehen: Die Generation eurer Eltern wollte das so. Beschwert euch bei denen, nicht bei den Männern. Und überhaupt: Es ist EUER Beuteschema, dass diese Erkenntnis immer wieder mal an die Oberfläche spült. Wenn ihr jemanden wollt, der wie ein Sänger aus ner japanischen Popband aussieht, dann bekommt ihr auch so jemanden. Das der sich dann aber wie Barney Geröllheimer verhält und euch die fettesten Dinosaurier fängt, is eher unwahrscheinlich. Wenn ihr euch nur noch von Äußerlichkeiten leiten lasst bei der Auswahl eurer Triebventile bekommt ihr halt, wonach ihr Ausschau haltet. Oh und: Wenn ihr euch wie blöde Ziegen aufführt, werdet ihr von Männern, denen es wichtig ist, euch ein guter Partner zu sein, eben nicht ins Auswahlfeld geführt. Ist so. Wald, Rufen, etc… (kam mir hoch in unzähligen Situationen, jüngst wg. http://www.smsvongesternnacht.de/sms234581)

 

4.: Ihr blöden Makler könnt euch ma bitte abgewöhnen, die Hinkefüße in euren gammeligen Wohnungen in der Beschreibung zu verheimlichen in der Hoffnung, dass die Leute, die da kommen, dann eben einfach akzeptieren, dass die Bude kein Dach hat oder n Yeti im Bad wohnt. Immerhin haben die Idioten ja schon ihren Job gekündigt und ihr soziales Leben geopfert um diesem unwirklichen Terminwunsch zu entsprechen. Den ihr natürlich auch nur einfordern könnt, weil für euch in Berlin grad mal die Sonne scheint – das hat die Berliner Führungsriege in den letzten Jahrzehnten nämlich super hinbekommen, dass jetzt, wo die Stadt plötzlich n Renner ist bei der digitalen Boheme, nicht genug bezahlbare Wohnungen für alle da sind. Aber ihr wisst ja: Es kommen auch wieder üblere Zeiten für euch…

 

5.: Ihr Arschgeigen von der Post. Wenn ihr den Job mit den Paketen nicht machen wollt (jedes mal muss ich, während ich ne halbe Stunde in einer Line warte, von irgendwo hören, dass eigentlich jeder an diesen Schaltern Banker ist und diese Schalterscheisse nur macht, weil’s halt zur Stellenbeschreibung passt), dann lasst es halt. Macht eure Bankgeschäfte gefälligst an einem separaten Ort, dann lässt sich das auch ideologisch besser auseinanderhalten…
Und wenn ihr’s dann schon macht, dann hört auf in die Briefe zu gucken, in denen ihr Bargeld vermutet; hört auf, Briefe einfach wegzuschmeißen; hört auf, statt Pakete zuzustellen einfach Benachrichtigungskarten einzuwerfen; hört auf, die einzigen auf der Liste der Orte, die man zwangsläufig regelmäßig aufsuchen muss, zu sein, die ihre Öffnungszeiten in Bereichen haben, in denen andere arbeiten müssen. Jede beschissene Tante Emma Laden hat inzwischen von 8 bis 20 Uhr offen, nur ihr nicht – 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Echt jetzt? Ich kann nicht jedes Mal den Job kündigen, nur weil ihr mal wieder ne Zustellung an eine Packstation nicht auf die Ketten bekommt und das Ding in ne Filiale umleitet…

 

