Archiv der Kategorie: what else?!

Ihr wolltet das doch so…

Muss mich mal wieder auskotzen…

1.: Neulich las ich etwas, dass mich schon irgendwie geschockt hat. Offenbar gibt’s in der “gebildeten Klasse” der USA – das sind im Wesentlichen die mit Collegeabschluss – nicht genug Männer, was dazu führt, dass viele Frauen dieser Klasse einsam und allein sind.

Ach was.

Den Autor scheint das dennoch zu überraschen (ist halt Amerikaner, die haben noch länger den Kopf im Arsch als die Europäer), dabei ist es ganz offensichtlich: Seit Jahrzehnten indoktrinieren Frauen, dass Mädchen in der Gesellschaft wie Scheiße behandelt werden. Diese Frauen kämpfen an vielen Fronten (ganz viele davon finde ich richtig und wichtig, nur falls das hier anders verstanden werden will oder wird) und schießen gelegentlich übers Ziel hinaus. Das hatte ich früher schon angemerkt.
Ich habe in der Vergangenheit endlos viele Studien und Beiträge von mehr oder weniger ernstzunehmenden Menschen gesehen und gelesen, die sich so im Allgemeinen mit dem Schulsystem befasst haben. Egal ob dem deutschen, dem europäischen Minimalstandard oder dem amerikanischen. Alle eint, nicht unbedingt als Kernaussage aber auf jeden Fall im Kontext, die Ansicht, dass Schulsysteme dieser Welt für Mädchen gemacht sind. D.h. Mädchen schneiden in der Schule besser ab. Prinzipiell und aus elementaren Gründen des Systems, dem die Schüler halt zwangsunterworfen werden. Das war auch meines Wissens nach nie anders, lediglich im Anschluss daran hat sich was verändert in der Gesellschaft: Früher sind die Jungs mit ihren Abschlüssen halt weitergezogen, haben was gelernt, Karriere gemacht und so weiter und so fort. Heute sitzen diese Jungs im Wesentlichen in den Führungsetagen derjenigen Firmen, denen Staaten inzwischen Frauenquoten aufzwingen, damit sich das mal ändert. Heute, und das geht ja schon ein paar Jahre so (sexuelle Revolution und so…), tendieren Frauen eher dazu, aus ihrem Potenzial im Allgemeinen und ihren Vorteilen im Schulsystem im Besonderen was zu machen. Das mag Klischeehaft klingen, aber jede ernstzunehmende wissenschaftliche Arbeit bestätigt das ja: Heute lassen sich die Mädels nicht direkt am Ende der Mindestschuldauer schwängern und leben fortan glücklich als Hausfrau – nein, heute beteiligen sie sich aktiv an der Familienplanung und –verwirklichung. Im Kontext bedeutet das, dass sie eben eher mal noch n paar Jahre College dranhängen und “was anständiges lernen” – eben etwas, dass diese leistungsorientierte Gesellschaft belohnen wird statt “nur” die Kinder großzuziehen.

So, und nun gehen wir mal los und prüfen, was passiert, wenn eine subventionierte Gruppe in einem beliebigen System entscheidet, die gegebenen Vorteile voll auszuspielen. Richtig, sie dominiert das System fortan. Aber statt das zu ändern und endlich mal auf die Idee zu kommen, dass dieser radikale Feminismus hie und da am Ziel vorbeiballert, wird lamentiert, dass die Kerle einfach zu blöde sind.
Ich will gar nicht erst den Kontext eingehen, dass es offenbar sowas wie “Klassengrenzen” gibt, über die hinaus Frauen sich nicht binden (wollen). Das tun Männer heute auch, ist aber ebenso sozialisiert: Früher (sigh) hat diese Gesellschaft Männer nicht verachtet, die sich jemanden zu Frau nehmen, die lediglich Hausfrau und Mutter sein möchte. Heute ist das eher ein gesellschaftliches Tabu – und zu teuer nebenbei bemerkt. Wie viele Männer des “Mittelstandes” verdienen bitte genug Geld, sich, eine Frau und mindestens ein Kind zu finanzieren. Ich kenne nicht einen (das muss jetzt nix bedeuten, ist aber halt der Referenzwert, den ich mal so heranziehen muss). Das Leben ist einfach teurer geworden – bisweilen unerschwinglich. Und ja, die Familie muss selbstverständlich immer die neusten iPhones haben (auch sone Sozialisationssache)…

 

2.: Ihr behämmerten Radfahrer, die ihr
– morgens um 7, bei leichtem Nieselregen, auf einer Hauptstraße, bei Vorhandensein eines halbwegs gut befestigten Radweges, auf der Straße fahrt. Ihr seid für Autofahrer nicht zu erkennen. Auf den Windschutzscheiben der Autos, die ihr wahlweise mit Dunkelheit überrascht oder mit blitzlichtartigem Geflacker eurer LEDs blendet, befinden sich diverse Sorten Regenwasser, dazu sind Laternen an, Gegenverkehr, Autos vor uns und hinter uns, vorne geht die Sonne auf, hinten ist Dunkelheit. Und plötzlich taucht ihr aus dem Nichts auf. Das könnt ihr so machen, seid dann aber, unter diesen widrigen Bedingungen, ebenso gefährdet wie jedes Auto, dass um die Uhrzeit ohne Licht fährt. Oder wild bremst oder dergleichen Unfug macht.
– mitten in der Nacht, schwarz gekleidet, ohne irgendein Licht am Rad, durch Wilmersdorf fahrt. Und euch dann noch aufregt, wenn ihr nicht gesehen werdet…

 

3.: Ihr blöden Tussies, die ihr darüber weint, dass die Männerschaft nur noch aus verweichlichten Hipstern und Mädchen mit Bart bestehen: Die Generation eurer Eltern wollte das so. Beschwert euch bei denen, nicht bei den Männern. Und überhaupt: Es ist EUER Beuteschema, dass diese Erkenntnis immer wieder mal an die Oberfläche spült. Wenn ihr jemanden wollt, der wie ein Sänger aus ner japanischen Popband aussieht, dann bekommt ihr auch so jemanden. Das der sich dann aber wie Barney Geröllheimer verhält und euch die fettesten Dinosaurier fängt, is eher unwahrscheinlich. Wenn ihr euch nur noch von Äußerlichkeiten leiten lasst bei der Auswahl eurer Triebventile bekommt ihr halt, wonach ihr Ausschau haltet. Oh und: Wenn ihr euch wie blöde Ziegen aufführt, werdet ihr von Männern, denen es wichtig ist, euch ein guter Partner zu sein, eben nicht ins Auswahlfeld geführt. Ist so. Wald, Rufen, etc… (kam mir hoch in unzähligen Situationen, jüngst wg. http://www.smsvongesternnacht.de/sms234581)

