Wacken 2016 & Brutal Assault 2016

…weil ein Festival halt nicht langt, nech… ;)

So langsam hab ich ja echt die Faxen dicke vom Schlamm. 2015 war schon literweise scheiße, 2016 hat gefühlt noch eins draufgesetzt. Lediglich das Camp war trockener.
Apropos Camp… Gegen 16:00 Uhr erreichen wir Abfahrtschilder vom W:O:A. Diese Zahl bitte merken, sie wird nochmal wichtig. Zuvor sind wir im gewohnten Rhythmus gegen neun zusammengekommen, um gegen halb elf loszufahren. Irgendwas ist halt immer, diesmal kam ein liebestrunkener Buddy, den wir für’s Wacken aus den USA haben einfliegen lassen, nicht schnell genug aus den warmen Federn seiner Liebeshöhle am Ku’Damm und hat sich im Anschluss daran auch noch verfahren. Mit dem Taxi. Details dazu verschweigen wir lieber.Wir machen uns also wie jedes Jahr um halb elf auf den Weg (keine Ahnung, wieso wir uns immer um 9 treffen, vollkommen Point-less. Haha. Das ist ein Insider ;)), halten an rund einem Dutzend Raststätten an, trinken gefühlte vier Millionen Biere unterwegs (also außer die Fahrer. 16:00 Uhr haste noch im Kopf? Recht so…), die wollen schließlich regelmäßig in die Freiheit entlassen werden. Etwas Drama beim Durchqueren von Hamburch – je länger so ein Autokorso wird, desto schwieriger navigiert es sich ohne nützliches Navi durch so eine Großstadt – wieso erfindet da eigentlich niemand was? So eine Brotkrumenbox für temporäres Graffiti auf der Straße oder so? – aber alles halb so dramatisch. Zwischen Hamburch und Wacken noch ein paar Autos an den Korso geschnallt und ab geht’s. Wie gewohnt, wenig später, Leitsystem Wacken. Kennenwa nix, fahrenwa raus. Doofe Idee. Es ist 16:00 Uhr und ab jetzt wird’s lustig. Also. Für die Beifahrer :D
Wir werden einmal im Kreis um’s gesamte Gelände geschickt, kein Feld will uns so recht aufnehmen. Dann stellt man uns auf ner Straße ab, die nächsten zwei Stunden passiert: Gar nix. Gut für uns Beifahrer, im Stehen trinkt es sich viel entspannter. Dann geht’s wieder n bissl voran, wieder vorbei an unzähligen Ordnern vor sichtbar unbefüllten Campingfeldern. Es ist frustrierend. Die Nerven werden angespannter, die Häute dünner, erste wüste Drohungen mit Rechtsbeistand machen die Runde – als wir um 23:45 endlich auf ein Camp gelassen werden. R2 heisst es. Die 2 darin steht für „nicht auf der Map zu finden, Du wirst schon wissen, wie Du nach Hause findest“

Naja, wir haben reichlich Platz für unser Camp (22 Leute oder so? Das ist mal gar nicht soooo leicht abzuschätzen, wieviel Platz die brauchen), bauen gemütlich auf. Bändchen holen am Mittwoch, Biergarten: Fehlanzeige. Also Bierchen im Zelt, Fluchen auf echt hohem Niveau über Wacken’sches Organisationsmismanagement und kuscheliges in-die-Nacht-gleiten auf Zeltplatz R2.
Zeltplatz R2 hat übrigens am Eingang (Gott sei dank…) zwei Ballons hängen. Und ne Gummipuppe.