6.: Ihr Schwachmaten von Mitterechts… Nicht Asylanwärter sind euer Problem, sondern infrastrukturelle Vernachlässigung eurer [nötigsten] Bedürfnisse. Ja, die Regierung™ scheißt auf euch – das ist messbar. Das bedeutet für euch aber nicht, dass ihr Asylbewerberheime anzünden müsst oder gar solltet. Ihr lasst eure scheiß Aggressionen an Leuten aus, die aus ihrer Heimat (einen Begriff, den ihr ja gerne überstrapaziert – dessen Bedeutung ist euch als offenbar klar…) fliehen weil sie von dort vertrieben werden. Sie haben Angst. Um sich und ihre Familien. Klar freuen die sich auch, dass man hier Geld verdienen kann. Das ist im Wesentlichen der Grund, warum sie sich nicht einfach in ne Ecke setzen und sterben. Fakt ist: Da wo sie herkommen gibt’s nix. Nix zu arbeiten, kaum was zu essen, nix zu trinken – dafür Krieg, Terror, Despoten und Unruhen. Das sind Zustände, die euch über den Verstand wachsen, das ist mir klar – ihr seid ja gefangen in dieser Zwischenwelt. Nix zu arbeiten, den ganzen Tag nur Idioten um einen herum hängt ihr dann vor der Playsie und seid gefrustet, weil die Arbeitsagentur schon wieder n Arbeitsangebot rumschickt, mit dem ihr nicht binnen einer Woche aus den Schulden seid.
Ihr seid das hässliche Arschgesicht der Regierungsbemühungen der letzten dreißig Jahre, unter dem Vorwand des Wunsches nach Vollbeschäftigung das Sozialsystem weitgehend abzuschaffen. Das ist schon klar. Aber der Frust, den ihr darüber vollkommen zurecht habt, muss an die Verursacher gerichtet sein. Und ihr überschätzt die Macht von asylsuchenden aus Kriegsgebieten, wenn ihr meint, die wären das.
Und ja, vielleicht schere ich euch damit allzu leicht über den selben Kamm – das mag wohl sein und der eine oder andere von euch wird andere Gründe haben, Asylsuchende im Speziellen oder andersartige im Allgemeinen abzulehnen – notfalls auch mit Waffengewalt oder wenigstens im pöbelnden Mob stehend, Fahne zeigend. So eine Gehirnblutung oder n schwerer Schlag auf den Kopf kann da sicherlich auch zu beitragen, dass man so intolerant und asozial drauf ist. Aber auch für euch gilt: Es ist eure Welt, wir anderen Leben nur darin. Und weil das so ist, ist es eben auch an euch, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wenn ihr glaubt, dass gelingt, indem ihr mehr oder weniger wahllos Plattitüden von Rechtsaußen nachblubbert oder irgendwo Feuer legt – dann empfehle ich dringend mal eine Reise nach Syrien zu buchen – da könnt ihr euch dann selbst ein Bild von dem Ausmaß dessen zu machen, was es bedeutet, der Heimat beraubt worden zu sein. Ich bin fest überzeugt: Für One-Way-Tickets für euch findet sich ne ausreichend potente Crowdsourcingkampagne… Dann könnt ihr zwischen Kinderleichen und Bombensplittern in Ruinen von Lehmhäusern eure scheiß ideale Welt basteln – müsst nur ab und an den Kopf einziehen wenn euch die bewaffneten Milizen zu Gesicht bekommen und auf euch ballern…

 

7.: …und wo wir grade beim aktiven Outsourcen von Randgruppen sind: Liebe Daumenschraubenanleger vom Rundfunk, geht doch bitte gleich mal mit.
Oder, das fände ich fast noch besser: Macht doch mal ein Programm, zu dessen Bezahlung sich nicht bei gefühlt 100% der Bundesbürger die Nackenhaare aufstellen. Noch besser wäre, ihr würdet die Menschen entscheiden lassen, ob und wie viel sie für euren geistigen Durchfall zu zahlen bereit wären. Ihr beruft euch gerne auf eure hoheitliche Aufgabe, unabhängiges Berichtswesen zu sein – wäret ihr das, wäre der allgemeine Widerstand gegen euch vermutlich gar nicht mal so hoch (und die Aussicht auf freiwillige Beiträge sogar noch viel höher). Stattdessen ist er so hoch, weil ihr etwas anderes seid: bequeme, veränderungsresistente Relikte aus Zeiten des kalten Krieges. Akzeptiert es doch bitte mal, es ist wirklich und endlich an der Zeit: Ihr seid, in dieser Form, nicht mehr zeitgemäß.

 

8.: Ihr parkenden Berliner… Seitdem ich in Wilmersdorf wohne geht mir mal wieder n Licht auf, wie schlimm ihr seid. Ihr sucht selbst oft ewig nach einem Parkplatz in dieser Stadt, die so wenige davon hat, dass euch die Misere klar ist. Und dann, wenn ihr mal die Möglichkeit habt, parkt ihr, als ob’s das Problem gar nie gegeben hätte. Immer genau so, dass selbst wenn bequem Platz für zwei ist, da sonst keiner mehr parken kann. Neulich hat mich ne Nachbarin drauf angesprochen. Sie meinte “Ich park da jetzt auch mal so, normalerweise bekommt man ja hier keine Parkplätze, weil andere so parken”. Ist sicherlich nicht wörtlich wiedergegeben, aber annähernd. Der Widerspruch ist ihr jedenfalls nicht umgehend aufgefallen… ich wiederhole: Sie sprach mich an. Offenbar hat sie meinen Blick bemerkt, den ich ihr zuwarf, als sie aus ihrem soeben abgestellten SUV ausstieg, der zwei sehr bequeme Parkplätze belegte, und fühlte sich dadurch genötigt, sich zu rechtfertigen.
Ich lebe in einer Gegend, die eigentlich eher irgendwie großfamiliär ist – klassischer Berliner Kiez halt. Aber dieses Verhalten legen sie fast alle an den Tag (und nein, ich nicht, ich parke immer so sparsam wie möglich – notfalls auf die Gefahr hin, morgens dann wie n blöder kurbeln zu müssen um wieder rauszukommen…)

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