 

4.: Ihr blöden Makler könnt euch ma bitte abgewöhnen, die Hinkefüße in euren gammeligen Wohnungen in der Beschreibung zu verheimlichen in der Hoffnung, dass die Leute, die da kommen, dann eben einfach akzeptieren, dass die Bude kein Dach hat oder n Yeti im Bad wohnt. Immerhin haben die Idioten ja schon ihren Job gekündigt und ihr soziales Leben geopfert um diesem unwirklichen Terminwunsch zu entsprechen. Den ihr natürlich auch nur einfordern könnt, weil für euch in Berlin grad mal die Sonne scheint – das hat die Berliner Führungsriege in den letzten Jahrzehnten nämlich super hinbekommen, dass jetzt, wo die Stadt plötzlich n Renner ist bei der digitalen Boheme, nicht genug bezahlbare Wohnungen für alle da sind. Aber ihr wisst ja: Es kommen auch wieder üblere Zeiten für euch…

 

5.: Ihr Arschgeigen von der Post. Wenn ihr den Job mit den Paketen nicht machen wollt (jedes mal muss ich, während ich ne halbe Stunde in einer Line warte, von irgendwo hören, dass eigentlich jeder an diesen Schaltern Banker ist und diese Schalterscheisse nur macht, weil’s halt zur Stellenbeschreibung passt), dann lasst es halt. Macht eure Bankgeschäfte gefälligst an einem separaten Ort, dann lässt sich das auch ideologisch besser auseinanderhalten…
Und wenn ihr’s dann schon macht, dann hört auf in die Briefe zu gucken, in denen ihr Bargeld vermutet; hört auf, Briefe einfach wegzuschmeißen; hört auf, statt Pakete zuzustellen einfach Benachrichtigungskarten einzuwerfen; hört auf, die einzigen auf der Liste der Orte, die man zwangsläufig regelmäßig aufsuchen muss, zu sein, die ihre Öffnungszeiten in Bereichen haben, in denen andere arbeiten müssen. Jede beschissene Tante Emma Laden hat inzwischen von 8 bis 20 Uhr offen, nur ihr nicht – 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Echt jetzt? Ich kann nicht jedes Mal den Job kündigen, nur weil ihr mal wieder ne Zustellung an eine Packstation nicht auf die Ketten bekommt und das Ding in ne Filiale umleitet…

 

6.: Ihr Schwachmaten von Mitterechts… Nicht Asylanwärter sind euer Problem, sondern infrastrukturelle Vernachlässigung eurer [nötigsten] Bedürfnisse. Ja, die Regierung™ scheißt auf euch – das ist messbar. Das bedeutet für euch aber nicht, dass ihr Asylbewerberheime anzünden müsst oder gar solltet. Ihr lasst eure scheiß Aggressionen an Leuten aus, die aus ihrer Heimat (einen Begriff, den ihr ja gerne überstrapaziert – dessen Bedeutung ist euch als offenbar klar…) fliehen weil sie von dort vertrieben werden. Sie haben Angst. Um sich und ihre Familien. Klar freuen die sich auch, dass man hier Geld verdienen kann. Das ist im Wesentlichen der Grund, warum sie sich nicht einfach in ne Ecke setzen und sterben. Fakt ist: Da wo sie herkommen gibt’s nix. Nix zu arbeiten, kaum was zu essen, nix zu trinken – dafür Krieg, Terror, Despoten und Unruhen. Das sind Zustände, die euch über den Verstand wachsen, das ist mir klar – ihr seid ja gefangen in dieser Zwischenwelt. Nix zu arbeiten, den ganzen Tag nur Idioten um einen herum hängt ihr dann vor der Playsie und seid gefrustet, weil die Arbeitsagentur schon wieder n Arbeitsangebot rumschickt, mit dem ihr nicht binnen einer Woche aus den Schulden seid.
Ihr seid das hässliche Arschgesicht der Regierungsbemühungen der letzten dreißig Jahre, unter dem Vorwand des Wunsches nach Vollbeschäftigung das Sozialsystem weitgehend abzuschaffen. Das ist schon klar. Aber der Frust, den ihr darüber vollkommen zurecht habt, muss an die Verursacher gerichtet sein. Und ihr überschätzt die Macht von asylsuchenden aus Kriegsgebieten, wenn ihr meint, die wären das.
Und ja, vielleicht schere ich euch damit allzu leicht über den selben Kamm – das mag wohl sein und der eine oder andere von euch wird andere Gründe haben, Asylsuchende im Speziellen oder andersartige im Allgemeinen abzulehnen – notfalls auch mit Waffengewalt oder wenigstens im pöbelnden Mob stehend, Fahne zeigend. So eine Gehirnblutung oder n schwerer Schlag auf den Kopf kann da sicherlich auch zu beitragen, dass man so intolerant und asozial drauf ist. Aber auch für euch gilt: Es ist eure Welt, wir anderen Leben nur darin. Und weil das so ist, ist es eben auch an euch, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wenn ihr glaubt, dass gelingt, indem ihr mehr oder weniger wahllos Plattitüden von Rechtsaußen nachblubbert oder irgendwo Feuer legt – dann empfehle ich dringend mal eine Reise nach Syrien zu buchen – da könnt ihr euch dann selbst ein Bild von dem Ausmaß dessen zu machen, was es bedeutet, der Heimat beraubt worden zu sein. Ich bin fest überzeugt: Für One-Way-Tickets für euch findet sich ne ausreichend potente Crowdsourcingkampagne… Dann könnt ihr zwischen Kinderleichen und Bombensplittern in Ruinen von Lehmhäusern eure scheiß ideale Welt basteln – müsst nur ab und an den Kopf einziehen wenn euch die bewaffneten Milizen zu Gesicht bekommen und auf euch ballern…

 

7.: …und wo wir grade beim aktiven Outsourcen von Randgruppen sind: Liebe Daumenschraubenanleger vom Rundfunk, geht doch bitte gleich mal mit.
Oder, das fände ich fast noch besser: Macht doch mal ein Programm, zu dessen Bezahlung sich nicht bei gefühlt 100% der Bundesbürger die Nackenhaare aufstellen. Noch besser wäre, ihr würdet die Menschen entscheiden lassen, ob und wie viel sie für euren geistigen Durchfall zu zahlen bereit wären. Ihr beruft euch gerne auf eure hoheitliche Aufgabe, unabhängiges Berichtswesen zu sein – wäret ihr das, wäre der allgemeine Widerstand gegen euch vermutlich gar nicht mal so hoch (und die Aussicht auf freiwillige Beiträge sogar noch viel höher). Stattdessen ist er so hoch, weil ihr etwas anderes seid: bequeme, veränderungsresistente Relikte aus Zeiten des kalten Krieges. Akzeptiert es doch bitte mal, es ist wirklich und endlich an der Zeit: Ihr seid, in dieser Form, nicht mehr zeitgemäß.