Donnerstag steht wie gewohnt ganz im Zeichen von: Jägermeister. Und oh mein Gott gibt’s davon viel dieses Jahr. Haben die Leute wohl was wichtiges gelernt letztes Jahr :D
Der Tag dümpelt so vor sich hin, der Regen ist weitgehend verschwunden und wird auch im Laufe des Wochenenendes eher so „immer wieder mal kurz“ auftauchen. Aber: Er war offenbar am Montag da. Und am Dienstag. Und am Mittwoch. Mitbekommen, was das bedeutet, werden wir erst am Donnerstag Nachmittag.
Entspanntes Ziel: Foreigner. Wir laufen sehr großzügig los, ahnen bereits (und haben läuten hören…), dass sowohl die Zugangswege als auch die großen Plätze wieder mal nur aus halbwegs flüssiger Kuhkacke bestehen… Und so ist es auch. Es deutet sich wieder an: Ein langes Wochenende voller steckengebliebener Stiefel, halsbrecherischer Hüpf- und Rutschmanöver und dem konstanten, gar nicht mal wirklich unterschwelligen, aber doch irgendwann wegignorierbarem Geruch enddarmgeprüfter Kuhnahrung… Yay. \o/.
Gut, wie dem auch sei: Festivalbändchen holen, Wacken Full Metal Bag holen und – wegschmeißen. Das war ne ziemlich coole Nummer: Wacken vergibt ja jedes Jahr sone Stofftaschen, ähnlich wie Turnbeutel, mit allerlei Giveaways drin: ’n Kuli, ne Wasserflasche, Werbeprospekte, n One-Way-Regencoat etcetcetc. Dieses Jahr waren Rucksäcke und Taschen aber aufgrund akuter Terroranschlagsbefürchtungen auf dem gesamten Wacken Festivalgelände verboten. Nun muss man von R2 aus, wenn man weiß wo es ist und Glück hat, dass der Klärschlamm einen nicht verschluckt, rund ne halbe Stunde laufen, bis man bei der Bändchenausgabe steht. Diesen Weg müsste man also wieder zurück laufen, um das FMB zum Camp zu bringen. Oder man scheißt drauf und wirft es direkt neben der Ausgabe in den Müll. Kurz das Regencape rausgezuppelt und ab damit in die Tonne. Für unsere Erstlinge geht das natürlich nicht, die haben ihre FMBs in einen Schließfachcontainer vor dem Gelände eingeschlossen. Das, liebes Wacken, war wirklich eine Glanzleistung an Organisation. Geben eine eigentlich manchmal ganz nützliche Tasche mit allerhand Krimskrams aus – und verbieten den Leuten dann damit den Zugang zum zehn Meter entfernten Festivalgelände. Idioten. Muss echt mal gesagt werden. Ich könnte jetzt n Ausflug machen zu „Terror, Prävention, wichtig und so“, mach ich aber nicht. Prävention für Regentage wäre ja auch wichtig, da fällt denen ja auch schon nichts intelligentes zu ein – warum also sollte das bei der Full-Terror-Bag anders sein…
Also rein (anstehen dauert wg. Terror auch länger als sonst) und um Gottes Willen: Männer, stellt eucht NICHT in die Frauenschlange. Und Frauen: Stellt euch NICHT in die Männerschlange. Die Ansage kommt ne gefühlte Stunde, die wir da in der Line stehen, im Minutentakt. Da fragt man sich: Machen das im Minutentakt Menschen falsch, oder ist das auch eher so eine Präventionsmaßnahme? o0
Egal. Foreigner sind Spitze, die ganzen alten Säcke aufm Wacken kennen die Songs natürlich alle und gröhlen mit was das Zeug hält. Nach Foreigner: Whitesnake. Am Wochenende vorher noch gelernt, dass man im beschaulichen Manchester bei Whitesnake-Songs das Wort „love“ durch „knob“ ersetzt. Nun kann man wissen, dass Whitesnake eine Megaschnulzenband ist – praktisch jeder Song handelt von knobs. Das Wochenende ist noch in den Gliedern, also brülle ich aus vollster Lunge regelmäßig Vulgaritäten über’s Wacken Infield. Toll gemacht Luke ;p
Nach Whitesnake dann Iron Maiden – der Headliner. Sie spielen das gleiche Set wie auf der Tour – das macht sie etwas berechenbar, aber das sind Iron Maiden ohnehin. Ich find sie spitze, auch wenn sie hier und da etwas mit dem Sound hadern. Zu „Blood Brothers“ sind wir schon vor dem Infield und wackeln langsam zurück ins Zelt – gemeinsam mit allen anderen das Infield verlassen ist erfahrungsgemäß mühsam…
Nur ein bisschen verlaufen wir uns, laufen einmal um V herum, kommen aber letztlich mit nur wenig Verzögerung sicher im Zelt an. Feierabendbierchen, Abgang.

Freitag. Es ist schon Freitag o0. Ja, wenn der Mittwoch so weggesogen wird vom ewigen dumm-herumstehen, kommt der Freitag immer irgendwie schneller als normal… Freitag also. Geplant: The Haunted. Auftritt? 11:55 Uhr. Ein kurzer Blick auf die Uhr, schallendes Gelächter. Gut, was war danach? Eluveitie. 18:30 Uhr. Ja, DAS ist doch mal was realistisches. Bis dahin gammelt es sich auch super im Camp. Als wir dann zu Eluveitie runtergehen, nehmen wir Manu mit. Der hat bis dato noch kein Festivalbändchen, wir sind ein großer Mob – was kann da schiefgehen? Rund 15 Leute schaffen es, die halbe Stunde durch haarige Schlammgassen hindurch zusammen zu bleiben – nur einer geht verloren… Es hilft alles nichts, Eichhörnchen sind zugegebnermaßen ein adäquates Ablenkungsmanöver. Manu hat sich übrigens an dem Tag durchaus sein Bändchen geholt. Und ist dann ohne aufs Infield zu gehen wieder zurück ins Camp gegangen. Gerüchten zufolge hat er weder am Freitag noch am Samstag einen weiteren Versuch unternommen, im Infield ne Band zu sehen.
Naja. Wir gehen jedenfalls zu Eluveitie aufs Infield – die sind wie immer lustig und machen spaß. Dann teilt es sich – Bullet For My Valentine oder Orphaned Land ist die neue Frage: Wir gehen zu Orphaned Land. Die sind okay, aber jetzt auch nicht übertrieben gut. Aber es ist im Zelt, dort ist die Stimmung im Allgemeinen immer etwas kompakter. Hinterher wieder raus, bei den letzten Klängen von Tarja diffundiert unsere kleine Gruppe fort. Blind Guardian schicken sich an – sie starten für mich ungewöhnlich schlecht, ihre Setlist vermag meine Müdigkeit nicht zu besiegen. So verlasse ich das Infield nach rund fünf Songs bereits und mache mich auf den beschwerlichen Weg ins Camp. Diesmal auf mich gestellt laufe ich auch prompt am Eingang vorbei – extramiles kann man auf dem Wacken leider nicht gutschreiben. Schade, schade. Aber immerhin: Je länger man dafür gelaufen ist, umso glücklicher kommt man dann letztlich im Camp an und ist froh, endlich in seinen gemütlichen Schlafsack auf der gemütlichen Matratze liegen zu können… Natürlich ist aber noch jemand wach im Camp, so zischen wir noch ein, zwei Bierchen, bevor’s in die Heia geht.
Samstag. Wieder so ein frühes, mögliches Konzert: Dragonforce. Wann spielen die? 12:10 Uhr. Wieder schallendes Gelächter. Na gut, aber dann Symphony X. Das klappt auch. Von dort aus wandern wir, ich hab zwei Ersties bei mir, kurz über den Metalmarkt und dann direkt zu Devildriver. Die sind ne bekannte Größe und gewohnt gut, ich bin trotzdem übertrieben müde und mag eigentlich nur noch ins Bett ;)
Nach Devildriver wandern wir etwas übers Wackinger und gehen zu Callejon wieder aufs Infield. Nicht mein Fall und es ist auffällig, dass der Song, der die Massen am ehesten zu bewegen vermag, ein Cover von den Ärzten ist. Ich weiß nicht, wie wohl ich mich dabei fühlen würde, wenn meine Fans zu meinen Coversongs mehr abgehen würden, als zu meinen eigenen. Ich glaub, da hätte ich recht zügig Identitätsprobleme ;)
Nach Callejon zuckeln wir aufs Wackinger, die für mich letzte Band ist angekündigt: Elvenking. Auf die warte ich ehrlich gesagt schon recht lange, hab sie noch nie live gesehen, einige male waren sie für Gigs in Berlin angekündigt, haben (oder wurden?) dann aber abgesagt. Darauf habe ich mich also in der Tat sehr gefreut. Und es hat sich sehr gelohnt – live stehen die ihren Studioaufnahmen in nichts nach. Die Setlist ist recht kurz, die Überlegung, doch noch zu Twisted Sister zu gehen ist sowas von nicht realistisch… also Rückweg, kniehohe Kuhkacke, du wirst mir nicht fehlen…
Der Rest ist gewohnt unspektakulär – bissl Schlafen, bissl Autofahren, Truck austouren, fertig. Es hat schon was routineartiges. Aber: Schön wars. Wie immer. Wacken ist schon was besonderes. Neue Tickets bestellt? Nein. Erstmal abwarten. Aber allgemein ist die Euphorie dafür stark begrenzt, wir denken so in kleineren Grüppchen schon über Veränderungen nach…