 

8.: Ihr parkenden Berliner… Seitdem ich in Wilmersdorf wohne geht mir mal wieder n Licht auf, wie schlimm ihr seid. Ihr sucht selbst oft ewig nach einem Parkplatz in dieser Stadt, die so wenige davon hat, dass euch die Misere klar ist. Und dann, wenn ihr mal die Möglichkeit habt, parkt ihr, als ob’s das Problem gar nie gegeben hätte. Immer genau so, dass selbst wenn bequem Platz für zwei ist, da sonst keiner mehr parken kann. Neulich hat mich ne Nachbarin drauf angesprochen. Sie meinte “Ich park da jetzt auch mal so, normalerweise bekommt man ja hier keine Parkplätze, weil andere so parken”. Ist sicherlich nicht wörtlich wiedergegeben, aber annähernd. Der Widerspruch ist ihr jedenfalls nicht umgehend aufgefallen… ich wiederhole: Sie sprach mich an. Offenbar hat sie meinen Blick bemerkt, den ich ihr zuwarf, als sie aus ihrem soeben abgestellten SUV ausstieg, der zwei sehr bequeme Parkplätze belegte, und fühlte sich dadurch genötigt, sich zu rechtfertigen.
Ich lebe in einer Gegend, die eigentlich eher irgendwie großfamiliär ist – klassischer Berliner Kiez halt. Aber dieses Verhalten legen sie fast alle an den Tag (und nein, ich nicht, ich parke immer so sparsam wie möglich – notfalls auf die Gefahr hin, morgens dann wie n blöder kurbeln zu müssen um wieder rauszukommen…)

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Wacken 2014 – long story short…

…dieses Jahr WOA war leider eher enttäuschend für mich. Mittwoch Abend habe ich mich noch traditionell vom diesmal exorbitant großen Widerstand im Camp, zwischen all den das Wochenende prägenden “Kuemmerling, Kuemmerling, gute Freunde trinken gerne Kuemmerling”-Rufen und der wilden, aber lauten, Vorstellung, dass man Mittwochs nicht sein Festivalbändchen holt, loslösen können, die anschließende Suche nach Verbündeten im Biergarten war aber leider vergleichbar mit dem Durchhaltevermögen bei Bands an dem Abend: Es endete demnach im Camp, bei, was soll ich sagen, Kuemmerling (Merke: Kuemmerling wird in einem 19-Personen-Camp auch merklich dezimiert, wenn man nicht in der Nähe ist…)…

Das war btw ein Vorhaben, das vorher von einer Splittergruppe von 10-Jahres-Jubilaren zum offiziellen 25-jährigen Wacken ausgerufen haben: 5 olympische Ringe an Kuemmerlingen möge das Camp vorzugsweise am ersten Abend, definitiv aber im Verlaufe des Festivals zerlegen. Für jeden Ring braucht es ~65 Kümmerlinge, wir hatten vorsichtshalber ungefähr ~500 mit. Lange nicht jede/r im Camp trinkt diesen Kram, also bleibt natürlich mehr für alle anderen ;o)
Und ich kann mit Sicherheit sagen, dass auch Dosenstechen und Biertrichter dieses Jahr von Minute 1 an zum Alltag zählen. Nicht für mich, soweit sollten meine Erfahrungen Konsistenz aufweisen, aber im Camp. Ich kann für 2014 erstmals Rangeleien und das permanente Gefühl addieren, im unmittelbarer Nachbarschaft (und ja, auch für mein Zelt) das “oh mein Gott hoffentlich krachen die nicht besoffen in unser Camp”-Gefühl addieren – nicht jeder hat diese Stoßgebete gesprochen, also wurde auch nicht jeder erhört…)
Ich würde das sehr gerne mit einer Aussage eines Mitreisenden umschreiben, die mir dafür sehr gut gefällt: “Wacken ist ein Urlaub für die Seele”. Ich unterstreiche das mit jeder Faser meines Seins, es ist in der Tat genau das: Maximales Befreien von Konventionen, an die wir uns die restlichen 360 Tage im Jahr gebunden fühlen. Daher erfolgt das Gefühl, das diesjährige Asi-Camp in der Umgebung zu sein, wertfrei: Ich bin definitiv lieber in diesem Camp als in jedem anderen. Egal, welche Qualität es hat ;o)

Donnerstag hatte noch einige Highlights. darunter definitiv das rumhängen im Wackinger, eher belastend als erheiternd waren die enttäuschenden Bandbegehungen von Hammerfall und Steelpanther – ich bin relativ sicher, ich war abends dann noch in der Shishabar, ich erinnere mich dunkel am Met und Zigarren und so – aber ansonsten ist dort viel Dunkelheit, wo Feuer sein sollte.

Das ist bedauerlicherweise die direkte Überleitung zu Freitag, der super startete (sieht man mal vom 4-Stunden-Wartemarathin im Dorf nebenan ab, der eigentlich als Suche nach ner Dusche und nem WC begann, aber ehrlicherweise eher als Frühshoppen in brütender Hitze mit Gruselgeschichten vom Wirt, der vom am Vorabend von einem Taxi erfassten Dorfbewohner zu berichten wusste, endete), aber bitter endete: Nachdem ich mich den ganzen an der festlichen Tafel im Camp gelabt habe (und derweil diverse geplante Bands mit dekadentem Durchwinken nicht besucht habe), spürte ich abends, auf dem Weg zu den wenigen, für mich wirklich wichtigen Bands, ein nicht nur leichtes, sondern merklich bedrohliches Unbehagen in der Magengegend. Wir standen noch ein paar Minuten bei Hell rum, am Ende blieb mir leider nichts übrig, ich musste, mich Kräutertee bewaffnet (Mama Marc, Dein Sohn ist echt ein feiner Kerl, das hast Du sehr gut gemacht!!), den Rückweg ins Camp antreten. Die Nacht war entsprechend unerfreulich, der sich anschließende Samstag leider im Ganzen genauso: diverse Bands vom ohnehin eher unterdurchschnittlichen Line-Up habe ich nicht gesehen, habe mir stattdessen im Camp den Bauch gekrault. Abends habe ich mich nochmal ins Infield gezwungen – und hey, es gab dort immer noch Tee, voll super – aber außer einem ganz lustigen, aber nicht überragenden Auftritt von Amon Amarth (lustig vor allem, weil der 2,50m-Hüne von Sänger so ungefähr 2,8 im Turm hatte, was verstärkt durch die Bühnenkonstruktion und das Wetter zu sehr lustigen Effekten führte) war ich nicht mehr in der Lage, weitere Zeit auf einem superanstrengen Wacken zu verbringen.

So bin ich noch am Abend mit meinen Hinfahrern zurück nach Berlin gedüst – absolut unüblich und am Ende natürlich auch sehr anstrengend, aber durch meine Magenprobleme (und nein, das war kein Kater…) definitiv die richtige Entscheidung.

Diese Erfahrung hat mich einiges gelehrt, immerhin resultiert sie aus einer Reihe von vielleicht nicht, vielleicht doch, zusammenhängenden Ereignissen, auf jeden Fall aber legt sie mir viele Verhaltensweisen nahe, die ich im nächsten Jahr verändern sollte und werde. Klar, dann wird wieder alles anders und so, aber es ist, abgesehen vom Rookie-Jahr, das Jahr mit den wichtigsten Erfahrungen. Insofern schaue ich ich trotz weinenden Auges mit einem Lächeln zurück, denn es gab abseits meiner persönlichen Schwächen echte Lustmomente im Camp und im Rest der Erfahrung Wacken – dazu zählen sicher die “Wer schwankt, hat mehr vom Weg”-Parolen auch viel Einheit und Brüderlichkeit in einem solch großen Camp. “Klar” gab es auch Geraufe, Gepöbel, in’s Camp Gereihere – aber es ist ausgesprochen Schön, einem solchen Camp und Freundeskreis anzugehören. Ich hoffe inständig, jede/n Einzelne/n nächstes Jahr wieder zu sehen, und verspreche mich in besserer Verfassung zu präsentieren.

Wacken – Rain or Shine.

\m/

Kurz und knapp – keine Kommentare mehr in diesem Blog…

wenn wir schon ins freiheitliche Mittelalter reisen, dann doch nicht auf meine Kosten. Mehr dazu hier:

http://www.sueddeutsche.de/digital/europaeischer-gerichtshof-fuer-menschenrechte-internetportal-fuer-boesartige-kommentare-verantwortlich-1.1792322

Alte Kommentare verbleiben natürlich. Neues gibt’s halt nicht. Redet mit mir auf Twitter oder Facebook ;)

Impressionen aus der neuen Welt (1/2)

Ohio 2013, Tag 1

"stars spangled banner" ist die Hintergrundbeschallung für den Moment, in dem in der nicht mal zu zwei dritteln besetzten "Q-Hall" (an diesem Abend Heimat der Cleveland Cavaliers und Alptraum der Oklahoma Thunder) nahezu alle Zuschauer stehen und andächtig der zarten Stimme einer mir unbekannten jungen Lady lauschen, die Stolz bei Amerikanern und Gänsehaut bei wahrscheinlich allen anderen erzeugt.
Es ist, ganz offensichtlich, nochmal ein Unterschied, ob man das im Fernsehen sieht oder live dabei ist, wenn rundherum nach der Ankündigung der Hymne alle Menschen stehen, manche sich an die Brust greifen, andere nur still ausharren. Ich weiß nicht, ist es Reflex oder innerer Antrieb – jedenfalls führt es dazu, dass auch ich mich erhebe um der Hymne zu lauschen. Zur gelungenen Intonation gibt es die Anwesenheit eines Army-Mitglieds in Paradeuniform sowie diverse "stars spangled banner" – Fahnen der USA, ein unnötiger Hinweis auf den Ursprung und die Sinnhaftigkeit dieses Moments der Ruhe und inneren Einkehr.

Basketball in der NBA ist von der Stimmung her nicht viel anders als Basketball in der deutschen Bundesliga, zunächst gibt es eher verhaltene Begeisterung für die heimischen Stars. Den größten Applaus ernten bis dahin die dressierten, Frisbee fangenden Hunde in der Halbzeitpause, nicht etwa die, selbst für einen Basketballunwissenden wie mich, ansehnlichen Spielzüge des Heimteams.
Da hier der fünfte irgendeiner Division den ersten irgendeiner aWP_000791nderen Division zu Besuch hat und die Fans des Heimteams das Verlieren gewohnt zu sein scheinen, ist womöglich ein nicht unwesentlicher Teil der Zurückhaltung der Unwahrscheinlichkeit geschuldet, dass die Cleveland Cavaliers heute Abend ein kleines Winterwunder möglich machen werden. Erst als zwei Minuten vor Spielende die Cavs vorne liegen und Oklahoma sich beim Zurückerobern der Führung in diesem Spiel nicht sehr effektiv anstellt, werden die Fans warm. Als das Spiel schließlich beim Spielstand von 105:100 für den Underdog abgepfiffen wird, steht auch der letzte Zuschauer auf dem hintersten Tribünenplatz – nebenbei bemerkt der Ort, wo wir sitzen.

Auf dem Heimweg kehren wir, offenbar ganz traditionell, noch in einer Sportsbar ein, nehmen einen ordentliches Abendvesper zu uns (die teilweise auf Tellern geliefert wird, die um durch die schmalen Küchentüren zu gelangen etwas schräg gehalten werden müssen), genießen Sport im TV und unterhalten uns über, ja richtig, SportWP_000792. Mir ist es am Abend zu anstrengend, noch immer muss ich mühsam jeden Satz, den ich höre, erst übersetzen, bevor ich mich mit dessen Beantwortung befassen kann, ich bin noch weit entfernt von einem Automatismus in diesem Bereich. Am Ende eines langen Tages, in einer vollen Sportsbar, lassen meine entsprechenden Fähigkeiten dann nach und ich entpuppe mich als der unfreundliche Europäer, der einfach keine Ausdauer mehr hat, an Gesprächen in einer nicht sehr vertrauten Fremdsprache teilzuhaben. Ich hoffe, Tim und Tim Jr. (ja, auch dieser Klischee enthält offenbar einen Funken Wahrheit…) verzeihen mir das ;)