Apropos Veränderungen: Mit Ende dreißig ist es wohl an der Zeit, mal den Aufstand zu proben und an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden auf zwei unterschiedlichen Festivals rumzugammeln. Gedacht, getan: Brutal Assault 2016 steckt nun ebenfalls in unseren Knochen. Von den Wackenfahrern hat sich nur eine seeeeeeehr überschaubare Menge von vier Nasen dazu durchringen können, zusätzlich hatte wir einen Festival-Frischling mit in Tschechien. Ach ja Tschechien: Brutal Assault findet statt auf der Burg Josefov in Jaromer – ein kleines Städtchen, rund 150 Kilometer östlich von Prag. Da das Festival tatsächlich IN der Burg stattfindet, hat mich im Vorfeld die Atmosphäre sehr gereizt. Und das kann ich schonmal vorweg nehmen: Das hat sich vollständig bewahrheitet. Die Atmosphäre WAR der Hammer. Doch der Reihe nach. Bereits auf dem Wacken machen wir erste Planungen. Wann abfahren? Dienstag abend schon? Mittwoch um 5? Wann wollen wir da sein? Wie lange fahren wir? Und überhaupt: Wo liegten das?
Letztlich finden wir uns Mittwoch früh, gegen 7:45 Uhr, auf einem Rastplatz an der A13 zusammen und starten in dieses kleine Abenteuer. Nur wenige (ausgewählte) Stops braucht es, bis wir ohne größere Sorgenfalten Jaromer erreichen. In Jaromer deutet zunächst NICHTS auf ein Festival hin. Sieht aus wie ein mehr oder weniger nettes Städtchen in Tschechien. Noch haben wir zwar 400 Meter auf dieser Straße, eine rechts, dann nochmal 300 Meter zu fahren, aber so ein klein wenig sind wir von Wacken aus gewohnt, dass wir bereits vier Orte vorher via Leitsystem auf unsere zugewiesenen Plätze verwiesen werden. Doch nichts. 400m weiter, rechts rum – da endlich taucht etwas auf. Auf einem Plakat an einer Hauswand prangt der Doppelkopf-Adler des Festivals. Und so ganz langsam kommen uns auch die von Metal-Festivals bekannten schwarzgekleideten Kuttenträger entgegen. Wir ahnen schon: Hier sind wir richtig ;)
Da alles recht klein und beschaulich ist finden wir irgendwann auch „unseren“ reservierten Parkplatz, wollen rauffahren…doch Halt. Ein Ordner wirft sich todesmutig zwischen uns und den Parkplatz. Zeigt in die Fahrtrichtung und murmelt etwas auf tschechisch. Vermutlich eine wüste Beschimpfung. Wir fahren also weiter. Irgendwann kommt wieder ein Parken-Schild – fahren wir halt hier rein. Sieht aber mehr so aus, als wäre das kein Parkplatz im engeren Sinne. Hat eher was von Parkstraße. Bezahlt haben wir für was anderes… Also wieder zurück zum Ordner. Der ist amüsiert uns zu sehen., schickt uns wieder in die andere Richtung. „one Kilometer“ sagt erst. Okeeeee, wenn er meint. Fahren wir also wieder hin. Passieren die Parkstraße. Irgendwann tauchen recht unscheinbar zwei Ordner auf der Straße aus. Die machen genau gar keine Anstalten, uns anzuhalten – einen Parkplatz sehen wir indes hier auch nicht. Stutzig fragen wir mal nach. Ist das hier unser Parkplatz? Der arme Kerl spricht nicht nur kein deutsch, nein, der spricht auch kein Englisch… Wie gut, dass wir Ausdrucke unserer Parktickets beihaben. So verständigt man sich mit Hand und Fuß. Wir erhalten Parkkarten. Yay. Mit denen fahren wir wieder zurück wo wir herkamen, über die Brück, erste Rechts – da ist dann „unser“ Parkplatz. Sind wir vorhin dran vorbei gefahren. Das ganze System hat was von Kolonnenbildung – ohne rechte Struktur, wenn ich ehrlich bin… Auf dem Parkplatz gibt’s das erste von vier (sic!) Bändchen an diesem Wochenende: Das Parkenbändchen. Gott sei Dank parken direkt neben uns ein paar Metalheads aus Dresden, die reden uns mal direkt aus, gar nichts mitzunehmen wenn wir unsere Campen-Bändchen abholen wollen. Man erhält die Bändchen und kann dann direkt daneben aufs Camp rollen – wenn man da schon Zelte beihat, kann man die schon aufbauen und alles ist im Fluß… Machen wir also genau so. zu Fuß dauert die Strecke vielleicht 20 Minuten – aber gefühlt sind das Stunden. Das Wetter ist angekündigt mit „bis Samstag Nachmittag ist Regen ist Penner“ – das stimmt so nicht. Wir haben im Gegenteil sogar Glück, können unser Zelt im Trockenen aufbauen. Wir können es zwar dank lehmigem und steinigem Untergrund nicht fixieren, aber es steht. Noch ein paarmal hin zum Auto und zurück, dann steht das Camp. Wir gucken uns mit nicht wenig Neugier um – wir sind praktisch das einzige Camp mit Pavillon. Alle anderen Zelte stehen dicht an dicht. Zwar haben wir den Eindruck, dass wir für den Extra-Platz bezahlt haben, aber wir ahnen schon, dass wir das nochmal werden diskutieren müssen… Und so kommt es auch. Unser Camp ist ein sogenanntes „VIP-Camp“, wir haben ein zweites Bändchen, Zäune, eigene sanitäre Einrichtungen und Ordner. Einer dieser Ordner kommt zwischendurch mal rumgeschlendert und sagt „Das Pavillon geht nicht. Das ist nur erlaubt, wenn ein Zelt drunter steht. Das muss weg“. Wir können die Dame davon überzeugen, dass wir für den Platz bezahlt haben, damit ist das Thema für den Rest des Festivals erledigt. Nachdem alles steht machen wir uns direkt auf zu Devildriver – erste Band auf der Liste am Mittwoch. Zuvor kommt aber natürlich noch Bändchen Nummer 3: Das Festivalbändchen. Heute mit RFID-Chip. Zum Ein- und Ausloggen vom Gelände – aber auch zum Bezahlen. Irgendwie cool. Irgendwie auch wieder nicht. Praktisch halt, weil man nicht permanent mit Cash hantieren muss. Andererseits braucht man das Cash eh, um den Chip aufzuladen – jedenfalls ist das der leichte Weg. Naja. Für dieses Bändchen stehen wir endlich mal auch ne Weile an – rund eine Stunde im Dauerregen. Macht nix – Regencapes und Bier erheitern uns diese Stunde… Direkt vor uns bemerkt einer erst als er dran ist, dass er sein Ticket verloren hat (und neu wird ausdrucken müssen…) – das ist doof gelaufen und echt verschenkte Zeit… Bei uns läuft alles problemlos – Bändchen holen, Geld aufladen, rein und: Devildriver. So wirklich viel bekommt man von der Burg zu dem Zeitpunkt gar nicht mit – ist halt Musik vorne. Die spielen das selbe Set wie aufm Wacken – macht aber nix, war ja n Gutes :D
Es folgt ne Futterschlacht, ein bisschen Kennenlernen der Umgebung, anschließend gibt’s, während Dying Fetus Lärm produzieren, unser viertes und letztes Bändchen: Das Natural Stand Bändchen. Das ist eine echte Besonderheit vom BA: Direkt gegenüber der beiden großen Bühnen ist eine natürliche Erhebung. Vielleicht 6-8 Meter an niedrigster Stelle, nach hinten immer höher wachsend – wie ein natürliches Stadion. Von diesem Stand aus hat man natürlich hervorragende Sicht auf die beiden nebeneinander stehenden Bühnen (und manche Jägermeisterflagge…). Absolut cool gemacht und mit Abstand der Ort, auf dem wir die meiste Zeit verbracht haben während des BA. Zu Mastodon stehen wir da schon ziemlich souverän rum, direkt danach geht’s aber ab ins Bettchen für uns – die Fahrt ist anstrengend gewesen und morgen ist auch noch ein Tag.