Doch eigentlich ist diesem Tag Unrecht getan, wenn ich ihn in der Q-Hall beginnen lasse, denn die Völlerei geht natürlich vorher los: "Red Lobster" ist selbst in deutschen Landen ein Begriff, wenngleich es keinen Ableger der Kette in Europa gibt. Red Lobster macht, der Name verrät es: Hummer. Klar machen sie auch diverse andere Sorten Seafood und theoretisch kann man sich da auch n Burger bestellen, aber Hummer sind ihr Markending und Basis ihres Images. Nichts ist damit vergleichbar: Man entert das Restaurant und bekommt als allererstes zu sehen: Hummer. Sie schwimmen, oder vielmehr treiben, in einem kleinen Aquarium herum, warten darauf, dass jemand daherkommt, ihnen in die Augen sieht und sagt "this one please". Sodann kommt jemand daher, schnappt sich das Tier aus dem Aquarium – es hat keine Chance, seine einzigen Waffen sind aus Gründen der Pietät (wer will schon blutigen Koch auf den Klauen seines Mittagessens haben, die Überreste eines letzten, verzweifelten und aussichtslosen Kampfes auf Leben und Tod…?) verklebt und bewegungsunfähig gemacht – um es dem Koch zu bringen, der es anschließend, so sagt man wenigstens, lebendig in kochendes Wasser wirft, um es wenige Minute2013-02-02 15.01.56n später als Spezialität auf dem Teller eines Gastes zu kredenzen – gemeinsam mit flüssiger Butter, einer Backkartoffel und vielleicht einer kleinen Portion Tagesgemüse.
Als ich den Viechern in ihre leblos wirkenden Augen sehe, verlässt mich der Mut, so etwas etwas zu bestellen. Schätze, ich könnte auch das Lamm nicht töten oder gar ausweiden, dass ich nur allzugerne zu essen bereit bin.
Hummer gibt’s für mich trotzdem, zusammen mit Krabbe und Shrimps – aber bei allen habe ich das gute Gefühl, meinen Gaumenschmaus einer sorgfältig ausgewählten und umfassend kontrollierten Massenproduktion zu verdanken, anstelle der gezielten und individuellen Tötung eines einzelnen Tieres. Und es besteht darüber hinaus die geringe Restchance, dass ich lediglich einer geklonten und / oder im Reagenzglas entstandenen, halbwegs festen Masse aufgesessen bin, die in einen hübschen Krustenpanzer mit leuchtend roter Farbe am Tisch ankam, zuvor aber nie in irgendeinem Wasser lag. An mir ist wirklich kein Jäger verloren gegangen ;)

 

Ohio 2013, Tag 2

Supersunday! Heute findet der Superbowl statt, der spätere Sieger Baltimore besiegt hohen Favoriten aus San Francisco – die Amis lieben Gewinner ;)

WP_000793Zuvor begebe ich mich noch einmal in die kalten Fänge des eisigen Windes am Eriesee, wo ich mit bescheidener Kamera zwei Schnappschüsse mache während mir angesichts der ausufernde Weitläufigkeit des kleineren der großen Seen angemessen bewundernd ein Seufzer entgleitet. Am Ende des Horizonts ist, wohl angeblich selbst unter guten Bedingungen, Land nur zu Erahnen. Bei den widrigen Umständen an diesem Tag ist es nicht mal zu erraten, es ist, als blicke man auf ein Meer. Vielmehr ist der sichtbare Teil des Sees mindestens oberflächlich zugefroren (was dem geneigten Leser vielleicht einen Eindruck über die Wetterverhältnisse vermitteln mag), lediglich am Horizont ist eine Fahrrinne für Tanker freigemacht. Überhaupt hat der Winter Madison, Ohio fest im Griff. An den Fenstern meiner Schlafstatt hängen Eiszapfen in militärischer Präzision so weit hinab dass der Eindruck entsteht, sie sind Teil der Fassade des Hauses. WP_000797Jeder kleine Ausflug muss gut vorbereitet werden (insbesondere von Nichtamerikanern mit, gegen amerikanische Grippeviren praktisch nutzlosen,  nichtamerikanischen Abwehrkräften) und wird entsprechend mehrfach überdacht.

Im Anschluss an den Besuch des wirklich beeindruckenden, aber auch furchtbar unbequemen Eriesee fahren wir noch durch das verschlafene Nest “Gleneva on the lake”. Das Städtchen soll von der Erzählung her so etwa wie Hennigsdorf, Zinnowitz oder Karlshagen auf der Insel Usedom sein. Die kleinen Hotels und Gasthäuser haben privaten Strandzugang, es gibt eine Promenade, touristische Attraktionen wie einen Jahrmarkt und den Verleih von Quads – im Sommer könnte das wirklich ein netter Ort zum Entspannen sein, keine Autostunde von Cleveland und vielleicht 90 Minuten von Pittsburgh entfernt. Im Winter ist es eisig, trostlos und irgendwie wenig gastfreundlich. Überhaupt wirkt Madison, Ohio auf mich ungastlich. Das liegt nicht so sehr an den Menschen und der den Amerikanern eigenen, trivialen aber nicht unfreundlichen Art, miteinander umzugehen. Das liegt ganz sicher an den Umgebungstemperaturen und der Tatsache, dass ich aus dem sonnigen Miami nach Ohio kam – ein Temperaturunterschied von vielleicht 40°C. Madison ist ein flaches Städtchen, weitläufig und lieblos. Der ortseigene Walmart ist neben dem einen oder anderen Kirchturm vielleicht das höchste Gebäude. Die strukturierten Straßen folgen einem durchdachten, geometrischen Prinzip, die Häuser gleichen in den einzelnen Siedlungen einander wie ein Ei dem anderen. Selbst die Autos sind in diesem Teil der Welt der Umgebung angepasst mehr oder weniger identisch – Allrad und Pickup dominieren das Bild. Bei den Abstechern nach Cleveland habe ich das ganz anders wahrgenommen. Dort gibt es womöglich eine organisierte Schneebeseitigung und Verkehrsmittel, denen Eis und Schnee nicht so zuzusetzten vermag wie Straßen und Fahrbahnen. Es ist demnach pragmatisch und folgerichtig, in einem Pickup zu fahren in Madison – und dennoch erzeugen diese monströsen Urgewalten den Beigeschmack von Isolierung und Abgeschiedenheit. Das liegt womöglich an meinem Bild von Pickup-Fahrern, das in weitgehender Ermangelung dieser Gattung Auto hauptsächlich durch Hollywood geprägt ist. Einen Tag, darauf komme ich noch, saß ich auch in einem solchen Truck. Mein Fahrer, Steve, entpuppte sich als waffennärrischer Zyniker – grobschlächtig und strukturiert, aber konsequent freundlich und ausgesprochen geduldig mit mir. So ist es vielleicht wirklich eher einem Klischee geschuldet, dass mir das "”Flachland Ohio” insgesamt eher ungastfreundlich, in sich gekehrt und weitgehend soziophob vorkommt.

Am Tag des Superbowl darf eine standesgemäße Mahlzeit nicht ausbleiben, heute testen wir u.a. “Taco Bells”. Leider kann ich aufgrund eines an diesem Abend heftig zuschlagenden Grippevorläufers der kulinarischen Erfahrung des berühmten Tacoherstellers nicht die notwendige Aufmerksamkeit widmen. Ich werde zwei der Tacos am nächsten Tag ‘nachholen’ und kann sagen, sie sind gut – aber letztlich lieblos. Eben wie wir hier in Deutschland “Fastfood” gewohnt und erwarten.

Der Superbowl vergeht weitgehend ereignislos, es ist viel Fachsimpeln und die Werbespots bewundern, das Spiel selbst ist beinahe lebloser als die zwischenzeitige Pause aufgrund eines Stromausfalls im Stadion.

Die nächsten Tage verbringe ich ‘im Bett’, genieße den amerikanischen Alltag:

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Ohio 2013, Tag 6

dieser Tag soll ein ganz besonderes Highlight vorhalten: Steven, der oben angesprochene Pickupfahrer, hat sich bereit erklärt, mich mit sich auf die Shootingrange ar15seines “Schützenvereins” zu nehmen. Steve ist an sich Immobilienmakler, sammelt in seiner Freizeit aber leidenschaftlich gerne Waffen. Er verfügt über ein beachtliches Arsenal an Feuerwaffen, von denen er mich mit folgenden hat auf Zielscheiben schießen lassen: Glock 30, AR-15, M4 Shotgun sowie eine AK-47. Laut Steve allesamt Waffen, die sich in den vorliegenden “Versionen” auch im Arsenal verschiedener US-Armee-Bestandteile widerfinden würden. Natürlich muss alles seine Richtigkeit haben, ich unterschreibe einen Zettel im Clubhaus, auf dem recht deutlich steht, dass ich im Falle irgendwelcher Verletzungen gefälligst leise und woanders zu sterben habe und hier nicht das Clubhaus vollsauen soll. Außer uns ist niemand auf der range, hinter uns, etwa 50 Meter entfernt, befindet sich ein Highway. Wir können das Geräusch der vorbeifahrenden Autos klar hören und zwischendurch glock30frage ich Steve, ob man denn dann nicht das Geräusch der Waffen auf dem Highway auch hören kann.

“sure they can hear us” antwortet Steve mir. Ob das denn nicht irgendwie gefährlich sei, ob man damit die Leute nicht verunsichere oder erschrecken könnte.

“this is america” sagt Steve und beginn laut zu lachen.

Ich beginne darin ein Muster zu erkennen, den Satz höre ich häufiger im Verlauf meiner Reise. Nach Bearbeitung der Formalien beginne ich mit der AR-15. Ein Präzisionsschnellfeuergewehr, für mich auf Einzelschuss ‘heruntergeregelt’. Während ich durch das Visier blicke, mir vorkomme wie mit einer Sniper Rifle bewaffnet in einem Zombieshooter und schließlich feuere, lacht Steve neben mir – ich höre ihn kaum unter den dicken, schalldämpfenden Ohrschützern.M4_shotgun Im Verlauf des Tages macht Steve ein paar Fotos von mir mit den Waffen und auch einige kleine Videos. Das Lachen entgleitet ihm, als er sieht, wie ich mir ein Grinsen nicht verkneifen kann, nachdem ich den ersten Schuss abgegeben habe.
Ich bediene die AR-15 im Sitzen, das Visier übernimmt die ganze Arbeit, ich brauche nur noch die Hand ruhig zu halten und den Abzug zu betätigen. Jeder Schuss findet in die Nähe des Ziels (das ist überhaupt eine ganz grundsätzliche Erscheinung an diesem Tag, Steves Waffen sind erstklassige Handwerkskunst und so ein wenig scheint mir das Schießen zu liegen ;)). Bei jedem Schuss hämmert der Knall in meinem Kopf, die Waffe macht einen unverschämten Radau. Es hört sich an wie an Silvester, aber die Kraft, die von der Waffe und ihrem Rückstoß ausgeht, lässt mich ahnen, welchen Schaden ein Projektil aus der AR-15 anzurichten in der Lage sein mag – ganz im Gegensatz zu Silvester… Ein wirklich beeindruckendes Gewehr.
Im Anschluss darf ich mit der Glock 30 an die Zielscheibe. Sie wird trotz der ganzen wirklich hochklassigen Waffen an dem Tag mein Liebling bleiben, da sie im Gegensatz zu allen anderen erfordert, dass man sich mit ihr bescak47_2häftigt. Gezielt wird über Kimme und Korn, der Rückstoß ist merklich aber eigentlich nur ein leichtes Ruckeln. Aber die Hand ruhig zu halten, in der Sekunde, in der man den Abzug betätigt, ist schwierig. Wenn dann aber das Projektil genau im Ziel gelandet ist, das geschieht bei der Glock konsequent den ganzen Tag über, entgleitet mir ein kurzes Grinsen während ich zum nächsten Schuss ansetze.
Es folgen noch M4 und die lauteste Waffe in der Auswahl, die AK-47. Die M4 ist beeindruckend präzise, auf die kurze Entfernung zur Zielscheibe überdies unglaublich zerstörerisch. Nach dem ersten Schuss ist die Zielscheibe im Grunde nicht mehr vorhanden, alle weiteren Schüsse zerfetzen das Holz hinter der Scheibe in tausend kleinen Späne. Die AK-47 andererseits ist sehr präzise, fast komplett ohne Rückstoß, aber laut wie keine andere der Waffen. Sicher, unter den Schalldämpfern hören sich alle eher wie dumpfe Böller an, aber die AK-47 unterscheidet sich hier dennoch nochmal von den anderen.
Die Heimfahrt gestaltet sich auch nochmal lustig, Steve ist ein selbstironischer Mann, der meine Vorurteile und die Klischees, die es über Amerikaner außerhalb des Landes gibt sehr gut kennt – und über alle lachen kann.

Forscher entschluesseln “Vegan-Laut”

Studenten der Universitaet Harvard haben herausgefunden, dass Menschen, die sich ausschliesslich vegan ernaehren (also auf Lebensmittel verzichten, die tierischen Ursprungs sind), waehrend der Schlafphasen mehr Insekten versehentlich verschlucken, als Menschen mit herkoemmlicher Mischernaehrung.
Die Studenten haben die Entdeckung nach eigenen Angaben eher zufaellig gemacht und erarbeiten derzeit in Zusammenarbeit mit dem biologischen Insitut der Universitaet North Carolina sowie dem Schlafforschungsinstitut der Universitaet Stanford Modelle zur Langzeitverifikation der Daten.

Erste Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Ernaehrung und dem versehentlichen Verschlucken von Insekten waehrend der Schlafphasen ergaben sich nach Aussagen der Studenten zum Ende der 1990er Jahre, die in den Jahrbuechern der Universitaet eine besondere Widmung erhielten: Brandon Foster, damaliger Student und der heutige Leiter des biologischen Forschungsinstituts des Staates South Dakota wird als Verfasser der Rede des Jahrgangsbesten fuer den Abschlussjahrgang 1998 mit den Worten zitiert, mit dem Abschluss 1998 die ‘legendaerste Party in der Geschichte der Universitaet Harvard’ fuer beendet zu erklaeren.
Nach Aussage von Foster seien zuvor ueber den Zeitraum von mindestens sechzehn Jahren die langjaehrig gepflegten Fehden zwischen den wichtigsten Studentenverbindungen unverhaeltnismaessig eskaliert, was neben Rekordzahlen in den Bereichen “Suspendierungen / Jahrgang” und “Exmatrikulation / Jahrgang” auch zu bis dahin ungekannten Mengen verzehrten Alkohols in den Verbindungshaeusern fuehrte. Offenbar sind die seit hunderten Jahren gepflegten Machtkaempfe zwischen den Verbindungen in dieser Zeit verstaerkt mittels diverser Spiele ausgefochten worden, in denen die Verlierer als Strafe fuer die Niederlage stets grossere Mengen Alkohol verzehren mussten. Unterlag das “Auswaertsteam” schlief es nicht selten kollektiv im Verbindungshaus des “Heimteams” und wurde in der Folge auf vielfaeltige Art vorgefuehrt. Wie sich nun herausstellte wohl auch mittels oraler Zufuehrung von Insekten.
Die so ermittelten Kennzahlen, die ihrerseits mit Fotos und aufwaendig gestalteten Statistiken in den jeweiligen Verbindungsflyern veroeffentlicht wurden, stiessen bei einigen Studenten der Studiengaenge Ernaehrungswissenschaften und Biologie auf Verwirrung, weil die Verbindung “Alpha Alpha Delta”, in deren Verbindungsstatuten der Verzehr tierischer Lebensmittel ausdruecklich untersagt ist, im Verlauf der erfassten Daten unangefochten den Spitzenplatz im Bereich “Verzehrte Insekten” eingenommen hatten.

Die angehaengten Studien bestaetigten diese Zahlen und die Forscher aus Stanford sind sich sicher, dass sowohl die aus der Mangelernaehrung heraus resultierenden Botenstoffausschuettung des Menschen zum Anlocken von tierischen Eiweissen sowie ein im Ultraschall befindliches Geraeusch, dass vom Magen auszugehen scheint, schuld sind am unterschiedlichen Verzehr. Die Tiere werden von beidem angelockt und verenden dann im Speisetrakt des Menschen, der auch nachts reflexartig kaut und schluckt.

“Offenbar will der Koerper die fehlenden tierischen Fette und Eiweisse auf diese Weise ausgleichen. Als Reflex auf die zufaellige Aufnahme von Insekten in der Zeit als heranwachsender Mensch hat er gelernt, die Tiere anzulocken” sagte uns exklusiv Peter Parker, der Leiter der Studie und bekennender Spinnenzuechter.

Die Forscher haben in diesem Zusammenhang auch eine Erklaerung fuer das in Europa und Asien in diesem Jahr gradezu explodierende Aufkommen von Mücken: In der Post-Wirtschaftskrise-Aera und aufgrund des regenarmen Sommers sind die Bauern genoetigt, Ihre tierischen Exportartikel sehr guenstig anzubieten – in der Folge haben nach Einschaetzung des Teams alleine im Sommer 2011 rund ein Drittel aller Veganer Ihre Ernaehung wieder umgestellt auf Mischernaehrung, die Insekten orientieren Ihren Bestand aber stets am Vorjahresbedarf.
Fuer 2012 rechnen die Forscher mit der Halbierung des Insektenaufkommens, mit Ausnahme von Spinnen, bei denen Parker selbst experimentelle Reproduktion simuliert und so den Bestand auf dem Niveau von 2011 halten moechte.

 

P.S.: Ist natuerlich alles frei erfunden Zwinkerndes Smiley

Turbulente Wochen… (II)

Mein Seelenfrieden ist in Gefahr. Das ist, ja, erstmal mein Bier. Aber nein, letztlich, dann doch nicht. Nicht nur. Immerhin: Ich spiele Killerspiele. Und ich hoer “SatanMusik”. Glaub ich jedenfalls. Vielleicht nur ne Frage des Standpunkts, wann genau “Musik” endet und “Satan” beginnt o_0. Anyway. Wenn‘ ich also dereinst austicke, dann, so weiss man aus “dem Fernsehn”, dann gibt’s Tote, und zwar nich zu knapp.

Also ist’s ein Stueckweit auch euer Bier. Problem. Ding.

So. Was also nervt mich diese Woche? na is doch klar. An sich. Der Gutti. Der schummelt beim Lernen.
Hm naeh, das is mir an sich egal. Soller doch. Als Minister mag ich ihn eh nicht, dieser neue ‘Skandal’ aendert daran nicht das Geringste. Aber ich hoffe instaendig, dass es in diesem Land der ewigen Stammtischwaehler dazu fuehrt, dass dieses Musterbeispiel einer Ikone fuer all das, was an Problemen zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten besteht, niemals, NIEMALS, NIEMALS zum Kanzler gewaehlt wird. Aber wie ich meine 82.000.000 Nachbarn einschaetze, wird er’s doch. Irgendwann. Denn der Gutti, der is doch so sympatisch. Und der sagt immer so toll offene Sachen, der sagt, was andere nur denken. *kotz*
Aber, und das ma ganz unvoreingenommen: Das ist meine erste volle Woche, in der ich Twitter nutze: Es ist ultralustig, wie der da durch den Kakao gezogen wird. Alleine fuer diesen Mehrwert muss es woechentlich nen peinlichen Skandal geben. Die ‘Gemeinde’ ist ausgesprochen kreativ ;)

Es macht mich ausserdem wuetend, dass ich kein Kuenstler bin. Denn alles, was ich gut kann, verachte ich mit jeder Faser meines Seines, und das, was ich glaube, gerne zu machen, vermag ich nicht in Geld umzusetzen.

 

Was mir grad noch einfaellt. Seit ich ‘social media’ pervertiere, ertappe ich mich dabei, mehr Musik denn je zu kaufen. Natuerlich profitieren davon diejenigen, die zwei Kriterien erfuellen:

1. Sie bespassen mich via Social Network (Twitter, Facebook, seltener auch die Websiten der Bands) und
2. – eher zufaellig: sie sind nicht die top-5% der Musikindustrie.

Das ist eure Chance, Ihr Kuenstler, Musiker und kreativen – vermarktet euch selbst. Ihr braucht dieses Agentur-Verwertungsgesellschaft-Produktions-Marketing-Koloss nicht, der sich da gerne zwischenschiebt. Der Verschwendet nur wertvolle Ressourcen zwischen euch und [mir].

 

und noch eine Randnotiz, da ich zuletzt verstaerkt an diese nervige Laermgrenze stosse:

Dieses ewige Gejaule um Contentklau, Ideenklau, geistigen Diebstahl, Tweetklau etc – macht mich kirre.
Die Welt war einfacher zu begreifen, als es sowas wie “digitale Kopien” noch nicht gab. Aber: Die Welt war auch schwerer zu erreichen.
Ganz ehrlich, ich stehe auf einem verlorenen Posten. Alles, wirklich alles, was ich veroeffentliche, unterliegt by-nc – und auch das nur aus Werbegruenden, weil ich das Lizenzmodell von CCC gerne ueberalle verwenden wuerde – also besonders dann, wen ich “recycle”. 
Das beginnt immer im Kleinen. Waehrend der Superheldenwochen bei Facebook hatte ich versuchsweise ein Dutzend Avatare – alles Comichelden aus meiner Kindheit und Jugend. Alle 12 unterlagen irgendwelchen wilden Copyrights. Um es grob zu umreissen, haette ich letztlich keinen der Avatare verwenden duerfen.
Warum? Weil die Bilder irgendwann (sigh!) geschuetzt wurden. Etwas zu “schuetzen” bedeutet im WWW: die Rechte zu kassieren, zu beurteilen, wann und wo und wie oft etwas…ja was…kommuniziert?…vllt… werden darf.
Was soll das? Okay, klammern wir die Trivialitaet dieses speziellen Falles einmal aus. Es ist (zumindest mir) kein Fall einer Belangung fuer die Facebookwochen der Superhelden bekannt. Aber alleine die Tatsache, dass das Damoklesschwert ueber de Aktion hing, ist doch der mindfuck.
Fakt ist: Wer etwas verkaufen moechte, muss es vermarkten. Es genuegt nicht, die Rechte an etwas zu besitzen. Das hat noch nie gereicht.
Merkmal des digitalen Zeitalter ist, dass es einfach ist, etwas zu vermarkten. Theoretisch genuegt es, etwas zu veroeffentlichen und eine irgendwie geartete Diskussion darum loszutreten. Die kann provokant sein, kreativ, amuesant – je nach Zielgruppe halt. Wenn ich das gut beherrsche, werden sich die angedockten Vertriebskanaele automatisch auftun und ich brauche sie nur noch einzusammeln.

Selbstverstaendlich haben mit den Moeglichkeiten auch die Gefahren zugenommen. Wenn ich etwas ganz leicht einstellen kann, kann jemand anderes es aehnlich leicht wieder aushaengen und weiterverarbeiten.
Aber: damit muss man einfach rechnen. Es geschieht eh. Von den Superhelden, die ich zu meinen Avataren machen wollte, gibt’s im Web hunderttausende Bilder. Und das sind nur die, die entsprechende Bildersuchen zutage foerdern. Weitere Millionen und Abermillionen Kopien werden auf privaten Rechnern liegen. Das ist der Lauf der Dinge. Die Leute horten, sichern, legen Links und Kopien an. Und das ist auch gut so. Denn: Es erzeugt breite Debatte, Fanclubs, Sympathie – eben ‘crowd’.

Kreative, die heute von den Vertriebsmoeglichkeiten des Internets profitieren, haben zu akzeptieren, dass es ihre Moeglichkeiten einschraenkt, zu kontrollieren, was damit passiert.

Ja, es ist ist nicht okay, wenn die eigenenen Veroeffentlichungen kopiert werden und dann als Leistung von anderen ausgelegt werden. Aber: Wen juckts.
Wenn jemand hingeht und meine Texte zu seinen erklaert, dann entlarvt ihn spaetestens ein Zusammentreffen zwischen ihm (oder ihr) und mir – denn nur ich schreibe, lebe, sehe aus, bin, wie ich nunmal bin. Und hier endet es auch schon.

Das Internet ist nicht kontrollierbar – und das ist gut so. Die Performance des Webs nutzen, aber die Vertriebswege der analogen Welt beibehalten wollen? Nein. Fail.

Wer meine Tweets recycelt und als die seinen ausgibt, unterstuetzt letztlich meine Meinung. Da ich keine kommerzielle Verwertung anstrebe, ist es mir egal – nein, ich gehe noch weiter: Wer meine Texte 1:1 uebernimmt, den unterstuetze ich sogar noch. Denn: Er vertritt meine Meinung. Der Inhalt meiner Messages erscheint mir wichtiger als der Name, der hinten drunter steht.

Und selbst wenn ich eine kommerzielle Verwertung anstrebte: Dann ist es so. Es ist meine Aufgabe, aus “Informationen” einen Content zu generieren, fuer den andere Menschen bereitwillig Geld bezahlen wuerden. Diese Aufgabe kann ich nicht einfach auslassen und stattdessen drueber jammern, dass die Raubkopierer ja jede Geschaeftsgrundlage vernichtet haetten.

Das Internet ist ein riesiger Marktplatz, und er waechst jede Sekunde weiter. Der Trick ist, diesesn Marktplatz so zu verwenden, dass die angebotenen Melonen die saftigsten sind. Nicht nur, sie als die saftigsten zu beschreiben…

Und um das ein fuer allemal klarzustellen: Jede Verwendung meiner Texte ist verhandelbar. by-nc ist nur ein Feigenblatt, um die ‘Freigabe’ von kommerziellen Artikeln zu erzwingen. Jeder darf zu jedem Zeitpunkt und nach jeweils eigenem Ermessen meine Texte verwenden – egal in welcher Form.

So viel Text, um so wenig Nutzen. *soifz*

Fakt ist: Ich will alles, was im Internet zur Verfuegung steht, auch nutzen. Wenn ihr nicht wollt, dass es digital benutzt wird, veroeffentlicht es nicht. Basta.

Falls es iwer nich bemerkt hat: das ist fast ausschliesslich ein ‘deutsches Problem’. Wer haette das gedacht…

nja. eat this.

kurz & knapp

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