Und für den ist abends Dark Tranquillity angekündigt… Wir beginnen aber etws vorher mit The Black Dahlia Murder, gefolgt von Ihsahn. Natürlich beide vom Naturals Stand aus :D Danach möchte Heike gerne zum Meet & Greet von Dark Tranquillity. Machen wir. Stehen am Ende sogar ganz vorne und nehmen verwackelte Fotos mit :D
Noch ein bisschen Hin- und Hergelatsche, dann spielen Dark Tranquillity. Im Zelt. Das ist quasi die drittgrößte Bühne. Und der Bereich vor der Bühne ist so voll, dass die Menschen seitlich unten hinten aus dem Zelt platzen. Versteht keiner, wie die Leute vom BA sich so verschätzen konnten, aber hier war der Bereich vor der Bühne definitiv nicht adäquat bemessen. Macht aber nix – wir sind früh genug da und sehen einen tollen Gig. Also. Ich sehe nicht so viel, ist halt voll :D
Hinterher noch ein klitzekleines bisschen Parkway Drive – nicht mein Fall und so ergebe ich mich meiner Müdigkeit.

Der Freitag beginnt entspannt mit Septicflesh, es folgen komische Bands wie „Raised Fist“ und „Obituary„. Während Terror spielen, machen wir ne Essenspause, um pünktlich zu Coroner wieder auf dem Stand zu stehen. Coroner fackeln ein gewohnt gutes Konzert ab, ich mag die Jungs einfach. Obgleich sie aus der neutralen Schweiz kommen, lassen sie es sich nicht nehmen, die mögliche Präseidentschaft von Trump mit einem „hopefully not“ zu quitieren :D.
Es folgen die psychedelischen Kuschelrocker von Moonspell und die leicht düsteren Satyricon bevor der Headliner des Festivals aufspielt: Arch Enemy. Alyssa kommt meiner Meinung nach langsam an bei Arch Enemy, sie wirkt nicht mehr so ganz wie ne Ein-Frau-Show wie noch zu Beginn ihrer Zeit bei AE. Dadurch wirkt das ganze Konstrukt auch wieder viel stimmiger und ich kann mich langsam dran gewöhnen, die Angela-Songs auch von ihr zu hören. Der neue Kram passt nebenbei bemerkt ganz gut zu ihr, da macht AE schon das Optimum draus, die Kreationen um ihre Sänger zu stricken. Unearth skippen wir, Bierchen, Bierchen, Bettchen.

Am Samstag verlassen uns unsere drei Mitstreiter, wir bleiben aber noch. Wir bauen am frühen Nachmittag das Zeltlager ab, tragen alles zum Auto. Ziel ist, bis Insomium im Infield zu sein und nach Behemoth nach Hause zu fahren. Genau so machen wir das auch – wenngleich Insomnium auf mich die gleiche Wirkung hat wie jedes mal, wenn ich die Live sehe: Plöt! Die Zeiten dazwischen nutzen wir natürlich, um unsere RFID-Chips zu entladen – als Wechselwährung gegen Getränke und Nahrung ;D
Als Kirsche auf der Sahne spielen noch Behemoth auf. Bereits während der vergangenen Tage sind regelmäßig die sogenannten Nazgul auf den hohen Bereichen der Burg rumgerannt: Dunkle Gestalten mit tiefen Kapuzen und Schnabelmasken. Sie geben der gesamten Szenerie etwas unheimliches, mystisches. Zu Behemoth passen sie natürlich noch besser als zu allen anderen… Mit ihnen wirkt das Konzert gleich noch dunkler, satanischer. Behemoth ihrerseits brennen wieder mal alles nieder – ihre Show ist einfach gigantisch und atemberaubend.
Nach Behemoth machen wir uns auf den Rückweg. So etwa 5 Stunden Autobahnfahrt durch die Nacht. ToiToiToi, alles ist gut gegangen.

 

Was bleibt also von diesem seeeeeeehr langen Wochenende auf Wacken und Brutal Assault? Die Erkenntnis, dass man Bands auch mal skippen kann. „Seh ich aufm BA. Sind aufm Schiff. Hab ich aufm Wacken gesehen“. Klappt total super :D
Was wir nächstes Jahr machen? Mal sehen. Wacken wohl nicht. Sicherlich irgendwas Festivalartiges. Vielleicht was mit echtem Bettchen oder so? Vielleicht auch was gemischtes. Breeze ist in der Auswahl. Sicher auch das Force. Metalfest geht irgendwie immer. Mal sehen. Noch ist nichts entschieden. Vielleicht landen wir ja am Ende doch wieder auf dem härtesten Acker der Welt :D

Advertisements

Mit Tag(s) versehen: ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: